Die Vögel von Verhovina
13. (Gusty)
Anatol Korkodus hat einmal erzählt, dass man auf dem Wochenmarkt von Velky Lukanar die Leute aus Verhovina, besonders die aus Jablonska Poljana, an ihrem Gestank erkenne. In dieser Hinsicht ist mit uns wohl wirklich etwas nicht ganz in Ordnung, das merkt man schon daran, dass, wenn ein Fremder zu uns kommt und sich hier niederlässt, er sich eine Weile die Nase mit einem Taschentuch zuhält und manchmal Stunden braucht, um sich zu erholen, sich an unsere Nähe zu gewöhnen und vor allem an die Luft, die ihn umgibt und die er, mangels einer anderen, von nun an auch wird einatmen müssen.
Jablonska Poljana ist von den Thermalquellen der Paltinsky-Wiese umgeben, deren Wasser nicht nur warm ist, sondern auch etwas trüb, einen Pilzgeschmack hat, etwas salzig und stark schwefelhaltig ist. Die Dampfschwaden schweben Tag und Nacht über der Wiese, und wenn er nicht von einem rauen Nordwind weggeweht wird, legt sich ein betäubender bräunlicher Dunst übers Tal, über alle Höfe, dringt in die Häuser ein, in die Speisekammern, die Kleiderschränke und in die hintersten Winkel jeder Schublade. Hier gibt es keine andere Luft, wir leben von der Luft der Paltinsky-Wiese, baden im stark riechenden Wasser der Thermalquellen, waschen unsere Kleidung darin. Nachts dringen die Gase in unser Gehirn, belagern unsere Träume und wir erwachen im Morgengrauen mit Erinnerungen an Offenbarungen. Aber wir haben uns daran gewöhnt und würden unser Schicksal gegen kein anderes tauschen.
Als ich vor Jahren an einem nebligen Morgen aus der Lokalbahn stieg und der duftende Holzrauch der Lokomotive verflog, wurde auch ich von dem beißenden Geruch der Thermalquellen empfangen. Das ist lange her. Hier fahren keine Züge mehr, auf der Böschung wachsen Birken und Haselnusssträucher und die meisten Schienen fehlen.
Die Person, die jetzt an einen Holzhaufen gelehnt auf dem Hof der ehemaligen Wasseraufsichtsbrigade um Atem ringt, ist mit einer von einem Pferd gezogenen Zweiradkutsche gekommen. Sie sitzt im Schatten auf einem Baumstumpf, die Nase in ihre Kleidung gegraben, durch die hindurch sie atmet und darauf wartet, sich an unsere Luft zu gewöhnen, damit wir uns auf den Weg zur Paltinsky-Wiese machen können.
Der Mann trägt eine Schildmütze in Pepita, unter der Jacke – auf deren Tasche, wie bei den Soldaten, sein Name gestickt ist: Gusty – ein gebügeltes Hemd, ihn umgibt der Duft feiner Seifen, seine Hand ist glatt, die Nägel gepflegt, das Gesicht rasiert und er hat sich wohl vor Kurzem die Haare schneiden lassen. Er hat eine Seitentasche dabei, einen mit der Aufschrift Nikon versehenen kleineren Leinenrucksack und eine Kunstledertasche mit Klettverschluss, aus der nach unten drei Aluminiumstäbe herausragen. Irgendeine Art Ständer.
Er sagt, er werde das sumpfige Plateau über den Häusern fotografieren, detailliert, aus allen Winkeln, das gesamte Gelände, wo die Thermalquellen entspringen.
Die Zweiradkutsche steht vor dem Tor, das Pferd ist ausgespannt und grast auf dem Hof.
Ich frage den Mann, ob ihn der Hilfsbischof geschickt habe oder vielleicht der Aufsichtskommissar Kodrin, aber der mit Gusty beschriftete Fremde schweigt, sieht mich nur an, mit einer gewissen Neugier, offenbar hat er noch nie von denen gehört, von denen ich spreche, nicht einmal von der Aufsichtsbehörde. Als ich ihn frage, für wen er denn arbeite, sieht er mich wieder nur verständnislos an. Schließlich fragt er mich nach meinem Namen.
Adam, sage ich.
Hören Sie zu, Adam. Sie kennen sie nicht.
Er bittet um etwas Trinkwasser und wischt sich die Stirn mit einem feuchten Taschentuch ab.
Ich würde mich freuen, wenn Sie mich begleiten könnten, sagt er. Mir ist ein bisschen schwindelig, ich möchte Sie bitten, das hier zu tragen. Er zeigt auf den Ständer in der Kunstledertasche. Es wäre gut, wenn wir bis Mittag fertig wären.
Ich sehe zum Himmel und lasse meinen Blick dann langsam und unwillig über den Hof schweifen.
In letzter Zeit habe ich keine besonders große Lust, irgendwohin zu gehen, sage ich. Ich weiß gar nicht, worauf das Ganze hinaussoll. Haben Sie ein kleines Geschenk mitgebracht?
