
Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft
Im Jahre 1792 hatte Kant in der von J. E. Biester herausgegebenen Berlinischen Monatsschrift unter dem Titel Ueber das radikale Böse in der menschlichen Natur einen Aufsatz veröffentlicht, welcher der erste von einer geplanten Serie von vier Stücken sein sollte, schreibt der Herausgeber Karl Kehrbach im Vorwort dieser Ausgabe. Doch nur diesem ersten Aufsatz wurde von der damaligen Censurbehörde in Berlin das Imprimatur ertheilt, während dem zweiten Stück, Von dem Kampf des guten Princips mit dem bösen, um die Herrschaft über den Menschen, von derselben Censurbehörde die Druckfreiheit verweigert wurde. Da Kant keineswegs gewillt war, deshalb auf die Veröffentlichung zu verzichten, so beschloß er, das ganze Material in Buchform erscheinen zu lassen, nicht ohne es zuvor der theologischen Facultät der Universität Königsberg zur Prüfung vorzulegen, die nach seiner Meinung allein das Recht besaß, über das Imprimatur streng wissenschaftlicher Aufsätze aus dem Gebiet der Religion zu entscheiden. Diese Ausgabe druckt den Text der Ausgabe 1793 und vermerkt daneben alle Abweichungen der Ausgabe 1794.






