
Satyros oder Der vergötterte Waldteufel
Ihr denkt, ihr Herrn, ich bin allein, weil ich nicht mag in Städten sein, beginnt der Einsiedler in Goethes frühem Drama Satyros oder Der vergötterte Waldteufel: Ihr irrt euch, liebe Herren mein, denn ich hab mich nicht hierher begeben, weil sie in Städten so ruchlos leben, sondern weil sie, der Schmeichler, Heuchler und der Dieb, dennoch hochgeschätzt sein wollten. Der Einsiedler beschreibt, wie im Frühling ohne Zahl Blüten und Knospen durch Berg und Tal drängen und kein Pläcklein ohne Keimlein bleibe, während der steife Philister gleich denke, das sei nur für ihn und seine Geschwister bestimmt. Er nennt sich einen häuslichen Mann, der Haus und Stall und Garten dran habe und sein Gärtlein vor Kälte und Raupen und dürrer Hitze beschütze, doch wenn der Kieselschlag hereinkomme und ihm an einem Tag alles wegraffe, ärgere ihn der Streich fürwahr.






