
Die Gemälde
Treten Sie nur indes hier in den Bildersaal, sagte der Diener, indem er den jungen Eduard hereinließ, der alte Herr wird gleich zu Ihnen kommen, beginnt Tiecks Novelle: Mit schwerem Herzen ging der junge Mann durch die Türe und dachte bei sich, mit wie so andern Gefühlen schritt ich sonst mit meinem würdigen Vater durch diese Zimmer, das ist das erste Mal, dass ich mich zu dergleichen hergebe, und es soll auch das letzte sein. Wie man nur so unter leblosen Bildern ausdauern kann und einzig in ihnen und für sie da sein, setzt er seine stummen Betrachtungen fort, ist es nicht, als wenn diese Enthusiasten in einem verzauberten Reiche untergehen? Indem erhob er sein Auge und war fast geblendet oder erschrocken vor einem Gemälde, welches ohne den Schmuck eines Rahmens hing: ein blonder Mädchenkopf mit zierlich verwirrten Locken und mutwilligem Lächeln guckte herab, im leichten Nachtkleide, eine eben aufgeblühte Rose in den Fingern haltend.






