Fahr Rad!, Die Rückeroberung der Stadt

Annette Becker · Kapitel 2 von 16

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Fahr Rad!, Die Rückeroberung der Stadt

Fahr Rad! Die Rückeroberung der Stadt Eine Einführung

Fahr Rad!

 

Die Rückeroberung

 

der Stadt

 

Eine Einführung

 

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Die Qualitäten von öffentlichen Räumen, urbanen Kultur-

landschaften und von Architektur und Städtebau spielen für

die konkreten Lebensbedingungen der Stadtbewohner

eine zentrale Rolle. […] Deshalb muss das Zusammenwirken

von Architektur, Infrastruktur- und Stadtplanung mit dem

Ziel intensiviert werden, attraktive, nutzerorientierte öffentli-

che Räume mit hohem baukulturellem Niveau zu schaffen.

Baukultur ist in einem umfassenden Sinne zu verstehen, als

Gesamtheit aller die Qualität des Planens und Bauens

beeinflussenden kulturellen, öko no mischen, technischen,

sozialen und ökologischen Aspekte.

— Leipzig-Charta zur nachhaltigen euro päischen Stadt 2007 1

 

Radfahren leistet einen Beitrag zu lebenswerten Städten,

effizientem städtischem Nahverkehr, zur Vermin derung von

Verkehrsstau und Verkehrslärm, körperlichen Aktivitäten,

zur Straßensicherheit, sauberer Luft, zur Bekämpfung des

Klimawandels, zur Einsparung fossiler Brennstoffe und

zu einem nachhaltigen Tourismus.

— Charta von Brüssel 2009 zum Radverkehr in Europa 2

 

Um Stadtgrün mit seinen sozialen, kulturell-ästhetischen,

gesundheitlichen, ökologischen und ökonomischen

Funk tionen zu erhalten oder neu zu schaffen, bedarf es

integrierter und vernetzter Planungsprozesse.

— Weißbuch Stadtgrün 2017 3

 

Die drei Disziplinen Städtebau, Landschaftsarchi-nachhaltigen und sozialen Stadt auch über die Pla-

tektur und Verkehrsplanung widmen sich demsel-nungen für eine fahrradgerechte Stadt führen kann.

ben öffentlichen Raum, zumeist dem Stadtraum.

Sie stecken all ihr Wissen und ihre Kompetenz in AKTUELLE HERAUSFORDERUNGEN

dessen Entwicklung und Verbesserung, und doch IM URBANEN RAUM

könnte die Kooperation untereinander noch ver-Das Umweltbundesamt formuliert in seiner Publika-

bessert werden. Der Radverkehr spielt in allen drei tion „Die Stadt für Morgen – umweltschonend mo bil,

Bereichen mittlerweile eine zentrale, verbindende lärmarm, grün, kompakt, durchmischt“ 4 eine über-

Rolle; man könnte ihn auch als Seismograf der Ur-zeu gende Agenda für die zukünftige Stadt ent wick-

banität bezeichnen. lung. Allerdings ist die gegenwärtige Aus gangs lage

Das Deutsche Architekturmuseum würdigt noch immer geprägt vom Erbe der 1960er- und

mit seinem Projekt „Fahr Rad! Die Rückeroberung 1970er- Jahre, in denen das Leitbild der auto ge-

der Stadt“ das bisher Erreichte in der Zusammen-rechten Stadt galt – mit den bekannten restriktiven

arbeit dieser Disziplinen in herausragenden Bei-Folgen für alle übrigen Verkehrsteilnehmer. Erst im

spielen. Es zeigt, wie eine Stadtentwicklung aus-letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts entstanden

sehen muss, die in Zukunft noch mehr Menschen wieder Projekte zur Re-Urbanisierung und Re-Di-

auf das Rad lockt – und wirbt mit Projekten aus men sio nierung des Straßenraums zugunsten leben-

aller Welt für diese sanfte Rückeroberung der Stadt. diger Stadtquartiere. Die Diskussionen um Luft ver-

