Der Neuen Gedichte: Anderer Teil
- Erstveröffentlichung
- 1908
- Seiten
- 90
Über dieses Buch
Wir kannten nicht sein unerhörtes Haupt, darin die Augenäpfel reiften, so beginnt das berühmte Gedicht Archaïscher Torso Apollos, das diesem Band vorangestellt und Auguste Rodin gewidmet ist. Aber sein Torso glühe noch wie ein Kandelaber, in dem sein Schauen, nur zurückgeschraubt, sich halte und glänze, sonst könnte nicht der Bug der Brust blenden, und im leisen Drehen der Lenden könnte kein Lächeln zu jener Mitte gehen, die die Zeugung trug. Es folgt Kretische Artemis, in dem der Wind der Vorgebirge die Stirn der Göttin formt, während sie mit Nymphen und Hunden ihren Bogen probend dahinstürmt, dann Leda, worin der Gott als Schwan in seiner Not den Schwall so schön findet, dass er sich verwirrt in ihm verliert, und schließlich Delphine, in dem eine Schar der Tiere sich überschlägt, froh, als fühlte sie die glänzenden Fluten, warm und zugetan, leichtgebunden um den runden Bug der Schiffe wie um einer Vase Rundung.
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Angaben zum Buch
- Autor
- Rainer Maria Rilke
- Erstveröffentlichung
- 1908
- Seiten
- 90
- Sprache
- Deutsch
- Genre
- Klassiker
- Formate
- PDF, EPUB, Online lesen