Hätte ich eines mitbringen sollen? Das wurde mir nicht gesagt.
So etwas spürt man.
Er breitet die Arme aus und blickt verlegen in Richtung der Anhöhen. Zwischen dem Gewebe der knospentragenden Bäume sieht man bis hin zu den sumpfigen Plateaus, zur Paltinsky-Wiese, dahinter dämmern aus dem Nebel die düsteren Spitzen der Medwaya hervor.
Nun benetzt er sein Gesicht, streicht sich auch über den Nacken, trinkt ein paar kleine Schlucke aus der hohlen Hand. Er räuspert sich, würde gern den bitteren Schleim loswerden, der sich in seinem Hals angesammelt hat, spuckt verstohlen in sein Taschentuch. Schließlich sammelt er sich doch, steht auf, gut, sagt er, nun sei er bereit, wir könnten gehen.
Auf einmal sagt er, er sei früh am Morgen, ohne etwas gegessen zu haben, aufgebrochen, habe auch nichts mitgebracht, da er sich gedacht habe, er werde hier einen Kaffee trinken und etwas zwischen die Zähne bekommen, es wäre also gut, am Wirtshaus vorbeizugehen.
Das wird schwierig, sage ich. So etwas gibt es bei uns nicht.
Er sagt, er wisse aber von einer Schänke und im Augenblick würde er sich auch schon mit einer Tüte gefüllter Eugénia-Kekse begnügen, um bei der Arbeit zumindest etwas Kleines essen zu können. Das Fotografieren werde einige Stunden in Anspruch nehmen.
Es tue mir leid, aber ich müsse klarstellen: Er werde hier nichts essen. Die Läden hätten geschlossen und was die Menschen an Vorrat hätten, äßen sie selbst. Für Amtsleute, verirrte Wanderer würde ich, wenn man mich darum bitte, manchmal ausnahmsweise eine Lebbencs-Suppe kochen, für vierzig bis fünfzig Coupons oder für ein besseres Kleidungsstück, von dem die Person sich zu trennen bereit sei. Doch wenn ich ihn jetzt begleiten müsse, werde es niemanden geben, der sie zubereiten könne.
Da ich sehe, dass er mich nur verstört, zweifelnd anstarrt, dränge ich ihn ein bisschen:
Kommen Sie, die Zeit rennt, wenn ich Sie schon begleiten muss, möchte ich es so schnell wie möglich hinter mich bringen. Es dauert eine Weile, bis wir bei allen neun Thermalquellen des Sumpflandes waren.
Neun? Ich weiß nur von acht.
Aber ich spreche von neun. Es ist eine andere Frage, dass wir nur das Wasser von acht Quellen verkauft haben. Eine Zeit lang hat man das warme Wasser mit Tankwagen hier abgeholt, doch natürlich kühlte es ab, bis man damit irgendwo ankam. Anatol Korkodus könnte sagen, wozu das irgendwer gebraucht hat, aber er lebt nicht mehr.
Man hat es getrunken, erwidert Gusty.
Schon möglich. Eine Frage des Geschmacks. Aber das Wasser der Thermalquelle Nummer zwei kann man für nichts gebrauchen. Es ist bitter und alles, was hineinfällt, wird nach einer Weile blau. Wenn man zum Beispiel einen Stab hineinsteckt, lagern sich darauf nach einer gewissen Zeit blaue Kristalle an, die man, nachdem sie getrocknet sind, ablösen kann. Und wenn man den Stab wieder hineinsteckt, wiederholt sich das Ganze. Anatol Korkodus hat gesagt, wenn wir einmal in Geldnot geraten, hängen wir nur noch Stäbe ins Wasser, verkaufen bis an unser Lebensende die blauen Kristalle und bringen unser Geld auf die Bank.
Doch diesen Menschen namens Gusty interessiert die Sache mit den blauen Kristallen nicht. Er sagt nur: Dann handelt es sich in Wirklichkeit doch um acht Quellen. Er fragt noch, von wem ich spreche, wer es sei, den ich nun schon zum zweiten Mal namentlich erwähne.
Mein Pflegevater. Er war hier der Brigadier. Aber man hat ihn umgebracht.
Das kann nicht sein, erwidert er.
Sie wundern sich? Das steht Ihnen nicht.
Er mustert mich lange mitleidig und sagt:
Adam, Adam.
Auf dem Weg zur Wiese des Paltin kommen wir am ehemaligen Wirtshaus vorbei. Auf dem Hof, an die leere Hundehütte gelehnt, liegt Danczura, die Frau, die sich lange für meine Cousine gehalten hat. Die Beine breit, die Augen geschlossen, als würde sie schlafen. Doch sie schläft nicht, manchmal blinzelt sie, ihre Bluse ist voller Schmetterlinge, denen lauert sie auf. Ab und zu liest sie einen von ihrer Brust auf.
