
Träume eines Geistersehers, erläutert durch Träume der Metaphysik
Das Schattenreich ist das Paradies der Phantasten, beginnt Kant seinen Vorbericht: Hier finden sie ein unbegrenztes Land, wo sie sich nach Belieben anbauen können, und hypochondrische Dünste, Ammenmärchen und Klosterwunder lassen es ihnen an Bauzeug nicht ermangeln, während die Philosophen den Grundriss zeichnen und ihn wieder ändern oder verwerfen, wie es ihre Gewohnheit ist. Nur das heilige Rom habe dort einträgliche Provinzen, denn die Schlüssel, welche die Pforten der anderen Welt auftun, öffnen zugleich die Kasten der gegenwärtigen. Kant fragt, warum die gemeinen Erzählungen von Geistererscheinungen, die so viel Glauben finden und doch so schlecht bestritten sind, ungenützt umherlaufen und sich selbst in die Lehrverfassungen einschleichen, obwohl ihnen das überzeugendste aller Argumente, der Beweis vom Vorteil, fehle, und welcher Philosoph nicht schon zwischen den Beteuerungen eines überzeugten Augenzeugen und der inneren Gegenwehr eines unüberwindlichen Zweifels die einfältigste Figur gemacht habe.






