Im schwarzen Walfisch zu Askalon

Joseph Victor von Scheffel · Kapitel 18 von 29

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Im schwarzen Walfisch zu Askalon

Kapitel II

Man spricht vom vielen Trinken stets,

doch nie vom vielen Durste.

Gersprenz ist hin!

Gersprenz ist fort!

Gersprenz, der fromme, der züchtige Ort,

Gersprenz … ist … veritrunken.«

 

II.

 

Wer reit't mit sieben Knappen ein

zu Heidelberg im Hirschen?

Das ist der Herr von Rodenstein,

auf Rheinwein will er pirschen.

 

»Hollaheh! den Hahn ins Faß! schenkt ein,

ich fürcht', die Kehlen rosten.

Wir wöll'n ein halb Jahr lustig sein,

und sollt's ein Dorf auch kosten!

 

Ein Dorf, was ist's? … Ein rußig Loch,

und ich hab' ihrer zweie,

ich hab' ja Pfaffenbeerfurt noch

und Reichelsheim, das treue.«

 

Trommeten klangen mit Schalmein,

die Pauken täten schweigen …

Sechs Monden saß der Rodenstein

beim süßen Rheinweinreigen.

 

Und als nach halber Jahresfrist

der Rechnung er gewunken,

da sprach er: »Hollaheh! jetzt ist

auch Reichelsheim vertrunken!

Reichelsheim ist hin!

Reichelsheim ist fort!

Reichelsheim der treue, schnapsbrennende Ort,

Reichelsheim … ist … veritrunken.