Briefe an Ludwig Tieck, Zweiter Band

Karl von Holtei · Kapitel 137 von 142

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Briefe an Ludwig Tieck, Zweiter Band

Kapitel II

Jedenfalls verdanken wir Ihnen schon, besonders über die Verknüpfung der Oper mit dem Nachspiel, sehr Vieles, wäre es auch nur die Warnung vor dem Unzulässigen. —

Es bleibt uns jetzt nichts übrig, als die günstigen Auspicien Apollo’s, dem das Haus, das wir einweihen sollen, gewidmet ist, auch für unser Werk anzuflehen; wir haben gewiß Viel gefehlt, Manches versäumt; jedoch wenigstens nach Kräften versucht, uns durch die Klippen der sehr schwierigen Verhältnisse zum Ziel zu kämpfen.

Möge dieses Bestreben uns auch Ihre Gunst und Nachsicht zuwenden, wenigstens das Wohlwollen nicht entziehen, was Sie uns bis dahin so gütig geschenkt haben.

Mit der Versicherung der aufrichtigsten Verehrung haben wir die Ehre uns zu nennen

Ihre ergebensten

Meyerbeer,

L. Rellstab.

 

II.

 

Sonnabend früh.

Hochverehrter Herr Hofrath!

 

Ich wähnte das hier mitfolgende Schreiben von mir an Sr. Majestät den König, dem Plane des Festspiel’s beigelegt zu haben, welches ich neulich die Ehre hatte Ihnen zu überreichen. Da dieses Schreiben die Gründe darlegt, welche mich bei der Wahl des Stoffes leiteten, so war es mein sehnlicher Wunsch, daß Sie hochverehrter Herr Hofrath die große Güte hätten, davon Kenntniß zu nehmen. Ich sehe so eben beim Ordnen einiger Papiere, daß dieses Schreiben bei mir liegen geblieben ist, und bin daher so frei, es Ihnen nachträglich mit der Bitte zu senden, einen Blick darauf zu werfen. Verzeihen Sie theurer hochverehrter Herr, Ihren Rath und Ihre Zeit so dreist in Anspruch zu nehmen. Aber Ihr wohlwollender liebenswürdiger Empfang giebt mir den Muth dazu.