Unter Palmen und Buchen: Zweiter Band
Sechstes Capitel. Der Succurs.
ausliefern, um den S t a a t für etwaige entstehende Unkosten zu decken.«
»Ich verstehe,« sagte die Señora kalt. — »Sie haben volle Freiheit hier, Señor
—«
»Wo ist der Mulatte, der da noch eben in der Thüre stand?«
»Haben Sie Auftrag, auch i h n wegen Hochverrathes zu verhaften?« fragte die
junge Frau mit einem bitteren Lächeln.
Fosca schritt rasch der kleinen Hinterthüre zu, aber der Mulatte war
verschwunden und über die schwanken Bambusstäbe, die da draußen die Brücke
zu dem Hintergebäude bildeten, wagte er nicht, ihm zu folgen. Ohne Weiteres
machte er sich dagegen über die wenigen Schränke her. Von dem Bette riß er ein
Tuch herunter und breitete es auf den Boden, dann warf er darauf, was ihn des
Mitnehmens werth dünkte, band es zusammen und gab es einem der Soldaten
zum Tragen. Aber er schien noch nicht befriedigt, denn er hatte bis jetzt kein
baares Geld gefunden und wandte sich deshalb an die Frau.
»Nehmen Sie, was Sie finden,« sagte diese verächtlich, »und verlangen Sie nur
nicht, daß ich Ihnen suchen helfe. — Ich wüßte übrigens nicht, daß der Staat
seine Beamten zum P l ü n d e r n in die Häuser schickt.«
Fosca durchwühlte noch eine Zeitlang alle Fächer, aber die Zeit mochte ihm
selber dabei zu lang währen. Vor Allem mußte er seine Gefangenen an Bord und
in Sicherheit schaffen — nachher konnte er ja noch immer hierher zurückkehren.
Indessen beorderte er zwei von den Soldaten, auf Wacht zu bleiben und
Niemanden hinauf zu lassen. Zwei Andere trugen indessen den Gefangenen zur
Treppe, wo andere standen, sie zu unterstützen. Aber Ramos richtete sich hier
auf und stieg selber die Stufen hinab. Widersetzlichkeit hätte auch nichts
geholfen und ihn selber nur den Mißhandlungen der Buben ausgesetzt.
Vor dem Hause hatten sich indeß eine Menge von Menschen versammelt, und
untereinander flüsterten die Leute und bedauerten die arme Frau und das Kind,
aber Niemand wagte ihnen thätlich beizustehen. Wer konnte auch wissen,
welches furchtbare Verbrechen die Beiden begangen hatten!
S e c h s t e s C a p i t e l .
Der Succurs.
»Hallo, Renard! Noch dunkel hier?« riefen die erst Eintretenden den Franzosen an. — »Was, zum Teufel! treibt Ihr? Ist das Oel ausgegangen?«
»Einen Augenblick, Señores, einen Moment nur!« rief Renard, geschäftig um
seinen Ladentisch herumeilend, um Licht zu machen, denn die eine düster
brennende Lampe erhellte den Raum nicht zum dritten Theil. »Bin ja selber erst
jetzt nach Hause gekommen. Alle Wetter! An solchen Tagen kann man doch
nicht daheim sitzen und die Welt eben treiben lassen was sie will.«
»Unseren Alkalden begreife ich nicht, daß er diesen — Señor hier nach
Herzenslust wirthschaften läßt,« riefen die Vordersten, als sie von der Frontthüre
aus das Haus betraten. — »Es ist schändlich, die arme Frau so zu behandeln.
D i e hat doch wahrhaftig keinen Hochverrath begangen.«
»Q u i e n s a b e , c o m p a ñ e r o « sagte ein Anderer. »Es passiren wunderliche Dinge in
der Welt, und was hätten wir machen wollen? Uns der neuen Regierung
widersetzen? — Eine hübsche Bande von Soldaten haben sie mitgebracht und
was für ein Gewissen hätten sich d i e Kerle daraus gemacht, unter uns hinein zu
schießen. Renard, ein Glas von Eurem besten Cognac. Mir ist die Geschichte in
den Magen gefahren, und ich muß sie hinunterspühlen.«
»Was ist denn vorgefallen, Señores?« fragte Renard neugierig gemacht, indem er
die beiden Oellampen rasch angezündet hatte und die Cognacflasche mit Gläsern
auf den Ladentisch stellte.
