Zalakaros, Urlaub in Ungarn

Andyhank · Kapitel 5 von 29

PDF-Seiten

Zalakaros, Urlaub in Ungarn

Die Ticktack-Oma

 

Nach und nach stiegen die anderen Leute ein. Manche Gesichter schienen mir sympathisch, manche nicht so. Na, wir werden das Kind schon schaukeln (müssen). Dann stieg ein Opa ein, der sich neben die Frau der anderen Sitzreihe setzte. Dann kam SIE. Die Oma von der Warterei von vorher, die neben mir am Fenster platznehmen wollte. Ich musste also aufstehen, um sie durchzulassen. Dann erschien die Reiseleiterin und bemängelte, dass eigentlich der Opa neben mir sitzen müsste und die Oma auf der anderen Seite. Da aber Opa und ich keine Lust hatten, wieder aufstehen zu müssen, und Oma beteuerte, ihr würde das nichts ausmachen, zumal dann wenigstens jeweils ein Pärchen die Sitzdoppel bevölkern würde, ließen wir letztendlich alles so, wie der Stand der Dinge war. Wir lernten uns kennen. Das heißt, Oma erzählte und ich hörte zu:

Sie sei die Uroma ihrer Enkel, die aus dem Begriff „Ur“ ein „Uhr“ gemacht hätten, da ja beide Silben eine enorme Ähnlichkeit miteinander haben, wenn man Ur hört, das ja auch Uhr sein kann. Und wie Kinder nun mal sind, machten sie aus „Ur“ gleich „Uhr“, also ableitend davon: Ticktack. Somit wurde die Uroma, die auch eine Uhroma im Sprachgebrauch sein könnte, eine Ticktack-Oma. Und so wird sie noch heute von ihren Enkeln gerufen. Ich könne aber auch Margarete zu ihr sagen. So ein alter Name, meinte ich, den gibt es heutzutage ja gar nicht mehr. Ja, meinte sie daraufhin, als sie noch arbeiten ging, gab es in ihrer Arbeit sogar zwei Frauen mit diesem Namen. Sie und noch eine andere Kollegin. Sogar in der Schule waren es zwei. Nur jetzt, als Rentnerin, sei sie die einzigste mit diesem Namen. Nun, die Geschichte war mir sehr aufschlussreich, zeigte sie mir doch, wie Kindermund funktioniert und wie die Ticktack-Oma zu ihrem Namen kam. Trotzdem sagte ich nie Margarete zu ihr…