In den Fokus gerückt werden ausgewählte Städte schmut zung und Klimawandel sowie die unter

und Regionen wie Kopenhagen, New York, Karls-wachsenden Verkehrsströmen lei denden Innenstäd-

ruhe oder Oslo, die zeigen, wie der Weg zu einer te befördern das Umdenken wei ter. Die Themen

 

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Flächenverbrauch und Aufenthaltsqualitäten ste-zurückgeführt und die urbane Biodiversität we-

hen längst auf den Agenden der Kommunal politik, sent lich gesteigert werden. Solche Grünzüge sind

und Nutzungskonkurrenzen werden aufs Heftigs-in einem dichten Stadtgefüge hoch attraktiv. Sind

te ausgefochten. Da in Deutschland 37 Prozent der die beiden oben genannten Beispiele noch aus-

Siedlungs- und Verkehrsfläche dem Verkehr zuzu-schließlich Fußgängern vorbehalten, so gibt es doch

rechnen sind, 5 kann diese Fläche von einer kriti-in den letzten Jahren immer mehr Umnutzungen,

schen Betrachtung und Neubewertung nicht aus-die auch auf Fahrradfahrer zugeschnitten sind.

geschlossen bleiben. Der für die europäische Stadt Eine steigende Anzahl von Radfahrern führt

typische, beidseitig von Bebauung eingefasste Stra-dazu, dass Städte leiser und ihre Bewohner gesün-

ßenraum kann nicht ohne Weiteres verbreitert wer-der werden, und im besten Fall bei entsprechender

den. Wenn bessere Lebensbedingungen in den Infrastruktur auch dazu, dass Städte grüner werden

Städten geschaffen werden sollen, ist eine kluge und ihre stadträumliche Qualität steigt. In Rot ter-

und moderierte Neuverteilung des Raumes unab-dam beispielsweise deckt das Netz separater Rad-

dingbar. Für unterschiedlichste Geschwindigkei-wege fast das gesamte Straßennetz ab; Fahrräder

ten und Maßstäbe – von Kinderwagen und Rolla-und Autos werden gleichwertig behandelt.

toren bis zu Lieferverkehr und Lastkraftwagen – Ein Rad hat mit seiner Geschwindigkeit und

muss eine kom fortable Verkehrsfläche entstehen. Sitzhöhe das richtige Maß, um den Stadtraum be-

Dabei sollten Verkehrsaufkommen und Anteile an wusster zu erleben. Es sollte für alle Bevölkerungs-

der städtischen Verkehrsfläche in einem ausbalan-gruppen zu nutzen sein – für Kinder und alte Men-

cierten Verhältnis zueinander stehen. Die Frage schen, für sportliche und gemächliche Fahrer, für

„Wem gehört der öffentliche Raum?“ muss neu ge-den Transport zum Kindergarten genauso wie als

stellt und beantwortet werden. Lastenrad des Paketdienstes. Dazu braucht man

eine Wegestruktur, die sicheres, kom fortables und

GRÜN- UND FREIFLÄCHEN ZUR zügiges Radfahren ermöglicht und die nicht in Kon-

VERBESSERUNG DER STÄDTISCHEN flikt und in Konkurrenz zum Autoverkehr gerät.

LEBENSQUALITÄT

Um die Lebensqualität in kontinuierlich wachsen- EINE GEWANDELTE MOBILITÄT

den Städten zu erhalten und weiter zu verbessern, FÜR LEBENSWERTE STÄDTE

braucht es in einer zunehmend dicht bebauten und Wenn man Amsterdam und Kopenhagen heute als

intensiv genutzten Stadt mehr Platz auf Straßen Vorbilder für exzellente Fahrradinfrastruktur nennt,

und Plätzen, mehr Grün- und Freiflächen. Die Ver-so muss erwähnt werden, dass sie auf eine längere

kehrsplanung ist dabei immer mit der Stadt- und Tradition in der Nutzung dieses Verkehrsmittels

