Zalakaros, Urlaub in Ungarn

Andyhank · Kapitel 20 von 29

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Zalakaros, Urlaub in Ungarn

Dotto

 

 

Der Dotto besteht aus zwei Anhängern und einem kraftstoffbetriebenen Fahrzeug, wobei der ganze Zug einem Eisenbahnzug nachempfunden wird und somit auch so aussieht. Die beiden Waggons konnten mit Plastfolien komplett versiegelt werden, etwa bei stürmischen, oder nassen Tagen. Ansonsten waren es offene Wagen, aus denen man bei einer beschaulichen Rundfahrt sich die Gegend betrachten konnte. Man konnte auch auf der Strecke an bestimmten Punkten aussteigen und mit dem gleichen Fahrbeleg mit dem nächsten Zug, der auch die gleiche Runde fuhr, wieder zurückfahren. Feine Sache, dachte ich, da musst du unbedingt mitfahren. Ich holte mir von der Hotelmanagerin einen Fahrplan und erfuhr, dass der Preis direkt beim Fahrer bezahlt wird. Forint hatte ich genug, ich hatte gleich am ersten Tag an der Rezeption 50 Euro umgetauscht. Der Kurs war 1 zu 289. Also ein Euro gleich 289 Forint. Es gab in der Umgebung auch Wechselstuben, wobei auch viele Geschäfte den Umtausch anboten, allerdings zu einem Kurs von 1 zu 290. Ob nun ein Euro mehr oder weniger, darauf kam es wohl nicht an, Hauptsache, es ging flott! Und sofort. Außerdem weiß man ja nicht, wie woanders grade der Kurs ist.

 

Ich ging also zur Haltestelle. Eigentlich hatte ich mich mit Omi verabredet, die auch mitfahren wollte, sie war aber zum angegebenen Zeitpunkt nicht am Treffpunkt, also zog ich ohne sie los, zumal sie ja noch Zeit hatte, nachzukommen. An der Haltestelle stand der Zug schon und ich zog eine Rundfahrkarte für, ich glaube es waren 700 Ft (Ft = Forint), also bei einem Umrechnungsfaktor von 1 zu 290 umgerechnet 2,40 Euro. Die Fahrt sollte etwa 55 Minuten gehen. Sie ging aber, da wir relativ rasch unterwegs waren, nur 35 Minuten. Ich weiß auch nicht, wo die 20 Minuten herkommen. Womöglich waren bei wärmeren Zeitabschnitten längere Aufenthalte eingeplant, die ja nun nicht stattfanden, zumal ein frischer Wind wehte und das Wetter nicht gerade warm war, eben gerade so erträglich. Es sollte an einem Weinrestaurant vorbeigehen, wo man Wein kosten konnte und an einem Punkt, von wo man aus zum Aussichtsturm laufen konnte. Dort stiegen auch vier Leute aus. Die Fahrgäste bestanden übrigens zufällig alle aus meiner Busgruppe. Was jetzt nicht heißt, es wären alle mitgefahren, nein, aber Ungarn, oder fremde Busgäste, oder fremde Urlauber, waren nicht dabei.

 

Wir fuhren also los und bestaunten die schönen Häuser und Gärten, von denen erstere meistens zum Vermieten und zum Kauf angeboten wurden. Irgendwie schien mir das ganze wie eine Werbefahrt zu sein, wo die Fahrer Geld von denen bekommen, die ihre Häuser zum Vermieten und Verkaufen angepriesen sehen wollten. Denn außer Häuser, die zum Verkauf und zum Vermieten angepriesen wurden, sahen wir fast nichts von dem Ursprung Ungarns und seiner Umgebung. Nur ein paar Bäume und ein paar Häuser, wo tatsächlich welche wohnten, wenn es denn die wirklichen Bewohner waren und keine Mieter der jeweiligen Häuser. Natürlich ist Zalakaros eine schöne Stadt, das muss mal gesagt werden, aber eben mehr Schein, als Sein. Obwohl der Vergleich auch nicht so stimmen mag – jedenfalls gefiel mir vieles von dem, was ich sah, mehr, als ich es von Deutschland bisher kannte.

An dem Weinrestaurant kamen wir übrigens nach 5 Minuten schon vorbei, aber das merkten wir nicht, erst später, als die Fahrt schon wieder längst Geschichte war. Den Pfad zum Aussichtsturm verließen wir auch bald darauf, sodass wir nach einer kurzen Dauer von eben 35 Minuten wieder am Ausgangspunkt standen und aussteigen durften. Was, schon zu Ende? Unsere Verblüffung muss gewaltig gewesen sein. Doch sagten wir davon nichts den anderen, die noch nicht mit dem Dotto gefahren waren. Die sollten sich mal selber wundern. Der Überraschungseffekt wäre dann ja nicht mehr derselbe wie vorher.