Verstand schafft Leiden, Schauspiel in vier Akten
Zehnte Scene.
Platon.
Ach Bester, nein
Man schimpft bei uns
Und — ladet dennoch ein.
(Sagorétzki verliert sich im Hintergrunde.)
Zehnte Scene.
Die Vorigen. Madame Chlestow.
Madame Chlestow (zu Sophien).
Na! Leicht ist’s nicht mit fünf und sechzig Jahren So weit zu Deinem Ball zu fahren.
Ich brauchte eine ganze Stunde von Pokrow.
(Setzt sich links in den Vorgrund neben Sophie.)
Ich kann nicht mehr! — Ach Nichtchen, welche Plage — Und dunkel ist’s wie einst am jüngsten Tage.
Aus Langerweile nahm ich mit
Mein Mohrenmädchen und den Spitz — ich bitt’ Befiehl, man soll sie heut’ beim Abendessen
Zu füttern nicht vergessen. —
Gott grüß’ Sie, Fürstin! — Ja, Sophie, ich sage Dir Die Mohrin ist ein Wunderthier.
Ein Krauskopf — krumm das Schulterblatt und Tatze — Voll Zorn und Bosheit — ganz Manieren einer Katze. Und ach wie schwarz und ach wie häßlich —
Was hat doch alles Gott der Herr erschaffen!
Ich sag’ Dir gräßlich!
Frappant der Satanas! — Willst Du sie sehn?
Sophie.
Es kann ein andermal geschehn.
Madame Chlestow.
Und stell’ Dir vor, wie wilde Thiere
So führt man sie herum, um sie zu zeigen.
Man hat mir das erzählt, da ist so eine Stadt
In der Türkei, der Name klingt so eigen —
Und rath’ wer mir sie zum Präsent gemacht? — — Der Sagorétzki hat sie mir gebracht.
(Sagorétzki horcht auf und kommt näher.)