
Hans Sachsens poetische Sendung
In seiner Werkstatt Sonntags früh steht unser treuer Meister hie, beginnt Goethes Gedicht über den Nürnberger Schuhmacherdichter Hans Sachs: Sein schmutzig Schurzfell abgelegt, einen sauberen Feierwams er trägt, lässt Pechdraht, Hammer und Kneipe rasten und ruht nun auch am siebten Tag von manchem Zug und manchem Schlag. Da tritt herein ein junges Weib, mit voller Brust und rundem Leib, das einen Maßstab in der Hand trägt und einen Kornährenkranz auf dem Haupt: Man nennt sie tätig Ehrbarkeit, sonst auch Großmut, Rechtfertigkeit. Ich hab dich auserlesen vor vielen in dem Weltwirrwesen, spricht sie zu Hans Sachs, dass du sollst haben klare Sinnen, nichts Ungeschicklichs magst beginnen, und die Welt soll vor dir stehen, wie Albrecht Dürer sie hat gesehen, ihr festes Leben und Männlichkeit, ihre innre Kraft und Ständigkeit.