»Ach was? Nichts!« sagte der Postmeister, der von der andern Seite kam. —
»Mir auch die Flasche! Nichts, als daß sie diesen Señor Ramos endlich abgefaßt
haben und ihn nun mit nach Buenaventura nehmen. Ich habe dem Burschen nie
getraut, denn er that immer viel zu geheimnißvoll und wollte mit Keinem von
uns Umgang haben.«
»Aber was hat die Frau damit zu thun, Don Gaspar?« redete ein anderer den
Postmeister an. »Die und das arme Kind auf ihren schmierigen Schooner und
zwischen all' das Gesindel zu schleppen, ist doch mehr als grausam und der
Präsident weiß sicher nichts davon.«
»Was geht's uns an? Das ist i h r e Sache!« brummte der noch vor wenigen
Stunden so wüthende Nationalitätsvertheidiger. — »W i r haben genug mit
unseren eigenen Angelegenheiten zu thun.«
»Hülfe, Señores! Hülfe um des Himmels Erbarmen Willen!« rief ein junger
Mulattenbursche, der in die Thüre gestürzt kam und sich verstört in dem Raume
umsah. — »Meinen armen Herrn, meine arme Señora und das kleine liebe Kind
haben sie fortgeschleppt und wollen sie in's Gefängniß stecken! O, helfen Sie,
helfen Sie! Señor Ramos so ein guter, braver Mann — so eine gute, brave und
schöne Dame! Es ist ja schrecklich!«
»Ach was! Mache daß Du fortkommst, Braunfell!« schrie ihn der Postmeister an, der übrigens nicht v i e l lichter war wie Jener selber. »Wenn Deine
Herrschaft nichts verbrochen hat, wird ihr auch nichts geschehen, und h a t sie
sich etwas eingebrockt, nun gut, dann bekommt sie jetzt Gelegenheit es
auszuessen.«
»Es ist eigentlich eine wunderbare Geschichte, Don Gaspar,« sagte ein Mann,
der einen kleinen Schooner hatte und mit diesem gewöhnlich Fahrten zwischen
der Insel und den übrigen Küstenstrichen machte, »daß man den Ramos
einsteckt, der beim Ansegeln der Fahrzeuge ruhig in seinem Hause saß, und
E u c h frei laufen ließ, der Ihr die Mannschaft nicht allein gegen den Usurpator
— wie Ihr ihn nanntet — aufgeboten, nein, sogar Eure furchtbare Kanone auf
die F e i n d e abgefeuert habt und jetzt seid Ihr auf einmal ein Herz und eine
Seele mit der Gesellschaft —«
»Kümmert Euch um Euch selber!« rief Don Gaspar, dem das Gespräch nicht
angenehm zu sein schien. — »So lange wir noch nicht wußten, daß wir es mit
einer rechtmäßigen Regierung zu thun hatten, waren es unsere Feinde, und ich
glaube, ich habe bewiesen, daß ich mein Leben und Blut für mein Vaterland
wagen kann. Wie aber die Sache jetzt steht, mit einem wirklichen Regierungs-
Commissair an Bord, der ordentliche Vollmacht vom Präsidenten hat —«
»Die aber noch Keiner von uns zu sehen bekommen,« unterbrach ihn der Andere
wieder.
»Er braucht sie auch nicht J e d e m unter die Nase zu reiben!« rief der kleine
Mann ärgerlich, »und wir sollten froh sein, daß wir endlich geregelte
Verhältnisse bekommen, denn diese ewigen Revolutionen bringen uns nur hier
Gefahr und können uns nie etwas nützen.«
»Schöne geregelte Verhältnisse das,« sagte der Erste wieder, »wenn man
friedliche Familien Nachts aus ihren Häusern holt und auf das erste beste Schiff
schleppt!«
»Verbrecher müssen auch wie Verbrecher behandelt werden,« rief Don Gaspar,
sein ausgetrunkenes Glas auf den Tisch stoßend. »Ehrliche Leute haben sich
weder davor zu fürchten, noch sich darum zu kümmern.« Und seinen Hut auf
das eine Ohr schiebend verließ er rasch das Haus.
