
Die Hochzeit des Mönchs
Es war in Verona, beginnt Meyers Novelle: Vor einem breiten Feuer, das einen weiträumigen Herd füllte, lagerte ein junges Hofgesinde um einen ebenso jugendlichen Herrscher und zwei blühende Frauen, den Gebieter Cangrande della Scala. Jetzt trat in diesen sinnlichen und mutwilligen Kreis ein gravitätischer Mann, dessen große Züge und lange Gewänder aus einer andern Welt zu sein schienen: Herr, ich komme, mich an deinem Herde zu wärmen, sprach der Fremdartige halb feierlich, halb geringschätzig. Setze dich neben mich, mein Dante, erwiderte Cangrande, aber wenn du dich gesellig wärmen willst, so blicke mir nicht nach deiner Gewohnheit stumm in die Flamme, hier wird erzählt, und die Hand, welche heute Terzinen geschmiedet hat, darf es heute nicht verweigern, das Spielzeug eines kurzweiligen Geschichtchens zwischen ihre Finger zu nehmen. So beginnt jene Rahmenhandlung, in der Dante Alighieri selbst am Hofe des Scaligers eine tragische Geschichte erzählt bekommt.