Gusty bleibt stehen, beobachtet sie.
Ich gebe ihm zu verstehen, dass es hier nichts zu sehen gibt und wir weitergehen sollen. Ich gehe sogar vor, soll er mir doch ruhig hinterherrennen. Er trottet mir im Abstand von einigen Schritten hinterher und wirft immer wieder einen Blick zurück, fragt sich wohl, ob er richtig gesehen habe. Mich sieht er auch einige Male fragend an, fragt aber nichts. Er bemerkt, dass er morgen vielleicht noch einmal kommen müsse, dann werde er auch einige belegte Brote mitbringen, ein Erfrischungsgetränk und in einer Thermoskanne Kaffee. An mich werde er auch denken, worüber ich mich denn freuen würde, will er wissen.
Schon wieder das Essen.
Ich solle es ihm sagen, es sei eine aufrichtige Frage gewesen. Er habe an Brote mit Sommersalami gedacht, etwas Apfelsaft würde er auch mitbringen und eine Tüte Eugénia-Kekse.
Ich bleibe stehen, sehe ihm in die Augen und sage: Er könne mitbringen, was er wolle. Doch ich wisse immer noch nicht, wer ihn geschickt habe.
Diejenigen, die ihn geschickt hätten, dachten an die Zukunft des Ortes. Und wenn wir schon darauf gekommen seien, würde es ihn interessieren, wie viele Menschen hier noch wohnten.
Ich habe es nicht gezählt. Wir sind noch einige. Ein oder zwei Dutzend, um genau zu sein.
Und wo sind diese Leute jetzt?
Es ist nicht ihre Gewohnheit, sich zu zeigen. Sie schlafen und so.
Er frage wegen der Arbeitskraft. Er könne sich vorstellen, dass sie sich über ein bisschen Einkommen freuen würden.
Wollen Sie die Wahrheit wissen? Wenn keiner hierherkommen würde, darüber würden sie sich freuen.
Wir gehen am Grundstück des Boursin-Hofes vorbei zur Paltinsky-Wiese. Vom Rande des Plateaus haben wir einen Blick auf das gesamte Sumpfland, bis zu den Füßen des Paltin, dem unteren Ende des mit Zwergbirken und Haselnusssträuchern bewachsenen Hanges, unter dem in einer langen Reihe die Thermalquellen entspringen. Am anderen Ende der Wiese ist bereits die Abraumhalde, auf der zwischen den frischen Trieben von Brennnessel, Minze und Klette Erzklumpen glänzen.
Es weht kein Wind, der Dampf der Thermalquellen legt sich über das morastige Gelände, die Schwaden senken sich zwischen das sprießende Gras und Ried. In den Gärten unter uns treiben die Pflaumenbäume gerade erst Knospen, zwischen dem Gewebe der nackten Äste leuchten die Dächer von Jablonska Poljana. Dahinter sind in der Ferne die nebligen Höhen von Nikolina zu sehen, links davon flacht die Landschaft ab, bis in eine lila Unendlichkeit.
Gusty setzt den Rucksack ab, holt aus der Tasche eine Karte hervor, schlägt sie auf, breitet sie auf dem Boden aus und obwohl nicht das kleinste Lüftchen weht, beschwert er alle vier Ecken mit jeweils einem Stein. Er hat auch einen Kompass dabei und dreht die Karte so lange, bis ihr Rand parallel zum Zeiger verläuft. Er reißt einen langen, geraden Grashalm heraus, bewegt ihn über der Karte mal in die eine, mal in die andere Richtung, wobei er immer wieder aufblickt, zu den umgebenden Anhöhen und Gipfeln.
Er lässt sich von mir die Kunstledertasche geben, öffnet sie, holt auch die Nikon aus dem Leinenrucksack, schraubt sie auf den Ständer, öffnet die Beine, drückt die Enden in den Boden, richtet sie so lange aus, bis die Blase der Wasserwaage in der Mitte ist. Er schaltet den Apparat an, wartet, bis das Objektiv hervorkommt. Am hinteren Teil des Apparates befindet sich eine matte Glasscheibe, ein kleines Fenster, in dem die gesamte Paltinsky-Wiese zu sehen ist und dahinter noch ein recht großer Ausschnitt von dem unteren Teil des Hanges. Gusty dreht den Apparat langsam, hält bei manchen Stellen für eine Weile inne. An der rechten Seite gibt es einen kleinen Arm, diesen bewegt er nach links und rechts, holt mal diese, mal jene Stelle näher heran. Er macht einige Bilder und ruft sie dann auf dem Bildschirm gleich ab. Aus allen Blickwinkeln macht er mehrere Aufnahmen und nach jeder notiert er sich etwas in einem Heft. Eine Weile fotografiert er, dann dreht er sich plötzlich um und bedeutet mir mit gekrümmtem Zeigefinger, zu ihm zu kommen.