»E h r l i c h e Leute!« lachte der Schoonermann hinter ihm her. — »Prachtvolle
ehrliche Leute, die, alle Beide! — Weil der eine Lump Steuerdefraudationen
begangen hat, mußte er bei Nacht und Nebel fort von hier, und weil er den
Anderen nicht verrathen, muß der jetzt durch Dick und Dünn mit ihm, wenn er
sich nicht selber an den Pranger stellen will.«
»O h p o r a m o r d e D i o s , helft meiner armen Herrschaft!« bat der Mulatte noch
einmal. — »Hat mein armer Herr jemals einen Menschen gekränkt? — Hat die gute liebe Dame nicht vielen, vielen Armen Wohlthaten erzeigt, und war sie
nicht immer l i e b und freundlich gegen Jeden, Jeden?«
»Ja, mein braver Bursche,« sagte der Schoonermann, »das ist Alles recht schön
und gut, aber so viel ich weiß, haben sie sie schon an Bord des Schiffes und was
können w i r da machen?«
»Ach nein, Señor,« rief der Mulatte rasch, — »das Boot war abgefahren —
Señor Fosca konnte nicht fort — er war sehr böse und hat sie jetzt so lange unter
das Haus des Alkalden gethan — einen Platz, wo sich sonst die Kühe und
Schweine aufhalten. — Meine arme, arme Señora!«
Stimmen wurden laut draußen und sechs oder acht der Schiffssoldaten drangen
in den Raum.
»Hallo, Señores!« sagte Monsieur Renard. — »Was wünschen Sie? Auf der Jagd
nach Hochverräthern, wie?«
»Ein Officier ist von unserem Schiff entflohen,« sagte der Eine der Leute barsch,
»ein Franzose, einer von Euren Landsleuten und wir sollen hier nachsuchen, ob
er sich nicht in Eurer Wohnung aufhält. Ist er da, so gebt ihn heraus, denn er
kann nicht fort. Unsere beiden Boote kreuzen an der anderen Seite und wir
müssen ihn wieder haben. Almirante hat 50 Dollar geboten, wer ihn
wiederbringt.«
»P e s t e !« murmelte Monsieur Renard leise zwischen den Zähnen, während die
übrigen Gäste den Laden verließen, um mit dem braunen wilden Volk in keine
Berührung zu kommen. — »Aber, Señores, hier ist er nicht, so viel sehen Sie, er
müßte sich denn während meiner Abwesenheit o b e n versteckt haben. Bitte,
gehen Sie hinauf und durchsuchen Sie das ganze Haus. Ich würde nie einen
Deserteur beherbergen.«
»O du lieber Himmel!« stöhnte der arme Mulatte und stützte sich mit dem
Ellenbogen an das nämliche Faß, in dem Baptiste versteckt lag, »wer wird
meiner armen Herrschaft helfen?«
»Kommen Sie nur, Señores,« sagte Renard, dem jetzt nur daran lag, die Leute
aus dem Laden zu bringen, weil er sich ziemlich sicher wußte, daß sein
Landsmann die ihm vergönnte Zeit zur Flucht benutzen würde. Die Soldaten, in
der Hoffnung, den Entsprungenen zu finden, folgten ihm auch rasch; kaum
hatten sie aber den unteren Raum verlassen, als Antonio, wie von einer Schlange
gestochen, zurückschrak, denn aus dem Fasse heraus ergriff eine Hand seinen
Arm — aber eine Stimme flüsterte gleich darauf:
»I c h helfe Dir, Camerad! Komm!« Mit e i n e m Satze war der Franzose aus
seinem Verstecke heraus, ergriff das Ruder, nahm, ohne besonders wählerisch zu
sein, noch ein anderes von den dort lehnenden, das er dem Mulatten in die Hand
drückte und zog den armen Teufel, der gar nicht wußte, was er von dem Allem
denken sollte, mit sich und durch die Hinterthüre in's Freie hinaus.
Er bedurfte keiner langen Zeit, um sich mit dem Mulatten zu verständigen.