Landschaftsplanung verbunden, und alle Beteilig-zurückblicken und fortwährend an der Wei ter ent-

ten bedingen sich wechselseitig. Städtebauliche wicklung der Infrastruktur gearbeitet haben. Den-

Projekte enthalten dabei die Chance, Freiraum noch gibt es auch in diesen Städten kontroverse

strategisch zu denken. So vermögen neue inner-Diskussionen zur Flächenverteilung. Es bedarf also

städtische Grünräume Verknüpfungen in die urbane in jedem Fall einer politischen Auseinandersetzung

Peripherie oder in den Landschaftsraum herzustel-um die Zukunft des Stadtbildes. Der Rotterdamer

len. Darin drückt sich auch ein verändertes Nut-Stadtplaner Kees Christiaanse schlägt Straßenmo-

zungsverhalten aus. Waren Grünflächen früher im delle als „evolutionäre Rahmen“ vor, die einem sich

Wesentlichen Anlagen zum Promenieren, so müs-ändernden Bedarf, neuen Technologien und Ge-

sen heute ganz andere Ansprüche erfüllt werden, setzgebungen angepasst werden können.

etwa hinsichtlich Erholung, der Stadterschließung, Die Verkehrsinfrastruktur und damit die Städte

sportlicher Aktivitäten, Klima schutz und Biodiver-müssen jetzt für den Rad-, Fuß- und öffentlichen

sität – um nur einige zu nennen. Verkehr ertüchtigt werden. Dies beinhaltet auch

Jeder Stadtbezirk sollte Zugang zu einem öf-das Angebot neuer Mobilitätsdienstleistungen wie

fentlichen Grünraum haben. Diese Forderung hat zum Beispiel Car- oder Bikesharing. Die „multimo-

schon der Berliner Stadtplaner Martin Wagner vor dale Mobilität“, das heißt die Nutzung des jeweils

über hundert Jahren aufgestellt. 6 Um dies zu er-passendsten Verkehrsmittels beziehungsweise die

reichen, wurden auch ungewöhnliche Wege einge-Kombination unterschiedlicher Verkehrsmittel für

schlagen, wie etwa die Umgestaltung ehemaliger einen Weg, ist komplex und will organisiert sein.

Bahnanlagen. Prominente Beispiele dafür sind die Die dafür notwendige städtebauliche Gestaltung

Promenade plantée in Paris (1991) und die High und architektonische Umsetzung ist eine Heraus-

Line in New York (2009/2014). In beiden Fällen forderung für Architektur, Städtebau und Land-

konnten Verkehrsflächen in die öffentliche Nutzung schaftsplanung.

 

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1

 

2

 

1 Frankfurt am Main, nördliches Mainufer,

70er-Jahre

2 Frankfurt am Main, nördliches Mainufer,

nach der Umgestaltung 2006

 

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In bislang durch Autoverkehr geprägten Städ- In Groningen ist das Rad ein besonders be-

ten werden sich eingeübte Mobilitätsmuster ver-liebtes Verkehrsmittel. Die Stadt hatte bereits 1977

schieben, und dem Fahrrad wird ein größerer Raum einen radikalen Plan zur Verkehrswende in der

gewährt werden. Pilotprojekte oder temporäre Stre-Innenstadt zu Gunsten von Fußgängern, Radfah-

cken haben sich als hilfreich erwiesen, um diese rern und öffentlichen Verkehrsmitteln eingeführt.

neuen Wege zu etablieren. Spektakuläres Beispiel Eine junge Bevölkerung und kurze Distanzen ver-

ist die Sperrung des Seine-Ufers in Paris für den halfen diesem Projekt zum Erfolg.

Autoverkehr, die erstmals 2016 realisiert wurde. New York City wollte seine wertvollen öffent-

Der Gebrauchswert der gebauten Anlagen und das lichen Flächen einem raschen Wandel unterziehen.

