Zur Psychopathologie des Alltagslebens
A. Vergessen von Eindrücken und Kenntnissen.
Unterlassungen. Das einförmige Ergebnis der ganzen Reihe von Beobachtungen
kann ich voranstellen: I n a l l e n F ä l l e n e r w i e s s i c h d a s
Ve r g e s s e n a l s b e g r ü n d e t d u r c h e i n U n l u s t m o t i v.
A. Vergessen von Eindrücken und Kenntnissen.
a. Im Sommer gab mir meine Frau einen an sich harmlosen Anlass zu heftigem
Ärger. Wir sassen an der Table d'hôte einem Herrn aus Wien gegenüber, den ich
kannte, und der sich wohl auch an mich zu erinnern wusste. Ich hatte aber meine
Gründe, die Bekanntschaft nicht zu erneuern. Meine Frau, die nur den
ansehnlichen Namen ihres Gegenüber gehört hatte, verriet zu sehr, dass sie
seinem Gespräch mit den Nachbarn zuhörte, denn sie wandte sich von Zeit zu
Zeit an mich mit Fragen, die den dort gesponnenen Faden aufnahmen. Ich wurde
ungeduldig und endlich gereizt. Wenige Wochen später führte ich bei einer
Verwandten Klage über dieses Verhalten meiner Frau. Ich war aber nicht
imstande, auch nur ein Wort der Unterhaltung jenes Herrn zu erinnern. Da ich
sonst eher nachtragend bin und keine Einzelheit eines Vorfalls, der mich geärgert
hat, vergessen kann, ist meine Amnesie in diesem Falle wohl durch Rücksichten
auf die Person der Ehefrau motiviert. Ähnlich erging es mir erst vor kurzem
wieder. Ich wollte mich gegen einen intim Bekannten über eine Äusserung
meiner Frau lustig machen, die erst vor wenigen Stunden gefallen war, fand
mich aber in diesem Vorsatz durch den bemerkenswerten Umstand gehindert,
dass ich die betreffende Äusserung spurlos vergessen hatte. Ich musste erst
meine Frau bitten, mich an dieselbe zu erinnern. Es ist leicht zu verstehen, dass
dies mein Vergessen analog zu fassen ist der typischen Urteilsstörung, welcher
wir unterliegen, wenn es sich um unsere nächsten Angehörigen handelt.
b. Ich hatte es übernommen, einer fremd in Wien angekommenen Dame eine
kleine eiserne Handkassette zur Aufbewahrung ihrer Dokumente und Gelder zu
besorgen. Als ich mich dazu erbot, schwebte mir mit ungewöhnlicher visueller
Lebhaftigkeit das Bild einer Auslage in der Inneren Stadt vor, in welcher ich
solche Kassen gesehen haben musste. Ich konnte mich zwar an den Namen der
Strasse nicht erinnern, fühlte mich aber sicher, dass ich den Laden auf einem
Spaziergang durch die Stadt auffinden werde, denn meine Erinnerung sagte mir,
dass ich unzählige Male an ihm vorübergegangen sei. Zu meinem Ärger gelang
es mir aber nicht, diese Auslage mit den Kassetten aufzufinden, obwohl ich die
Innere Stadt nach allen Richtungen durchstreifte. Es blieb mir nichts anderes
übrig, meinte ich, als mir aus einem Adressenkalender die Kassenfabrikanten herauszusuchen, um dann auf einem zweiten Rundgang die gesuchte Auslage zu
identifizieren. Es bedurfte aber nicht soviel; unter den im Kalender angezeigten
Adressen befand sich eine, die sich mir sofort als die vergessene enthüllte. Es
war richtig, dass ich ungezählte Male an dem Auslagefenster vorübergegangen
war; jedesmal nämlich, wenn ich die Familie M. besucht hatte, die seit langen
Jahren in dem nämlichen Hause wohnt. Seitdem dieser intime Verkehr einer
völligen Entfremdung gewichen war, pflegte ich, ohne mir von den Gründen
Rechenschaft zu geben, auch die Gegend und das Haus zu meiden. Auf jenem
Spaziergang durch die Stadt hatte ich, als ich die Kassetten in der Auslage
suchte, jede Strasse in der Umgebung begangen, dieser einen aber war ich, als ob