Er sagt, während er mit dem Apparat über die Wiese geschweift sei, seien ihm am Fuße der Sträucher und Bäume mehrere Holzkreuze aufgefallen, auf denen immer die gleiche Aufschrift zu sehen sei: STLN 2011. Man könnte glauben, sie markierten verschiedene Parzellen, doch die Nummer ändere sich nicht, auf jedem Holzkreuz stünden die gleichen Buchstaben und gleichen Zahlen. Wo sei denn dann der Sinn des Ganzen?
Das sehe er richtig, sage ich. Was er sehe, seien kleine Grabkreuze. Sie bedeuteten nichts anderes als das, was draufstehe. Wir in dieser Gegend benutzten keine Vokale. Wir schreiben mit Konsonanten, den Rest denke sich jeder dazu. STLN – das sage ihm nichts? Nein? Dann gebe es nichts mehr zu sagen.
Er versteht es nicht, belässt es aber dabei. Er geht los, macht ein paar Schritte auf der sumpfigen Wiese, springt einige Male. Dann sieht er mich neugierig an und sagt:
Wie Gummi. Wovon zur Hölle ist das so elastisch?
Es ist voller Gase. Wenn Sie einen Stab hineinstecken, geht er von allein unter, der Boden verschluckt ihn einfach.
Oha. Ist das Ihr Ernst? Das ist gut zu wissen, bevor die Bauarbeiten beginnen.
Was soll das heißen?
Wir ziehen hier ein paar Häuser hoch. Wissen Sie, wegen des warmen Wassers.
Ist das mit irgendwem besprochen?
Er sieht mich wieder nur verwundert an, versteht meine Frage nicht. Offenbar ist es besprochen. Oder auch nicht.
Er fotografiert noch eine Weile, zum Schluss blickt er zufrieden auf, die Hände in die Hüften gestemmt, sieht er sich um, bis sein Blick am Ende des Plateaus ruhen bleibt. Er guckt sich die Abraumhalde an.
Lassen Sie uns mal dorthin gehen. Wie ich sehe, hat man den Ort da drüben genau für mich erfunden.
Es dauert eine gute Stunde, bis wir am Rande der feuchten Wiese, die Fallen des Sumpflandes umgehend, wortlos am anderen Ende des Plateaus ankommen. Gusty klettert auf die Halde, ich ihm hinterher, mit dem Ständer, darauf dem Apparat. Von der kleinen Anhöhe hat man einen guten Ausblick auf die gesamte Paltinsky-Wiese. Gusty öffnet den Ständer, stellt den Apparat ein und macht nun aus dem neuen Blickwinkel Bilder.
Aus irgendeinem Grund mögen alle diesen Ort. Am Ende seines Rundgangs hat Anatol Korkodus stets einen kleinen Umweg hierher gemacht, hier hat er mehrere Male den Vagabunden mit dem Pferdegesicht angetroffen, Damasskin Nikolsky ist im Anzug und Halbschuhen hier herumgelaufen und auch der Verwaltungskommissar Kodrin hat seine Gäste einmal hierhergebracht, damit sie sich umsahen.
Als er mit dem Fotografieren fertig ist, geht Gusty zum Ende der Anhöhe, steht wieder nur da, die Hände in den Hüften, sinniert. Ohne etwas zu sagen, starrt er die düsteren Gipfel an, macht sogar einige zögerliche Schritte nach vorn, als würde er erwarten, sie von dort aus besser zu sehen.
Ist gut, Adam, nun komme ich auch allein zurecht. Ich dachte mir, ich bestelle so eine Lebbencs-Suppe bei Ihnen. Und was war das noch mal mit der Quelle mit den blauen Kristallen, von der Sie erzählt haben? Die würde ich mir noch ansehen.
In Ordnung, sage ich, dorthin begleite ich Sie noch und zeige Ihnen etwas. Ich zeige Ihnen die Lakantuskäfer.
Ist das etwas Besonderes?
Auf der ganzen Welt gibt es sie nur hier, in der Thermalquelle Nummer zwei. Sie fressen das im Wasser enthaltene Kupfer, davon kommt der klingende Ton, wenn sie aneinanderstoßen, klimpern und funkeln sie wie Münzen, sie sprühen richtig Funken und durch die Entladungen hängt über der Quelle nachts eine Art blaugrüne Glocke. In dieser Quelle überlebt kein einziges Lebewesen, außer den Lakantuskäfern. Sie mögen diese dichte, tödliche Lösung. Und was den Preis der Suppe betrifft: Auf Bargeld lege ich keinen Wert, aber über Ihre Mütze würde ich mich freuen.
Wir gehen los. Der Ständer, darauf der Apparat, daneben die Tasche, bleiben auf der Halde.
Unterwegs fragt er mich:
Sie klimpern, sagen Sie? Ich habe gelernt, dass aus dem Wasser kein Ton herauskommt. Ich möchte nicht, dass Sie mich auf die Schippe nehmen.
