
Zur Psychopathologie des Alltagslebens
Zur Psychopathologie des Alltagslebens erschien 1904 bei S. Karger in Berlin als durchgesehener Abdruck aus der Monatsschrift für Psychiatrie und Neurologie und untersucht Vergessen, Versprechen, Vergreifen, Aberglaube und Irrtum als sinnvolle, psychoanalytisch deutbare Vorgänge. Im ersten Kapitel, Vergessen von Eigennamen, greift Freud einen eigenen, bereits 1898 unter dem Titel Zum psychischen Mechanismus der Vergesslichkeit veröffentlichten Aufsatz wieder auf und zeigt an einem Beispiel aus eigener Selbstbeobachtung, wie das zeitweilige Vergessen eines Namens weit über die gewöhnliche Erklärung durch Gedächtnisschwäche hinaus analysierbar ist. Aus diesen Beobachtungen entwickelt Freud in den folgenden Kapiteln seine Theorie der Fehlleistung, jenes scheinbar zufälligen Versprechers oder Irrtums, der in Wahrheit einen unterdrückten Wunsch oder Konflikt verrät, und schuf damit eines seiner meistgelesenen Werke.