ein Verbot darauf läge, ausgewichen. Das Unlustmotiv, welches in diesem Fall
meine Unorientiertheit verschuldete, ist greifbar. Der Mechanismus des
Vergessens ist aber nicht mehr so einfach wie im vorigen Beispiel. Meine
Abneigung gilt natürlich nicht dem Kassenfabrikanten, sondern einem anderen,
von dem ich nichts wissen will, und überträgt sich von diesem anderen auf die
Gelegenheit, wo sie das Vergessen zustande bringt. Ganz ähnlich hatte im Falle
B u r c k h a r d der Groll gegen den einen den Schreibfehler im Namen
hervorgebracht, wo es sich um den anderen handelte. Was hier die
Namensgleichheit leistete, die Verknüpfung zwischen zwei im Wesen
verschiedenen Gedankenkreisen herzustellen, das konnte im Beispiel von dem
Auslagefenster die Kontiguität im Raum, die untrennbare Nachbarschaft
ersetzen. Übrigens war dieser letzte Fall fester gefügt; es fand sich noch eine
zweite inhaltliche Verknüpfung vor, denn unter den Gründen der Entfremdung
mit der im Hause wohnenden Familie hatte das Geld eine grosse Rolle gespielt.
c. Ich werde von dem Bureau B. & R. bestellt, einen ihrer Beamten ärztlich zu
besuchen. Auf dem Wege zu dessen Wohnung beschäftigt mich die Idee, ich
müsste schon wiederholt in dem Hause gewesen sein, in welchem sich die Firma
befindet. Es ist mir, als ob mir die Tafel derselben in einem niedrigen Stockwerk
aufgefallen wäre, während ich in einem höheren einen ärztlichen Besuch zu
machen hatte. Ich kann mich aber weder daran erinnern, welches dieses Haus ist,
noch wen ich dort besucht habe. Obwohl die ganze Angelegenheit gleichgiltig
und bedeutungslos ist, beschäftige ich mich doch mit ihr und erfahre endlich auf
dem gewöhnlichen Umwege, indem ich meine Einfälle dazu sammle, dass sich
einen Stock über den Lokalitäten der Firma B. & R. die Pension F i s c h e r
befindet, in welcher ich häufig Patienten besucht habe. Ich kenne jetzt auch das
Haus, welches die Bureaux und die Pension beherbergt. Rätselhaft ist mir noch,
welches Motiv bei diesem Vergessen im Spiele war. Ich finde nichts für die
Erinnerung Anstössiges an der Firma selbst oder an Pension Fischer oder an den Patienten, die dort wohnten. Ich vermute auch, dass es sich um nicht sehr
Peinliches handeln kann; sonst wäre es mir kaum gelungen, mich des
Vergessenen auf einem Umwege wieder zu bemächtigen, ohne äussere
Hilfsmittel wie im vorigen Beispiel heranzuziehen. Es fällt mir endlich ein, dass
mich eben vorhin, als ich den Weg zu dem neuen Patienten antrat, ein Herr auf
der Strasse gegrüsst hat, den ich Mühe hatte zu erkennen. Ich hatte diesen Mann
vor Monaten in einem anscheinend schweren Zustand gesehen und die Diagnose
der progressiven Paralyse über ihn verhängt, dann aber gehört, dass er hergestellt
sei, so dass mein Urteil unrichtig gewesen wäre. Wenn nicht etwa hier eine der
Remissionen vorliegt, die sich auch bei Dementia paralytica finden, so dass
meine Diagnose doch noch gerechtfertigt wäre! Von dieser Begegnung ging der
Einfluss aus, der mich an die Nachbarschaft der Bureaux von B. & R. vergessen
liess, und mein Interesse, die Lösung des Vergessenen zu finden, war von diesem
Fall strittiger Diagnostik her übertragen. Die assoziative Verknüpfung aber
wurde bei geringem inneren Zusammenhang – der wider Erwarten Genesene war
auch Beamter eines grossen Bureaus, welches mir Kranke zuzuweisen pflegte –
durch eine Namensgleichheit besorgt. Der Arzt, mit welchem gemeinsam ich
den fraglichen Paralytiker gesehen hatte, hiess auch F i s c h e r , wie die in dem
Haus befindliche, vom Vergessen betroffene Pension.