Vergnügen der Fahrt durch die Stadt dienen als Es hat daher mit den vorhandenen und kostengüns-

überzeugende Argumente für sol che Projekte. Über-tigen Mitteln seines Straßenverkehrsamts – Farbe

haupt ist die Erlebnisqualität ein wichtiges Moment. und Pflanzkübeln, Schildern und Anzeigen – einen

Die sanften Kurven der Rad brücke Cykelslangen in grundsätzlich anderen Umgang mit seinen Straßen

Kopenhagen sind dafür ein beredtes Beispiel und begonnen. Geleitet von der Erkenntnis, dass die

Sinnbild für Fahrspaß – gleichzeitig verkörpern sie Menschen nichts an ihrer Fortbewegungsweise

klimatologische und städtebauliche Vernunft. ändern, solange sie keine sichere Alternative sehen,

Der Schlüssel liegt also in der Gestaltung und wurden separierte Radwege eingerichtet, die als

dem Ausbau einer guten Radverkehrsinfrastruktur; beruhigte Zonen allen Menschen in der Stadt zu-

sie üben einen wichtigen Einfluss auf den Umfang gutekamen. Das Erlebnis dieser neuen Stadt räume

der Fahrradnutzung aus. führte zu ihrer Akzeptanz durch die Einwohner

und ihrer weiteren Verbreitung.

VON STÄDTEN UND REGIONEN LERNEN Portland, Oregon, praktiziert eine zunehmen-

Sieben Städte und Regionen haben die Kuratoren de Trennung von Fahrradverkehr und Autoverkehr.

und der Beirat als Schwerpunkte ausgewählt und Mehrmals im Jahr werden Straßen ausschließlich

näher beleuchtet. Sie reichen von der Metropole für Fußgänger und Radfahrer reserviert. Bemer-

New York mit 8,5 Millionen Einwohnern bis zur kenswert ist auch die Verkehrsberuhigung in gan-

niederländischen Stadt Groningen mit 200.700 Ein-zen Vierteln rund um Schulgebäude. Dort ist das

wohnern. Sie alle setzen bei ihrer Entwicklung Laufen und Radfahren sicher und damit attraktiv

unter schiedliche Schwerpunkte und können wert-für Radfahrer und Fußgänger aller Altersklassen.

volle Erfahrungen vermitteln. Sie stehen darüber Das Ruhrgebiet bezieht Grünflächen entlang

hinaus für ausgewiesene Referenzprojekte mit welt-von Wasserläufen und auf ehemaligen Bahntras-

weitem Vorbildcharakter. sen bevorzugt in sein (Rad-)Wegenetz ein. Es zeigt

Barcelona (1,6 Mio. Einwohner) hat sich die beeindruckende Ergebnisse der Zusammenarbeit

Aufgabe gestellt, die städtischen Grünflächen um der Disziplinen Städtebau, Landschaftsarchitektur

einen Quadratmeter pro Einwohner zu erweitern und Verkehrsplanung – indem es Stadtzentren,

und den gesamten motorisierten Straßenverkehr Grün flächen und Wohnquartiere in besonderer

um 21 Prozent zu reduzieren, gleichzeitig den Fuß- stadt räumlicher Qualität zusammenfügt und so den

gänger- und Radfahrerverkehr sowie den öffentli-Strukturwandel positiv gestaltet.

chen Nahverkehr zu erhöhen. Nur so sehen die In Kopenhagen wurde schon vor über zehn

Verantwortlichen eine Chance, die Luftverschmut-Jahren erkannt, wie wichtig Transportsysteme für

zung, den Verkehrslärm sowie die Unfallquote zu die Entwicklung einer Stadt sind. Daneben stand

reduzieren, gleichzeitig fehlende Grünflächen be-die Erkenntnis, dass mehr Radfahrer den übrigen

reitzustellen und damit die Wohn- und Lebensbe-Verkehr deutlich zu entlasten vermögen. Es wur-

dingungen im dichten Stadtgebiet zu verbessern. den daher Nachhaltigkeitsstrategien für den städ-

