Verstand schafft Leiden, Schauspiel in vier Akten

Alexander Gribojedow · Kapitel 49 von 59

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Verstand schafft Leiden, Schauspiel in vier Akten

Elfte Scene.

Ich glaubt’ es wäre Sympathie,

Lebhafte Leidenschaft wär’ hier im Spiel,

Ach, nicht die Spur davon! Vielleicht

Hätt’ sie gezeigt

Das nämliche Gefühl

Wenn einer Katze, einem Hund’ von ungefähr

Man auf den Schwanz getreten wär’!

(Unterdessen ist die letzte Lampe erloschen.)

Sophie

(erscheint oben auf der Treppe mit einem Licht und beugt sich über das Geländer).

Moltschálin? Wie!

(Sieht Tschatzki, zieht sich schnell zurück.)

Tschatzki.

O Himmel — das war sie! —

Sie selbst! — Es kocht mein Blut,

Die Sinne schwanken wie in Fiebergluth.

War es ihr Geist? Verlor ich den Verstand?

Was geht hier vor?

Nein, keine Täuschung konnt’ das sein;

Es war ein Stelldichein.

Wozu mich länger selbst noch täuschen,

Sie rief Moltschálin ja,

Und hier — hier ist sein Zimmer! — da!

Tschatzki’s Diener (kommt eilig von draußen).

Der Wa— — —

Tschatzki.

St! Fort mit Dir!

(Diener ab.)

Ich bleibe, muß es sein, selbst bis zum Morgen hier; Soll ich den Kelch der Leiden trinken

So will ich’s lieber auf einmal,

Durch Zaudern, ach, entgeht man nicht der Qual. Man kommt! —

(Verbirgt sich hinter einem Pfeiler.)

 

Elfte Scene.

Tschatzki (verborgen). Lisette (mit einem Licht).