»Kennst Du mich nicht mehr, Tonio?«
»No, Señor! — Es ist dunkel —«
»Hast Du Baptiste vergessen?«
»O Señor Batista — unsere arme Señora —«
»Komm, mein Bursche! So lange Leben da ist, so lange ist Hoffnung, und wenn
wir nicht zu helfen vermögen, so können wir dem schurkischen Fosca
wenigstens ein Messer in den Giftbalg rennen. Ich bin heute Abend gerade bei
Laune. Hast Du ein Canoe?«
»Ein gutes, großes Canoe — läuft wie der Wind.«
»Können wir damit in See gehen?«
»In See? — Ich weiß nicht — große Wellen in See.«
»Bah! Besser ersoffen als nach Buenaventura,« sagte Baptiste. — »Wo liegt
Dein Canoe?«
»Gleich dort drüben an dem Sandbluff.«
»Wenn wir nur Jemanden hätten, der bereit stände.«
»Teresa!« sagte der Mulatte rasch.
»Gut — und noch ein Ruder soll sie mitnehmen. Fort mit Dir! Ich bleibe hier so
lange unter dem Hause, bis Du zurückkommst.«
Der Mulatte flog mehr als er ging die Straße hinab und Baptiste drückte sich in
den Schatten des nächsten Ueberbaues, wo er auch eine Entdeckung nicht zu
fürchten hatte, denn um alle d i e Plätze abzusuchen, würden die Soldaten eine
ganze Nacht gebraucht haben. Antonio blieb aber auch nur wenige Minuten.
»Was nun, Master? — Was können wir zwei gegen alle die Soldaten ausrichten?
— Sie werden u n s todtschießen und die arme Señora doch mit fortschleppen.«
»W a s wir machen können, Camerad, weiß ich selber noch nicht,« lachte
Baptiste in tollem Uebermuth. »Das muß der Augenblick geben. Ich fühle mich
aber aufgelegt, mit einer ganzen Rotte der feigen Schufte anzubinden, und kann
ich die Unglücklichen nicht befreien, so liefere ich mich selber wieder an den
Schooner aus, denn sie sollen d i e Reise nicht ohne einen Freund an Bord
machen.«
»S i e sind von dem Schiffe entflohen?«
»Bst, Camerad! Jetzt ist keine Zeit zum Geschichten erzählen. Wo ist des
Alkalden Haus?«
»Gleich dort drüben. Sowie wir um diese Ecke biegen, liegt es vor uns.«
»So komm!« flüsterte Baptiste. — »Wenn ich erkannt werden sollte und fliehen müßte, findest Du mich gleich nachher unter dem nämlichen Hause wieder, wo
ich eben auf Dich gewartet habe. Die Schufte werden auch das ganze Haus
geplündert haben.«
»Das Beste hat die Señora gerettet,« rief Antonio rasch, »ein Kästchen, das sie
mir zum Aufheben gegeben.«
»Und wo ist das?«
»Teresa nimmt es mit zum Canoe.«
»Bravo, mein Junge! Das war gescheit und nun vorwärts.«
In der Straße, in welche sie einbogen, war Alles todtenstill und Baptiste blieb
zögernd stehen. — Die Gefangenen mußten schon fortgebracht sein, denn sie
hätten sonst wenigstens Soldaten sehen müssen. Antonio ergriff seinen Arm und
drückte ihn leise.
»Bleibt hier einen Augenblick,« flüsterte er, »ich bin gleich zurück!« und wie ein
Pfeil glitt er über die dunkle Straße hinüber und dann dicht an der anderen Seite
hin, bis zu des Alkalden Haus. Aber schon nach wenigen Secunden kehrte er
zurück. Kein Mensch war mehr dort zu sehen, die Gefangenen mußten schon an
Bord geschafft sein.