d. Ein Ding v e r l e g e n heisst ja nichts anderes als vergessen, wohin man es
gelegt hat, und wie die meisten mit Schriften und Büchern hantierenden
Personen bin ich auf meinem Schreibtisch wohl orientiert und weiss das
Gesuchte mit einem Griff hervorzuholen. Was anderen als Unordnung erscheint,
ist für mich historisch gewordene Ordnung. Warum habe ich aber unlängst einen
Bücherkatalog, der mir zugeschickt wurde, so verlegt, dass er unauffindbar
geblieben ist? Ich hatte doch die Absicht, ein Buch, das ich darin angezeigt fand,
»Über die Sprache«, zu bestellen, weil es von einem Autor herrührt, dessen
geistreich belebten Stil ich liebe, dessen Einsicht in der Psychologie und dessen
Kenntnisse in der Kulturhistorie ich zu schätzen weiss. Ich meine, gerade darum
habe ich den Katalog verlegt. Ich pflege nämlich Bücher dieses Autors zur
Aufklärung unter meinen Bekannten zu verleihen, und vor wenigen Tagen hat
mir jemand bei der Rückstellung gesagt: „Der Stil erinnert mich ganz an den
Ihrigen, und auch die Art zu denken ist dieselbe.“ Der Redner wusste nicht, an
was er mit dieser Bemerkung rührte. Vor Jahren, als ich noch jünger und
anschlussbedürftiger war, hat mir ungefähr das Nämliche ein älterer Kollege
gesagt, dem ich die Schriften eines bekannten medizinischen Autors angepriesen
hatte. „Ganz Ihr Stil und Ihre Art.“ So beeinflusst hatte ich diesem Autor einen
um näheren Verkehr werbenden Brief geschrieben, wurde aber durch eine kühle Antwort in meine Schranken zurückgewiesen. Vielleicht verbergen sich
ausserdem noch frühere abschreckende Erfahrungen hinter dieser letzten, denn
ich habe den verlegten Katalog nicht wiedergefunden und bin durch dieses
Vorzeichen wirklich abgehalten worden, das angezeigte Buch zu bestellen,
obwohl ein wirkliches Hindernis durch das Verschwinden des Kataloges nicht
geschaffen worden ist. Ich habe ja die Namen des Buches und des Autors im
Gedächtnis behalten.[14]
e. Im Sommer dieses Jahres erklärte ich einmal meinem Freunde Fl., mit dem ich
in regem Gedankenaustausch über wissenschaftliche Fragen stehe: Diese
neurotischen Probleme sind nur dann zu lösen, wenn wir uns ganz und voll auf
den Boden der Annahme einer ursprünglichen Bisexualität des Individuums
stellen. Ich erhielt zur Antwort: „Das habe ich Dir schon vor 2½ Jahren in Br.
gesagt, als wir jenen Abendspaziergang machten. Du wolltest damals nichts
davon hören.“ Es ist nun schmerzlich, so zum Aufgeben seiner Originalität
aufgefordert zu werden. Ich konnte mich an ein solches Gespräch und an diese
Eröffnung meines Freundes nicht erinnern. Einer von uns beiden musste sich da
täuschen; nach dem Prinzip der Frage c u i prodest? musste ich das sein. Ich
habe im Laufe der nächsten Wochen in der Tat alles so erinnert, wie mein Freund
es in mir erwecken wollte; ich weiss selbst, was ich damals zur Antwort gab:
Dabei halte ich noch nicht, ich will mich darauf nicht einlassen. Aber ich bin
seither um ein Stück toleranter geworden, wenn ich irgendwo in der
medizinischen Literatur auf eine der wenigen Ideen stosse, mit denen man
meinen Namen verknüpfen kann, und wenn ich dabei die Erwähnung meines
Namens vermisse.
