Im schwarzen Walfisch zu Askalon

Joseph Victor von Scheffel · Kapitel 6 von 29

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Im schwarzen Walfisch zu Askalon

Dem aufgehenden Mond

 

Heute schwirren Schelmenlieder,

niemand bleibt verschont:

Ja, woher denn du schon wieder,

bleicher Pilgram Mond?

 

Kaum ist uns die Sonn' entschwunden

im verschilften Rohr,

reckst du schon am Bergwald drunten

dein Gesicht empor.

 

Willst du deinen Treuen helfen?

Heia, strahl nur zu!

Schwärmern, Minnern, Füchsen, Wölfen,

giltst als Sonne du!

 

Und wir brauchen Kraft zum Trinken

und noch viel – viel Wein …

Laß dem Wirt als Zahlung blinken

deinen Silberschein.

 

Füll der Nönnlein Zellen drüben

mit sehnsücht'gem Glanz …

Melde: bei den Linden hüben

tost der Ringeltanz!

 

Strebst du aber, uns zu tauchen

in geheimes Weh,

Mond, dann bist du nicht zu brauchen,

lösch dein Licht und geh.

 

Geh mit deinem zarten Flittern

nach der Seufzer Land …

Schwermutbleich im Knie zu zittern,

sind wir nicht imstand.