Wir sind nicht gleich. Jemand mit schlechtem Gehör bekommt es vielleicht nicht mit.
Die Thermalquelle Nummer zwei ist nicht die zweite, sondern die dritte in der Reihe und sie befindet sich auch nicht unmittelbar am Fuße des Hanges, sondern fern von den anderen, am näher zur Siedlung liegenden Rand der sumpfigen Wiese. Man gelangt zwischen bunten Pfützen, auf einem unberührten, verwilderten Pfad dahin. Das ist das einzige Becken, das nicht umzäunt werden musste, an seinem Rand wächst kein Ried, auch keine anderen Pflanzen, die lauwarmes, feuchtes Klima mögen, und die wilden Tiere machen ebenfalls einen Bogen darum. Damals hat Anatol Korkodus um die anderen Becken herum Pfähle einschlagen und diese mit einem Draht umspannen lassen, weil die Dachse in dem warmen Wasser badeten, wegen der Flöhe. Sie hatten herausgefunden, dass sie nur in das warme Wasser gehen mussten, um sie loszuwerden. Doch das ist lange her, seitdem haben sie die Drahtnetze durchgenagt und bei Abenddämmerung sieht man sie wieder, wie sie an den Becken ihre Pelze ausschütteln.
Das Becken der Quelle Nummer zwei ist am tiefsten und hat den größten Umfang, wenn man darin baden könnte, bräuchte man vier oder fünf Züge, um durchzuschwimmen. Seit dem letzten Herbst liegt Birkenlaub darauf, gelb bedeckt es die gesamte Wasseroberfläche.
Ich gehe zurück zur Thermalquelle Nummer drei, um einen Drahtbesen zu holen. Mit diesen langstieligen Besen haben wir früher immer das Laub und die vom Wind herbeigewehten Zweige von der Wasseroberfläche gefischt, damit die verfaulten, schleimigen Reste der Blätter die Leitungen nicht verstopften und das Sonnenlicht bis zum Boden der Quelle durchdringen konnte. Doch das Wasser der Thermalquelle Nummer zwei benutzten wir nicht und reinigten die Wasseroberfläche nur im Frühling, nach der Schneeschmelze.
Unter den gelben Birkenblättern liegt bereits das blaue Versteck des Jenseits. Ich schiebe die Blätter mit dem Besen beiseite, darunter glänzt das seidig dampfende Wasser dunkelblau, ja, schwarz. Als die Öffnung sich vergrößert, tauchen zwischen den gelben Blättern der Himmel und die vom Wind getriebenen Wolken auf.
Gusty beugt sich über den Wasserspiegel, betrachtet darin aber nicht die davoneilenden Wolken.
Sogar das Laichkraut darin ist blau, flüstert er. Ich werde Sie darum bitten, mir ein wenig davon abzureißen.
Das können Sie vergessen. Das ist kein Laichkraut. Das ist der Bart von Anatol Korkodus. Wissen Sie, in dem Wasser gibt es etwas, wovon die Haare und der Bart des Menschen weiterwachsen.
Wer ist dieser Anatol Korkodus?
Das haben Sie mich schon gefragt. Ich sage es nicht noch einmal. Eine Person, die wollte, dass wir sie hier zur letzten Ruhe betten. Wenn Sie etwas weitergehen, sich auf den Stein dort stellen und so ins Wasser blicken, dass Sie die Spiegelung des Himmels nicht sehen, werden Sie in der Tiefe einen blauen Frischling entdecken. Rechts von ihm ruht Anatol Korkodus. Wenn Ihre Augen sich daran gewöhnt haben, erkennen Sie auch sein Gesicht. Auf der menschlichen Haut lagert sich der Kristall nicht an, die bleibt weiß.
Sagen Sie noch einmal, was soll ich machen?
Sie haben es genau gehört, ich sage es nicht noch einmal. Sehen Sie es sich so lange an, wie Sie wollen und ich gehe und koche die Lebbencs-Suppe. Wenn Sie davon genug haben, kommen Sie einfach nach. Entlang der Gärten finden Sie nun auch allein zurück.
Ich steige durch Gleznárs verlassenen Garten zur Siedlung hinunter. Als ich am Zaun vorbeikomme, reiße ich ein bisschen von dem dort wachsenden Wiesensauerampfer, eine Handvoll Bärlauch und einen Bund Brennnesselblätter ab.
Die Zweiradkutsche steht vor dem Tor, das Pferd zwischen den Pflaumenbäumen im Garten.
Mit in Streifen geschnittenem Speck brate ich die kleinen Nudelblätter an, gebe den Bärlauch dazu, wenn es bereits etwas braun ist, die Brennnesseln und den Sauerampfer, streue ein wenig Mehl darüber, rühre es eine Weile um, brate es weiter und bevor ich es mit Wasser aufgieße, gebe ich noch Paprikapulver dazu. Die Lebbencs-Suppe ist fertig, wenn die Nudeln weich sind. Dann decke ich den Topf ab und ziehe ihn an den Herdrand.