Ausstellungen an seiner Ehefrau – Freundschaft, die ins Gegenteil umgeschlagen
hat – Irrtum in ärztlicher Diagnostik – Zurückweisung durch Gleichstrebende –
Entlehnung von Ideen; es ist wohl kaum zufällig, dass eine Anzahl von
Beispielen des Vergessens, die ohne Absicht gesammelt worden sind, zu ihrer
Auflösung des Eingehens auf so peinliche Themata bedürfen. Ich vermute
vielmehr, dass jeder Andere, der sein eigenes Vergessen einer Prüfung nach den
Motiven unterziehen will, eine ähnliche Musterkarte von Widerwärtigkeiten
aufzeichnen können wird. Die Neigung zum Vergessen des Unangenehmen
scheint mir ganz allgemein zu sein; die Fähigkeit dazu ist wohl bei
verschiedenen Personen verschieden gut ausgebildet. Manches A b l e u g n e n ,
das uns in der ärztlichen Tätigkeit begegnet, ist wahrscheinlich auf
Ve r g e s s e n zurückzuführen. Unsere Auffassung eines solchen Vergessens
beschränkt den Unterschied zwischen dem und jenem Benehmen allerdings auf rein psychologische Verhältnisse und gestattet uns, in beiden Reaktionsweisen
den Ausdruck desselben Motivs zu sehen. Von all den zahlreichen Beispielen der
Verleugnung unangenehmer Erinnerungen, die ich bei Angehörigen von
Kranken gesehen habe, ist mir eines als besonders seltsam im Gedächtnis
geblieben. Eine Mutter informierte mich über die Kinderjahre ihres
nervenkranken, in der Pubertät befindlichen Sohnes und erzählte dabei, dass er
wie seine Geschwister bis in späte Jahre an Bettnässen gelitten habe, was ja für
eine neurotische Krankengeschichte nicht bedeutungslos ist. Einige Wochen
später, als sie sich Auskunft über den Stand der Behandlung holen wollte, hatte
ich Anlass, sie auf die Zeichen konstitutioneller Krankheitsveranlagung bei dem
jungen Mann aufmerksam zu machen, und berief mich hierbei auf das
anamnestisch erhobene Bettnässen. Zu meinem Erstaunen bestritt sie die
Tatsache sowohl für dies als auch für die anderen Kinder, fragte mich, woher ich
das wissen könne, und hörte endlich von mir, dass sie selbst es mir vor kurzer
Zeit erzählt habe, was also von ihr vergessen worden war.[15]
Man findet also auch bei gesunden, nicht neurotischen Menschen reichlich
Anzeichen dafür, dass sich der Erinnerung an peinliche Eindrücke, der
Vorstellung peinlicher Gedanken, ein Widerstand entgegensetzt. Die volle
Bedeutung dieser Tatsache lässt sich aber erst ermessen, wenn man in die
Psychologie neurotischer Personen eingeht. Man ist genötigt, ein solches
e l e m e n t a r e s A b w e h r b e s t r e b e n gegen Vorstellungen, welche
Unlustempfindungen erwecken können, ein Bestreben, das sich nur dem
Fluchtreflex bei Schmerzreizen an die Seite stellen lässt, zu einem der
Hauptpfeiler des Mechanismus zu machen, welcher die hysterischen Symptome
trägt. Man möge gegen die Annahme einer solchen Abwehrtendenz nicht
einwenden, dass wir es im Gegenteil häufig genug unmöglich finden, peinliche
Erinnerungen, die uns verfolgen, los zu werden und peinliche Affektregungen
wie Reue, Gewissensvorwürfe zu verscheuchen. Es wird ja nicht behauptet, dass
diese Abwehrtendenz sich überall durchzusetzen vermag, dass sie nicht im Spiel
der psychischen Kräfte auf Faktoren stossen kann, welche zu anderen Zwecken
das Entgegengesetzte anstreben und ihr zum Trotz zustande bringen. A l s d a s
a r c h i t e k t o n i s c h e P r i n z i p d e s s e e l i s c h e n A p p a r a t e s
l ä s s t s i c h d i e S c h i c h t u n g , d e r A u f b a u a u s e i n a n d e r
ü b e r l a g e r n d e n I n s t a n z e n e r r a t e n, und es ist sehr wohl möglich,
dass dies Abwehrbestreben einer niedrigeren psychischen Instanz angehört, von
höheren Instanzen aber gehemmt wird. Es spricht jedenfalls für die Existenz und
Mächtigkeit dieser Tendenz zur Abwehr, wenn wir Vorgänge wie die in unseren
Beispielen von Vergessen auf sie zurückführen können. Wir sehen, dass manches um seiner selbst willen vergessen wird; wo dies nicht möglich ist, verschiebt die
Abwehrtendenz ihr Ziel und bringt wenigstens etwas anderes, minder
Bedeutsames, zum Vergessen, welches in assoziative Verknüpfung mit dem
eigentlich Anstössigen geraten ist.