Karlsruhe wurde bereits 1987 als Landessie-tischen Raum entwickelt, die konsequent umgesetzt

ger des Wettbewerbs „Mit dem Fahrrad in der Stadt“ werden konnten.

ausgezeichnet und hat 2016 ein neues räumliches Bedingt durch die schlechten Luftwerte hat

Leitbild verabschiedet. Mit Infrastrukturmaßnah-sich Oslo zu einer Verdoppelung des gegenwärti-

men und der frühzeitigen Einbeziehung der Ein-gen Radverkehrsanteils bis 2025 verpflichtet. Dies

wohner soll ein verändertes Mobilitätsverhalten soll durch eine gute und vor allem sichere Radwege-

erreicht werden. Bequeme Erreichbarkeit, bevor-infrastruktur erreicht werden. Denn mangelndes

zugt zu Fuß oder mit dem Rad, und die Vernetzung Sicherheitsempfinden ist es vor allem, das vom Rad-

unterschiedlicher Verkehrsmittel sind angestrebt. fahren abhält. Spektakuläres Ergebnis dieser Maß-

Sie sollen Lebensqualität und gut funktionierende nahmen wird das völlig verkehrsberuhigte, rund

Quartiere erzeugen. zwei Quadratkilometer große Zentrum der Stadt

 

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3

 

4

 

3 Paris, Vélib’, Fahrradverleihstation

4 Bremen, Humboldtstraße, seit 2014 Fahrrad-

straße mit breiten Gehwegen

 

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5 Münster, Promenadenring: Entstanden im

18. Jahrhundert auf der zuvor geschleiften Stadt-

mauer, bildet er einen geschlossenen von

Bäumen gesäumten grünen Ring rund um die

Altstadt. Die Promenade ist nur für Rad fahrer

und Fußgänger freigegeben.

 

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sein. Dort wurden im Sommer 2017 erste große sind, möglich wird. Es gilt, dies in Einklang zu brin-

Autoparkplätze entfernt. Oslo vollzieht damit eine gen mit Grünräumen und einer Architektur, die sich

notwendige Aktualisierung der norwegischen Pla-zu städtebaulichen Ensembles zusammenfügt. Die-

nungsvorschriften für sichere Stra ßen und Wege-ses Projekt des Deutschen Architekturmuseums

gestaltung, die aus der Mitte des 20. Jahrhunderts möchte den Anstoß dazu geben und seine Leser mit

stammen und unter ganz anderen Voraussetzun-auf die Reise nehmen.

gen entstanden sind. Das Deutsche Architekturmuseum (DAM)

Darüber hinaus zeigen 25 unterschiedliche wur de bei diesem Vorhaben vom Bundesministeri-

Projekte den Umgang mit speziellen Bauaufgaben. um für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)

Diese umfassen aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radver-

• Fußgänger- und Fahrradbrücken als kehrsplans 2020 wesentlich gefördert und unter-

wichtige innerstädtische Verbindungs- stützt. Ebenso erfuhr es eine großzügige Förderung

glieder; durch die Gesellschaft der Freunde des DAM. Es

• Radwege, die als Passage gestaltet sind bedankt sich beim Umweltbundesamt (UBA) für die

oder als Netz von Radschnellwegen eine NRVP-Projektbegleitung sowie bei der Bundesstif-

Stadt erschließen, die alte Bahntrassen tung Baukultur für ihre Kooperation.

revitalisieren und oft in Kombination mit Das Deutsche Architekturmuseum dankt sei-

einer integrierten Grünplanung reali- nen Autoren und Beiräten, ohne deren Rat dieses

siert wurden; Buch- und Ausstellungsprojekt nicht zu realisieren

• überzeugende Fahrradparkanlagen wie gewesen wäre: Ludger Koopmann (Stellvertretender

diejenige am Bahnhof Utrecht für bis Bundesvorsitzender Allgemeiner Deutscher Fahr rad

zu 13.500 Räder, die als wichtige Mass- Club e. V., ADFC), Till Rehwaldt (Präsident des Bun-

nahme dazu beitragen, das Fahrrad an des Deutscher Landschaftsarchitekten, BDLA), Ul-

