Erlebtes und Fiktives

Aida Vita · Kapitel 7 von 27

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Erlebtes und Fiktives

Guddis Familienfreund Mam(p)fred

Unsere Freundin Guddi hatte uns, ihren 3 Freundinnen Mary, Hilde und Jenny, schon viel von ihrem Bekannten Manfred erzählt. Er wäre ein so lieber, hilfsbereiter Mensch und sie schätze ihn sehr. Er hätte nur einen Schönheitsfehler, er wäre so lang wie breit. ‚Na ja, meinten wir, die Menschen sind eben verschieden und seine Figur wäre letzten Endes für uns unwichtig, die Hauptsache sei doch schliesslich sein guter Charakter.’. Vor einiger Zeit ergab sich nun die Gelegenheit, als Guddis Familie sich in einem Restaurant versammelte und auch Manfred eingeladen war, uns, Mary, Hilde und mir, den hilfsbereiten Bekannten vorzustellen. Zufällig hatten wir Drei das gleiche Lokal ausgewählt, weil die dortige Küche einen sehr guten Ruf in unserer Stadt hatte.

Die Familie saß bereits beim gemütlichen Essen- der Tisch war voller leckerer Speisen, von Hühnerbrüstchen bis Schweinshaxe, für jeden Geschmack etwas. Es wurde auch kräftig zugelangt. Wir trafen eine lustige Gesellschaft an. Guddi kam auf uns zu, empfing uns ganz herzlich mit den Worten: „Meine lieben Freundinnen, ich möchte euch gerne unseren Freund der Familie, den Manfred, vorstellen.“ Wir Drei waren schon sehr neugierig, diesen interessanten Menschen kennenzulernen. Manfred saß über seinen Teller gebeugt, einen Putenschenkel quer im Mund, bewaffnet mit Messer und Gabel. Als er seinen Namen hörte, brachte er zwischen der Keule und einem Knödel im Mund hervor: „Ich bin Mam(p)fred, jaa“. Wir guckten uns an und wiederholten : „Also Sie sind M a m p f r e d.“ Seine Aussprache mit Keule und Knödel im Mund war nicht anders zu verstehen. Hilde und ich drehten uns um und hatten Mühe, das Lachen zu unterdrücken, aber Mary trat entschlossen mit gespielt ernstem Gesicht auf Manfred zu, gab ihm die Hand, die er mit einer Entschuldigung nicht erwidern konnte. „Ja, Mampfred, wir haben so viel Gutes über Sie gehört. Wir freuen uns, Sie nun einmal kennenzulernen“. Darauf antwortete Mampfred, nachdem er seine Keule vertilgt hatte: „ Euch kenne ich doch, erst neulich habe ich Euch in diesem Lokal gesehen. Ihr habt dort hinten in der Ecke gesessen und so laut geredet und gelacht, dass alle Leute sich umgedreht haben, ich auch. Ihr habt über einen Mann, der jähzornig wäre und als Lehrer total ungeeignet ist, gesprochen. Er würde mit einem Stöckchen herumfuchteln und seinen Schülern damit Angst einjagen. Habe ich alles mitgehört.“ „So, haben Sie das, erwiderte Mary, überrascht.“. „Ja, und das war ja auch nicht alles. Ihr habt über eine Frau gelacht, die nie ohne Hut ausgeht und euch gefragt, ob sie vielleicht auch damit schlafen geht.“ Inzwischen hatten wir beide, Hilde und ich, uns ganz neugierig zu Mampfred umgedreht und seinen Erzählungen gelauscht. „Stell dir mal vor, Jenny, der Kerl hat uns doch wirklich belauscht,“ raunte mir Hilde zu und Guddi schaute uns etwas betreten an. „Ja, Guddi, du warst auch dabei. Du brauchst gar nicht so unschuldig zu gucken. Du hast doch noch über den „Spargel“ gesprochen und dich amüsiert. Wir waren uns alle einig, dass ein dünner Mann nicht die Kraft hat, z.B. dich zu tragen, aber dein Bekannter, der Mampfred, kann das ohne weiteres. Da brauchen wir keine Beweise. Und du hast noch am lautesten gelacht.“ Guddi drehte sich um, schaute an sich herab und erinnerte sich an ihre nicht gar so leichte Figur, ihr ewiges Ärgernis. Mampfred hatte uns Gottseidank nicht gehört.