Der hier entwickelte Gesichtspunkt, dass peinliche Erinnerungen mit besonderer
Leichtigkeit dem motivierten Vergessen verfallen, verdiente auf mehrere Gebiete
bezogen zu werden, in denen er heute noch keine oder eine zu geringe
Beachtung gefunden hat. So erscheint er mir noch immer nicht genügend scharf
betont bei der Würdigung von Zeugenaussagen vor Gericht,[16] wobei man
offenbar der unter Eidstellung des Zeugen einen allzu grossen purifizierenden
Einfluss auf dessen psychisches Kräftespiel zutraut. Dass man bei der
Entstehung der Traditionen und der Sagengeschichte eines Volkes einem solchen
Motiv, das dem Nationalgefühl Peinliche aus der Erinnerung auszumerzen,
Rechnung tragen muss, wird allgemein zugestanden. Vielleicht würde sich bei
genauerer Verfolgung eine vollständige Analogie herausstellen zwischen der Art,
wie Völkertraditionen und wie die Kindheitserinnerungen des einzelnen
Individuums gebildet werden.
Ganz ähnlich wie beim Namenvergessen kann auch beim Vergessen von
Eindrücken Fehlerinnern eintreten, das dort, wo es Glauben findet, als
Erinnerungstäuschung bezeichnet wird. Die Erinnerungstäuschung in
pathologischen Fällen – in der Paranoia spielt sie geradezu die Rolle eines
konstituierenden Momentes bei der Wahnbildung – hat eine ausgedehnte
Literatur wachgerufen, in welcher ich durchgängig den Hinweis auf eine
Motivierung derselben vermisse. Da auch dieses Thema der
Neurosenpsychologie angehört, entzieht es sich in unserm Zusammenhange der
Behandlung. Ich werde dafür ein sonderbares Beispiel einer eigenen
Erinnerungstäuschung mitteilen, bei dem die Motivierung durch unbewusstes
verdrängtes Material und die Art und Weise der Verknüpfung mit demselben
deutlich genug kenntlich werden.
Als ich die späteren Abschnitte meines Buches über Traumdeutung schrieb,
befand ich mich in einer Sommerfrische ohne Zugang zu Bibliotheken und
Nachschlagebüchern und war genötigt, mit Vorbehalt späterer Korrektur, allerlei
Beziehungen und Zitate aus dem Gedächtnis in das Manuskript einzutragen.
Beim Abschnitt über das Tagträumen fiel mir die ausgezeichnete Figur des
armen Buchhalters im » N a b a b « von A l p h . D a u d e t ein, mit welcher der
Dichter wahrscheinlich seine eigene Träumerei geschildert. Ich glaubte mich an
eine der Phantasien, die dieser Mann – Mr. Jocelyn nannte ich ihn – auf seinen Spaziergängen durch die Strassen von Paris ausbrütet, deutlich zu erinnern und