Da es schon weit nach Mittag ist und von Gusty keine Spur, gehe ich durch Gleznárs Garten zurück zur Wiese.
Von Weitem schon sehe ich, dass der Ständer mit dem Apparat nicht am Ende der Halde ist, wo wir ihn gelassen haben.
Gusty steht in seiner schwarz-weiß karierten Mütze am Rand des Beckens, vor ihm der Ständer, darauf der Apparat, ein wenig nach vorne geneigt, schräg ins Wasser, direkt auf Anatol Korkodus gerichtet. Auf dem Boden neben Gusty und seinem Nikon-Rucksack liegt eine abgeschnittene blaue Strähne, die er für Laichkraut gehalten hatte. Sie sieht aus wie ein paar in blauen Kristallzucker gewälzte feuchte Fäden.
Gusty hört das Schmatzen des sumpfigen Bodens hinter sich, aber er arbeitet und kümmert sich nicht um Geräusche. Er dreht sich auch nicht um, als er wohl schon meinen Atem im Nacken spürt. Er drückt nur immerzu auf die Knöpfe seines Apparats.
Anatol Korkodus Haare und sein Bart wogen sanft unterm Wasser wie Laichkraut. Eine Strähne davon liegt am Ufer, neben der Hülle der Nikon.
Als ich dem Ständer einen Tritt versetze, bleibt Gusty noch einen Moment wie erstarrt stehen, vielleicht glaubt er gar nicht, was er sieht: Weich platscht der Apparat ins Wasser und versinkt.
Wenn er ihn noch brauchen sollte, solle er ihn sich holen, sage ich.
Er sagt kein Wort, zieht sich keuchend aus. Die Jacke wirft er weit fort, schleudert die Schuhe weg, reißt sich das Hemd vom Leib, steht in Unterhosen, Unterhemd da, watet ins Becken und versinkt bis zum Hals zwischen den sanften Dampfzünglein des Thermalwassers. Plötzlich dreht er sich zu mir um und starrt mich an, wobei ihm die Augenbrauen in die Höhe springen.
Es ist tief, sagt er in so weichem Ton, als würde er nur die Luft aus dem Mund lassen.
Ich nicke. Natürlich ist es tief.
Und dann, als er in dem verfaulten Laub, das den Boden des Beckens bedeckt, einsinkt, flüstert er noch:
Ihre Hand. Reichen Sie mir Ihre Hand, Adam.
Ich komme nicht bis zu Ihnen. Sie sehen doch auch, dass meine Hand nicht bis zu Ihnen reicht.
Er bittet mich nicht, sieht mich nur verwundert an, mit weit aufgerissenen Augen, gibt keinen Laut von sich, könnte es aber auch kaum, denn sein Mund ist voll mit dem Wasser der Thermalquelle Nummer zwei. Eine Weile würde er es sogar noch hinunterschlucken, doch der beißend bittere Geschmack lähmt ihm die Zunge, derart, dass er das Wasser nicht einmal mehr ausspucken kann.
Zwei oder drei stumme Blasen steigen auf, bevor er geräuschlos versinkt. Dort, wo er war, sind noch eine Weile sanfte Wasserringe zu sehen, die kleinen Wellen spülen die schwarz-weiße Mütze ganz langsam in Richtung Ufer. Der, dem sie gehört hat, ist unter der Wasseroberfläche gar nicht mehr zu erkennen. Dabei habe ich ihn nicht einmal berührt.
Dann glättet sich die Wasseroberfläche wieder, die Wolken erscheinen, jagen am Himmel von Nordwest nach Südost.
Auch die beiseitegeschobene Laubschicht bewegt sich, schließt sich allmählich über dem Wasserspiegel. Ich bin nicht in Eile, warte, bis der dunkelblaue Himmel unter dem gelben Gewebe der Blätter verschwindet.
Nachdem Eronim Mox in seiner Geschichte die Zubereitung von Vogelmilch vorstellt und besonders auf die an der Oberfläche schwimmenden kleinen Schaumwölkchen eingeht, kommt er, wer weiß, wieso, auf die Zeit zu sprechen, in der es keine Menschen mehr auf der Erde geben wird. Diese Wolken werden dann immer noch genauso über den Himmel jagen, wie wenn es jemanden gäbe, der sie von unten bestaunte. Wozu das dann noch geschieht, darüber verliert er kein Wort.
Von Weitem schon sehe ich Brigitta Konuvalov, die Ellbogen aufs Fensterbrett gestützt. Die Diamanten auf ihren beiden Schneidezähnen funkeln. Sie sieht mich auch, winkt und ruft mir zu:
Hallo, Adam! Es ist Samstag. Sie haben mir das Waschhaus nicht geöffnet.
Und als würde ich nicht hören, was sie sagt, deutet sie mit breiten Armbewegungen in Richtung des öffentlichen Waschhauses.