»Dann sei Gott uns gnädig!« flüsterte Baptiste zwischen den
zusammengebissenen Zähnen durch. »Ich habe mein Wort gegeben, und beim
Himmel, ich will es halten.«
»Was wollt Ihr thun, Señor?«
»Ich kehre an Bord zurück. Allein und freudlos sollen die armen Menschen ihren
Feinden nicht überantwortet werden. Wo liegt Dein Canoe?«
»Gleich dort drüben, Señor, etwas oberhalb der Schiffe. O meine arme, arme
Señora!«
»Wo stand ihr Haus früher?«
»Wenn wir durch diese Gasse gehen, kommen wir daran vorbei. — O so schön
war es dort! So lieb und freundlich, bis die bösen, bösen Menschen kamen.«
»Fort! fort! Wir dürfen hier nicht länger zögern. — Komm dort vorbei, vielleicht
hören wir noch etwas von ihnen. Was liegt auch daran, ob ich der Patrouille
begegne.« Und mit raschen Schritten, fast in einem halben Lauf, rannte er die
Gasse hinab, mit Antonio an seiner Seite.
»Dort liegt das Haus.«
»Da ist noch Licht darin,« rief Baptiste überrascht.
»Sie werden es völlig plündern. Señor Fosca läßt nichts zurück, denn seit ihn
mein Herr in Bogota wegen Unterschlagung und Betrug in's Gefängniß werfen
ließ, hat er eine furchtbare Wuth auf ihn bekommen.«
»Also deshalb? Wahrhaftig, sie tragen Sachen herunter. Komm, Antonio, wir
wollen ihnen helfen.« Und rasch entschlossen, wie er immer war, schritt er, von
dem Mulattenburschen aber nur scheu gefolgt, gerade über die Straße hinüber,
wo er einen Soldaten mit einem Pack traf, während der andere gerade wieder die
Leiter hinaufstieg.
»Aber Muchachos,« redete er den Burschen wie ärgerlich an, — »was vertrödelt
Ihr die Zeit hier auf eine so nichtswürdige Weise? Wißt Ihr nicht, daß sie an
Bord auf Euch warten?«
»Pero Señor!« sagte der Bursche ganz erstaunt seinen Offizier ansehend. —
»Sind Sie denn nicht fortgelaufen? Caracho! Sie werden doch in der ganzen
Stadt gesucht!«
»Du faselst wohl?« rief Baptiste. »Marsch mit Euch! Der Commissair wird
wüthend werden.«
»Aber der Commissair hat uns ja eben erst noch einmal heraufgeschickt. Er will
Alles mitnehmen, ehe er die Gefangenen an Bord schafft.«
»Hat er die n o c h nicht drüben?« rief der Franzose wie ärgerlich, »das ist ja rein
zum rasend werden mit der Langweiligkeit. Wer ist noch bei ihm?«
»Weiter Niemand als sechs von unseren Leuten, zum Rudern und zur
Bewachung.«
»Aber ein Boot hat er doch?«
»Ja, von der Galeotte ist eins herübergeschickt. Das ist eben die Mannschaft,
denn die Anderen sind den Fluß hinauf, weil sie glaubten, daß S i e nach Ecuador
hinüber wollten.«
»Ich nach Ecuador? Unsinn!« rief Baptiste, mit wenigen Schritten die Stufen
hinauffliegend. Dort überraschte er den zweiten nicht minder als seinen
Cameraden, durch sein Erscheinen, aber er ließ ihn gar nicht zu Worte kommen.
»Fort mit Dir, Bursche!« rief er. »Die Zeit vergeht! Wir müssen zum Boot!«
Ohne Weiteres das Bettzeug von einem der Gestelle nehmend, trug er es an die
Treppe und warf es hinunter. — »Hier, Antonio, trage das!« — Dann griff er das
andere auf, hob es sich auf den Kopf, und folgte damit ebenfalls.
Der Soldat wagte natürlich keinen Einspruch. Wie konnte er auch? Daß sein
Vorgesetzter den Befehl in die Hand nahm, verstand sich von selbst, und daß es
geheißen hatte, er sei desertirt — lieber Gott! an Bord der Schiffe herrschte
überhaupt so viel Confusion, daß ein solcher kleiner Mißgriff nicht einmal zu
den Unwahrscheinlichkeiten gehörte. Daß aber der Offizier solche Eile hatte,
beunruhigte ihn, denn die Soldaten trauten noch immer dem Frieden nicht in der
Stadt. War etwas vorgefallen? Wenn sie hier abgeschnitten und beim Plündern eines Hauses gefaßt wurden, konnte es ihnen schlecht gehen. In aller Hast griff