Erlebtes und Fiktives

Aida Vita · Kapitel 11 von 27

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Erlebtes und Fiktives

Der Prinz und die Schäferin

Es war einmal eine wunderschöne Schäferin mit dem Namen Marie. Sie hütete eine große Herde Schafe, große und kleine, schwarze und weiße und auch zweifarbige. Sie liebte sie alle. Ihre Schafe grasten im Garten des Nachbarn, einem einsamen, alten Mann mit grauen Haaren und einer Nickelbrilledie ihmmer von seiner Nase rutschte., wenn er nieste-- und er nieste sehr viel. Dafür, dass er seinen Garten zur Verfügung stellte, bekam er jeden Tag 1 l Milch von Marie und ab und zu ein großes Stück Käse. Beide lebten in guter freundschaftlicher Nachbarschaft nebeneinander. Ganz in ihrer Nähe regierte ein König mit seiner Familie in einem wunderschönen Schloss. Könich Arthur war kein liebenswerter Mensch und er war auch nicht beliebt wegen seiner Habsucht. Bei seinen Spaziergängen hatte er bemerkt, dass Marie stets guter Laune war und sorgenfrei lebte, während er immer seine Gedanken auf das Anhäufen von Gold und das Rauben fremder Güter richtete.Er beneidete sie um ihre Unbekümmertheit.Arthurs größtes Ärgerneris war jedoch, daß sein Sohn Clemens bei einem seiner Ausritte in ein fürchterliches Gewitter geraten war und die Schäferin ihm trockene Kleidung gegeben und ihn somit vor einer schlimmen Erkältung bewahrt hatte. Was dem König nicht passte, war, daß sein Sohn sich in das hübsche und hilfsbereite Mädchen verliebt hatte. Die Schäferin Marie mußte weg......war Arthurs einziger Gedanke. Eine Schäferin als Schwiegertochter war unmöglich bei Hofe. Also ließ Arthur den großen, berühmten, aber schon ältlichen Zauberer Abradadabra in sein Schloss rufen und eröffnete ihm seinen Wunsch. Er sollte doch schnellstens Marie in ein Schaf verwandeln, damit sie seinem Sohn nicht weiter den Kopf verdrehen konnte. Dann wurde Marie ebenfalls ins Schloß bestellt, mit dem Auftrag 5kg Schafskäse mitzubringen für die nächste große Feier. Nun muß man wissen, dass dieser Zauberer infolge seines langen und anstrengenden Berufslebens begonnen hatte, vergesslich zu werden und seine Zaubersprüche nicht mehr so ganz richtig beherrschte. So war es auch in diesem Fall. Abrakadabra hob seinen Zauberstab, verwechselte Marie mit Clemens und plötzlich stand ein kleines, weißes Schaf mit einer Krone auf dem Kopf neben ihm und Marie. Bei näherem Hinsehen bemerkte man, dass es missgestaltet war. Es hatte nur ein Auge und fünf Beine. Anstelle des zweiten Auges war eine große, hässliche Narbe. „Du Taugenichts, du verdammter,“ schrie der König so laut, dass sein ganzer Hofstaat herbeieilte. „Was hast du da gemacht? Wo ist mein Sohn?“Dem Zauberer war sein Versehen nicht entgangen. Er sah seinen Fehler ein und bereute ihn sehr. Doch nun hatte er den Entzauberungsspruch vergessen. „Holla die joho,joho....“ kam nur aus seinem Mund .Es war einfach zum Verzweifeln. Der König jagte ihn mit den übelsten Verwünschungen vom Schloss gemeinsam mit der Schsäferin und dem kleinen Schaf mit der Krone. Marie konnte Abrakadabra

nur noch zuflüstern, dass es eine Möglichkeit gäbe, den Königssohn zu erlösen. Einzig und allein ein Tier könnte das Schäfchen erlösen. Dies wußte sie von ihrer Amme, die ihr einmal einen Zauber vorgeführt hatte. Aber das sei keine leichte Aufgabe, denn das missgestaltete Schaf würde viel Spott erleiden müssen. Marie nannte ihr Schäfchen Toby und zog mit ihm durch das Land auf der Suche nach dem besonderen Tier, das ihr Schäfchen entzaubern könnte. Auf ihren Wegen begegneten ihnen viele Tiere. Darunter ein hochmütiger, weißer Schwan, ein sportliches, junges Fohlen, ein hübscher grün-schwarz gepunkteter Frosch. Alle diese sTiere starrten Toby an und meinten als sie ihn sahen: „Du bist aber hässlich.“ Auch der dicke Fuchs lachte über das kleine Schaf mit dem seltsamen Kopf und der Raabe Fritz krächzte eingebildet vom Baum herunter: „Deine Krone macht dich auch nicht hübscher“ und eine Schar Enten stimmte ihm zu. Der Hahn, der gerade auf dem Mist beschäftigt war, krähte aufgeblasen: „ Kommst du vielleicht vom Mond?“ Marie glaubte nicht mehr daran, dass Toby erklöst werden köntne. Immer trauriger verkroch sie sich in leeren Strohhütten, aber das kleine Schäfchen blieb überall an ihrer Seite. Als ein Hund ihm schließlich die Krone entwenden wollte, wurde Marie so böse, dass sie den Hund mit einem großen Stock vertrieb. Plötzlich hörte sie vor der Hütte eine Eule krächzen. Sie ging hinaus, gefolgt von Toby und sah in die gelben Augen einer hübschen Eule. Diese blickte auf Toby, flog von ihrem Ast herunter und setzte sich auf das Schäfchen. Während sie eine Reihe von Lauten von sich gab, erschienen bunte Strahlen, die Toby umhüllten. Plötzlich war das Schäfchen fort und der schöne, junge Königssohn Clemens stand vor Marie. Beide fielen sich in die Arme und versprachen sich, nun für immer zusammen zu bleiben, auch gegen den Willen seines Vaters Arthur. So geschah es dann auch. Es gab ein großes, schönes Hochzeitsfest und Marie und Clemens lebten noch viele Jahre glücklich zusammen.