Ich rufe zurück:
Samstag?
Brigitta Konuvalov badet jeden Samstag. Samstagmittag öffne ich ihr das Waschhaus, lasse das kalte Wasser aus der Leitung, warte, bis allmählich warmes aus dem Hahn fließt und bleibe dort, bis sie fertig ist. Sie bittet mich meist, ihr den Rücken zu waschen.
Samstag, ruft sie. Natürlich ist es Samstag.
Ich weiß nicht, wie sie darauf kommt. Ich glaube, sie denkt sich das nur aus, wenn ihr gerade nach einem Bad ist. Aber ich diskutiere nicht mit ihr.
Gut, dann erwarte ich Sie in einer halben Stunde. So viel Zeit braucht es, bis das abgekühlte Wasser aus den Leitungen fließt und aus dem Hahn endlich warmes kommt.
Ich öffne das Waschhaus und drehe den Hahn der Wanne, in der Brigitta Konuvalov baden wird, auf. Zum Baden dient hier eine einzige Wanne, all die Steintröge entlang der Wand sind nur zum Wäschewaschen da. Die Wanne hat noch Anatol Korkodus vom Hilfsbischof von Lemberg bekommen. Sie ist leicht oval, beinah schon rund, so dass ein Mensch, zum Beispiel Brigitta Konuvalov, bequem Platz darin hat. Sie wurde aus blassblauem Marmor gehauen, die Äderung ist grauweiß, unter dem Rand läuft ein schwarzer gestrichelter Streifen entlang. Angeblich wurde sie früher einmal in Iwano-Frankiwsk, in der Basilika des Heiligen Chrysostomos als Weihbecken benutzt. Iwano-Frankiwsk ist eine große Stadt, und in das Becken konnten wohl zehn bis fünfzehn Leute gleichzeitig die Hand hineintauchen.
Wie schon gesagt, eine gute halbe Stunde. So viel braucht es, bis die Ablagerungen aus den Leitungen gespült werden, sich das Rohr aufwärmt und die Wanne mit warmem Wasser gefüllt ist. Doch nachdem die Wanne schon halbvoll ist, lasse ich meist noch etwas Wasser hinauslaufen, damit die zweite Hälfte für Brigitta Konuvalov schön warm ist.
Als sie ankommt, ist die Wanne halbvoll. In letzter Zeit, seitdem es Frühling ist, trägt sie eine fleckige, mottenzerfressene Samtweste in Ukrainisch-Grün, die sie wohl in irgendeiner muffigen Kiste gefunden hat. Die Weste ist eng, drückt ihre Brust weit nach oben, die beiden Hügel mit dem lila Adernnetz erheben sich unter ihrem Kinn, als würden sie ihr direkt aus den Schultern wachsen. Seitdem sie ihre Geliebte, Zsedu Baba, verloren hat, denkt sie sich immer neue närrische Kleidungen aus, als würde das irgendjemanden kümmern. Aber hier gibt es niemanden mehr, der Lust auf sie bekommen könnte.
Sie sagt:
Ich habe Sie heute Morgen mit einem Fremden, der einen Rucksack trug, die Straße der Infanteristen entlanggehen sehen. Was wollte der denn hier?
Ich sehe sie unverwandt an und frage:
Heute?
Gut, wenn Sie nicht wollen, müssen Sie es nicht erzählen.
Sie zieht die Weste aus, die Bluse, schlüpft aus dem Rock, streift die Strumpfhose ab und schon ist sie ganz nackt. Ihre Brüste, aus der Umklammerung der Weste befreit, hängen schlaff hinab. Auch das Fleisch an den Oberschenkeln hängt, der Bauch ebenfalls, das Moos darunter hat sich stark gelichtet. Sie wirft mir trotzdem einen Blick über die Schulter zu, die Spiegelzähne blitzen mich an, bevor sie in die Wanne steigt.
Das warme Wasser läuft inzwischen weiter, ich drehe den Hahn nicht zu, auch nicht, als es ihr bereits über den Bauchnabel steigt. So wartet sie auf mich, sitzend, mir gegenüber, mit dem Rücken zur Wand. Sie ist der Meinung, das sei die für alle Beteiligten begehrenswerteste Art, den Rücken zu waschen. Ich glaube, sie hat recht. Man beugt sich über sie, stützt sich mit einer Hand sanft auf ihrer Schulter ab, beugt sich weiter, über ihren Kopf, wobei man sie mit einem Arm fast umarmt, sie dann mit bequemen Bewegungen abreibt, angefangen beim Hals, hinunter bis zu den Pobacken.
Sie gräbt ihren Kopf währenddessen unter meinen Bauch, zwischen die Beine.