Knotenpunk ten der Stadt sicher abstellen rike Reutter (Bergische Universität Wuppertal, Fa-

zu können; kultät für Architektur und Bauingenieurwesen, Lehr-

• Wohn- und Bürokomplexe in Malmö und und Forschungsgebiet Öffentliche Verkehrssysteme

London mit überbauten Fuß- und Rad- und Mobilitätsmanagement), Steffen de Rudder

wegen, Servicestationen sowie Fahrrad- (Bau haus-Universität Weimar, Fakultät Archi tektur

stellplätzen direkt vor der Wohnungs- und Urbanistik, Schwerpunkt der Forschung: Unter-

beziehungsweise Bürotür oder komplexe suchung neuer Mobilitätskon zepte im Kontext von

Hybride aus Brücke, Park und Schule wie Stadtraum und Leitbilddiskussion) und Thomas Weh-

an der Dafne Schippers Brücke in Utrecht; meier (Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raum -

• Quartiere und Grünanlagen, die unter forschung, BBSR, im Bundesamt für Bauwesen und

anderem der Verlagerung von motorisier- Raumordnung, BBR). Sie alle haben aus ihren un-

ter Infrastruktur oder der Funktion des terschiedlichen Disziplinen her aus dieses Vorhaben

urbanen Hochwasserschutzes dienen. wesentlich beraten und wohl wollend begleitet.

Innen stadt und Peripherie werden durch — Annette Becker, Stefanie Lampe, Lessano Negussie

bestehende und neu gewonnene Frei- und Peter Cachola Schmal

flächen verbunden. So entstehen Quartiere

mit integrierten Verkehrskonzepten, ANMERKUNGEN

kurzen Wegeverbindungen, Radwegenetz 1 Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und

und Straßen ohne Durchgangsverkehr. Reaktorsicherheit: LEIPZIG CHARTA zur nachhaltigen

europäischen Stadt. Berlin, 2007, S. 3, www.bmub.bund.

 

Angesichts der zunehmenden Verdichtung der städ- de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Nationale_

Stadtentwicklung/leipzig_charta_de_bf.pdf, aufgerufen

t ischen Ballungsräume wird eine Vielzahl von Maß- am 12.01.2018.

nahmen ergriffen werden müssen, um die bestehen- 2 European Cyclists Federation: Velo-City 2009, Charter

de Lebensqualität zu erhalten und zu verbessern. of Brussels, ecf.com/sites/ecf.com/files/Charter_of_

Brussels.pdf, aufgerufen am 4.1.2018.

Ein Ausbau des bestehenden öffentlichen Nahver- 3 Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und

kehrs (ÖPNV), Geschwindig keitsbe gren zun gen, Car- Reaktorsicherheit (Hg.): Weißbuch Stadtgrün. Grün in der

sharing und die Reduktion der Pkw-Nutzung in In- Stadt — Für eine lebenswerte Zukunft. Berlin, 2017, S. 9.

4 Umweltbundesamt, Abteilung I 3 „Lärm und räumliche

nenstädten gehören dazu. Es gilt, den Straßenraum Entwicklung“ (Hg.): Die Stadt für Morgen. Umweltschonend

und damit den öffentlichen Raum zur Nutzung für mobil — lärmarm — grün — kompakt — durchmischt.

Jedermann neu zu ordnen und seine Flächen so zu Berlin, 2017.

5 https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/

verteilen, dass eine bequeme, sichere und ausgewo- medien/384/bilder/dateien/2_tab_suv_2017-4-07.

gene Mobilität für alle Menschen, die unterwegs pdf, aufgerufen am 4.1.2018.

6 Wagner, Martin: Das sanitäre Grün der Städte. Ein Beitrag

zur Freiflächentheorie. Diss., Berlin 1915.

 

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