Im schwarzen Walfisch zu Askalon

Joseph Victor von Scheffel · Kapitel 12 von 29

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Im schwarzen Walfisch zu Askalon

Die letzte Hose

 

Letzte Hose, die mich schmückte,

fahre wohl! dein Amt ist aus,

ach auch dich, die mich entzückte,

schleppt ein andrer nun nach Haus.

 

Selten hat an solchen Paares

Anblick sich ein Aug erquickt;

feinster Winterbuxking war es,

groß kariert – und nie geflickt!

 

Mit Gesang und vollen Flaschen

grüßt ich einst in dir die Welt;

zum Hausschlüssel in der Taschen

klang noch froh das bare Geld.

 

Aber längst kam das Verhängnis,

die Sechsbätzner zogen fort,

und das Brückentorgefängnis

ist ein dunkler stiller Ort …

 

Längst verschwand, was sonst versetzlich,

Frack – und Rock – und Mantels Pracht.

Nun auch du! es ist entsetzlich! …

Letzte Hose, gute Nacht!

 

Tag der Prüfung, o wie bänglich

schlägt mein Herz und fühlt es hell:

Alles Irdische ist vergänglich

und das Pfandrecht schreitet schnell!

 

Nirgends winkt uns ein Erlöser,

letzte Hose! … es muß sein! …

Elkan Levi, dunkler, böser

Trödler, nimm sie! … Sie sei dein!

Stiefelfuchs, du alter treuer,

komm und stütz mein Dulderhaupt!

Noch ein einziger Schoppen Neuer

sei dem Trauernden erlaubt.

 

Dann will ich zu Bett mich legen

und nicht aufstehn, wenn's auch klopft,

bis ein schwerer goldner Regen

unverhofft durchs Dach mir tropft.

 

Zeuch denn hin, die ich beweine,

grüß den Rock und 's Kamisol!

Weh! schon friert's mich an die Beine! …

Letzte Hose, fahre wohl!!