Im schwarzen Walfisch zu Askalon

Joseph Victor von Scheffel · Kapitel 24 von 29

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Im schwarzen Walfisch zu Askalon

Der Ueberfall

 

Und wieder sprach der Rodenstein:

»Hallo! mein wildes Heer!

In Tiefschluckhausen fall' ich ein

und trink' den Pfarrer leer.

'Raus da! 'Raus aus dem Haus da!

Herr Pfarr, daß Gott Euch helf!

Gibt's nirgends mehr 'nen Tropfen Wein

des Nachts um halber Zwölf?«

 

Der Pfarr, ein tapfrer Gottesmann,

trat streitbar vor sein Tor,

mit Weihbrunn, Skapulier und Bann

die Geister er beschwor:

»'Raus da! 'Raus aus dem Haus da!

Daß Euch der Satan helf,

kriegt Ihr kein' einzigen Tropfen Wein

des Nachts um halber Zwölf!«

 

Doch fröhlich brummt der Rodenstein!

»O Pfarr, ich fang dich doch!

Ein Geist, der nicht zum Tor kommt 'rein,

probiert's am Kellerloch!

'Nein da! … 'Nein zu dem Wein da!

Hurra! schon sind wir drin!

Sein Keller ist nicht schlecht besetzt,

Hurra! wir trinken ihn!«

 

O armes, frommes Pfarrerherz,

heut hat der Böse Macht!

Vergeblich rief er kellerwärts,

daß das Gewölbe kracht:

»Schwein' da … Schwein' da … bei dem Wein da!

Heißt das sich aufgeführt?

So laßt mir doch die Kompetenz,

die einem Pfarr gebührt!«

 

Und als die Glocke Ein Uhr schlug, das Heer sang dumpf und hohl: