
West-östlicher Divan
Zwanzig Jahre ließ ich gehn und genoss, was mir beschieden, eine Reihe völlig schön wie die Zeit der Barmekiden, beginnt Goethes große Gedichtsammlung im ersten Buch, dem Buch des Sängers, mit dem Gedicht Hegire: Nord und West und Süd zersplittern, Throne bersten, Reiche zittern, dichtet er, flüchte du im reinen Osten Patriarchenluft zu kosten, unter Lieben, Trinken, Singen soll dich Chisers Quell verjüngen. Die Sammlung gliedert sich in zwölf Bücher, darunter das Buch Hafis, das Buch der Liebe, das Buch Suleika und das Schenkenbuch, und im Gedicht Segenspfänder beschreibt er, wie ein Talisman in Karneol den Gläubigen Glück und Wohl bringe und alles Übel forttreibe, während ein auf Papier geschriebenes Amulett zwar nicht dieselbe Beständigkeit habe, dafür aber vergönnt sei frommen Seelen, längre Verse hier zu wählen.






