Erlebtes und Fiktives

Aida Vita · Kapitel 27 von 27

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Erlebtes und Fiktives

Erlebnis mit den Handlangern der Justiz.

 

Meine Tochter Katja, die gerade in Spanien ihre juristischen Kenntnisse erweiterte, hatte mich per e-mail gebeten, in Wiesbaden zum Landgericht zu gehen und am SCHWARZEN BRETT nach Stellen-Angeboten für sie zu schauen. Daraufhin eilte ich zum Landgericht, seelisch schon auf alle möglichen Inspektionen der Gesetzeshüter eingestellt und hatte daher keine verbotenen Gegenstände eingepackt. Der Schritt durch die Spezial-Tür verlief ohne Piepsen - 'sehr gut', dachte ich, da ich sonst immer gewöhnt bin, auf den Flughäfen beim Durchschreiten dieses Rahmens von einem lauten Piepsen begleitet zu werden, was dann anschließend eine längere Durchsuchung meiner intimsten Taschen zur Folge hat .Man findet aber auch immer etwas, was angeblich nicht in meine Taschen gehört ! Einen Kamm braucht doch schließlich eine Frau auf Reisen, aber das sehen die mit Argusaugen schauenden Angestellten anscheinend anders. Also frohgemut legte ich dann meine Handtasche auf das Laufband und wollte sie schon schnappen, als ich von dem ersten Gesetzeshüter streng begutachtet und dann aufgefordert wurde, meine Tasche auszuräumen. "WARUM??" wollte ich wissen. „ Sie haben eine Schere in Ihrer Tasche." „Davon weiß ich ja gar nichts,"entgegnete ich erstaunt. „Gut, dann suchen wir sie gemeinsam.“ Ich benahm mich sehr kooperativ - ich hatte ja nur das SCHWARZE BRETT im Sinn und wollte den beiden ihre Pflichten ausübenden Senioren keine Steine in den Weg legen. Inzwischen hatte sich nämlich noch ein 2. Gesetzeshüter dazu gesellt, hellhörig geworden, dass da jemand mit einer eingeschleusten Schere gegen das Gesetz verstoßen wollte. Der erste Vertreter des Gesetzes drehte meine Hängetasche nach allen Seiten um, beförderte meine 1000 Kleinigkeiten heraus, aber keine Schere. Er schaute sich meine Kosmetikartikel an und ließ sich auch noch genau erklären, wozu ich was brauche! Er staunte nicht schlecht, was eine Frau so alles in ihrer Handtasche an "unbedingt "notwendigen Dingen mit sich herumschleppt. Alle einzelnen Teile wurden daraufhin untersucht. 'Der kennt sich jetzt besser in meiner Tasche aus als ich', dachte ich. Ich gab offen zu, dass ich mich selbst wunderte, was ich alles in der Tasche hatte ---welch' eine Überraschung! Nun suchten wir zu Dritt weiter. Beide Herren legten die Tasche immer wieder auf das Detektivband und zeigten mir die Schere in ihrer ganzen Schönheit auf dem Bildschirm. Ich gab zu, diese zu sehen - es war keine Illusion, aber wo steckte sie? Wir dachten, wir hätten sämtliche Verstecke in der Tasche durchforstet. Die beiden Gesetzeshüter gaben schließlich nach und wollten mich auch mit dem CORPUS DELICTI gehen lassen - zwar sehr ungern - aber verständnisvoll, als sie hörten, ich wäre im Auftrag meiner Tochter dort und wollte nur meinen Mutterpflichten nachkommen. Plötzlich zog ich - wie ein Wunder - die 'Stecknadel aus dem Heuhaufen' = Schere aus irgendeinem kleinen, versteckten Winkel der Tasche heraus. Sie wurde mir gleich abgenommen und gut in Verwahrung eingesperrt. Ich sollte sie nach Erledigung meiner Aufgabe wieder zurückbekommen. Frohgemut suchte ich dann das SCHWARZE BRETT und erledigte meine Aufgabe für Tochter Katja. Am Ausgang wurde mir dann augenzwinkernd mein soo lange gesuchtes Scherchen ausgehändigt. Wie gut, daß ich nun endlich über den Inhalt meiner Tasche Bescheid weiß! Ohne das Gericht wäre das nicht der Fall gewesen.

Tag der Veröffentlichung: 01.11.2014

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