Es ist schon zweimal vorgekommen, dass sie nach den Knöpfen gegriffen hat, sie lösen wollte, und ich ihr einen Klaps auf die Hand geben musste. Es kam sogar vor, dass sie es mit den Zähnen versuchte. Na, mir nur einmal einen blasen, mit etwas anderem rechne sie schon gar nicht mehr. Auch jetzt überkommt es sie, sie schnieft, gräbt den Kopf immer tiefer, atmet tief ein.
Brigitta Konuvalov, die Geliebte vieler, war noch nie mein Fall, durch meinen Kopf geisterte immer nur die Versuchung durch Nika Karanikas glänzende Mondscheibenknie, seitdem ich sie einmal im Dämmer des Waschhauses liegend erblickt hatte.
Aber das ist, wie es aussieht, schon lange her.
Jetzt, als Brigitta Konuvalov mich gierig unterm Bauch beschnüffelt, ist mir, als würde mich doch etwas weibliche Wärme berühren. Weiß die Hölle, was hier passiert, meine Hand rutscht auf ihrem Rücken, auf beiden Seiten der Wirbelsäule auf und ab, von ihrem Hals bis zu dem gepolsterten Versteck und ich lasse sie nesteln, soll sie doch finden, was sie sucht, mal sehen, was sie damit anfängt.
Das warme Wasser plätschert sanft, übertönt jedes andere Geräusch.
Es dauert nicht lange. Es ist ein ziemlich seltsames, schwindelerregendes, ein wenig eisiges Gefühl. Zum Schluss ist es, als hätte ich etwas verloren.
Also, Brigitta Konuvalov! Wirklich, Brigitta Konuvalov!
Während sie sich abtrocknet und anzieht, drehe ich mich weg. Ich höre nur das Rascheln der Lappen, das sanfte Klatschen der Haut, als sie versucht, die Brüste unter die Weste zu stopfen.
Dann sehen wir uns noch, sagt sie.
Ich lasse das Wasser aus der Wanne, schrubbe sie mit einer Stielbürste sauber.
Das Wasser läuft immer noch und plötzlich sehe ich, wie aus dem Hahn ein kleiner Lakantuskäfer fällt. Es ist so eine Art Zögling, nicht größer als eine Bohne, vielleicht etwas flacher. Er glänzt, strahlt silberblau, wie er so seine Kreise in dem kleinen Strudel um den Abfluss zieht. Dann kommt noch einer. Ein dritter und vierter.
Beim neunten drehe ich den Hahn zu.
Offenbar hat sich in einer der Thermalquellen die Zusammensetzung des Wassers geändert.
Die Lebbencs-Suppe ist inzwischen trotz Deckel ziemlich ausgekühlt. Das Fett schwimmt in starren Flecken an der Oberfläche. Wenn ich jetzt nur die Hälfte esse, bleibt für morgen auch noch etwas.
Ich mache sie nicht warm, löffle sie kalt, wie sie ist, aus dem Topf, darauf achtend, dass mindestens die Hälfte übrigbleibt. Sie ist etwas dicker als sie sein müsste, so dass die Nudeln gar nicht auf den Boden sinken. Auch darauf, dass für morgen noch reichlich Nudeln übrigbleiben, achte ich.
Während ich esse, wiehert manchmal Gustys Pferd im Garten. Auch unter der Traufe höre ich es hin und wieder rascheln. Anfangs interessiert es mich kaum, wegen so kleiner Geräusche unterbreche ich das Essen nicht. Das Rascheln hört nicht auf, aber ich gehe erst auf die Veranda, um mich umzusehen, nachdem ich den Löffel abgewaschen habe, den Topf mit der Suppe sorgfältig abgedeckt und in die Kammer gestellt, eine saubere Unterhose und eine trockene Haushose angezogen habe.
Es sind die Rotschwänze!
Mit Zweiglein und Stöckchen im Schnabel kommen sie immer zur selben Stelle, einer kleinen dämmrigen Nische zwischen der Traufe und dem Balken der Veranda. Später mit trockenen Grashalmen, schließlich mit langen Strähnen, mit denen sie die Stöckchen und Grashalme verweben. Die Zweiglein, Stöckchen und Grashalme holen sie hier aus dem Garten, für die Strähnen fliegen sie weit weg. Zu dem ehemaligen Gemeindestall, wo neben der Mauer seit Jahren auf einem Haufen die Mähnen der geschorenen Esel verwesen.
Ihr Flug, das Rascheln der Flügel strahlt Sicherheit und tiefe Ruhe aus, sie sehen sehr wohl, dass ich da bin und sie beobachte, doch sie kümmern sich kein bisschen um mich. Ein Stöckchen, ein Zweiglein, dann noch eins und vier oder fünf Grashalme. Wieder ein bis zwei Stöckchen, Zweiglein, vier oder fünf trockene Grashalme und dann ein langes Haar aus der Eselsmähne. Stöckchen, Zweiglein, trockener Grashalm, Haar. Als sie aufhören, bricht schon die Dämmerung an.
Die Rotschwänze sind da.
OceanofPDF.com
OceanofPDF.com