Kolbe
Nachwort
Fritz Kolbe starb 1971 in Bern. An seiner Beerdigung nahmen drei Amerikaner teil und legten einen Kranz nieder. Auf der Schleife dieses Kranzes war nicht vermerkt, dass er vom CIA gestiftet worden war.
Fritz Kolbe war verheiratet mit einer Frau, die er während des Krieges in der Charité kennengelernt hatte. Sie hätte Marlene heißen können.
In Deutschland konnte er nach dem Krieg nie wieder Fuß fassen. Er taucht auf keiner Liste deutscher Widerstandskämpfer auf.
Mitte der Sechzigerjahre wurde Fritz – auch auf Betreiben von Allen Dulles – von den gegen ihn erhobenen Vorwürfen des Verrats „freigestellt“. Der damalige Bundestagspräsident Heinrich Lübke schickte die Nachricht allerdings nicht an Fritz Kolbe, sondern an einen Freund Kolbes in der Schweiz, vielleicht den Mann, der im Roman Eugen Sacher genannt wird.
2005, nachdem die Kolbe-Biografie des französischen Journalisten Lucas Delattre erschienen war, hielt der damalige Außenminister Joschka Fischer eine Rede über Kolbe und benannte einen Saal im Ministerium nach ihm.
Allen Dulles sagte, er wäre ohne Fritz Kolbe niemals Chef der CIA geworden, außerdem müsse über Fritz Kolbe eigentlich ein großer Spionageroman geschrieben werden. Ich weiß nicht, ob ich das getan habe. Im Sinne von Allen Dulles wäre der Roman „Kolbe“ jedoch wahrscheinlich nicht.
Jener Doppelagent, den der Chef des britischen MI6 in Bern meinte, im Visier zu haben, war niemand anderer als der vielleicht berühmteste Doppelagent der Spionagegeschichte. Es war Kim Philby, der schon im Krieg von Fritz Kolbes Aktivitäten gewusst hatte.
General Gehlen wurde der unumstrittene Chef des BND, der Nachfolgeorganisation der Organisation Gehlen. Er leitete den BND bis 1968 und verhalf zahlreichen Männern mit dubioser Nazivergangenheit zu Posten im westdeutschen Geheimdienst.
Ohne die oben erwähnte Kolbe-Biografie von Lucas Delattre „Fritz Kolbe, Der wichtigste Spion des Zweiten Weltkriegs“ wäre dieser Roman nicht entstanden.
Ohne die Hilfe und Unterstützung folgender Freunde, Vertrauter, Kollegen und Fremder ebenfalls nicht:
Lily, Ben, Heidi, Matthias Fieber, Rainer Christiansen, Alexander Häusser, Angelika Wollermann, Timon Schlichenmaier, Julia Kaufhold, die Mitarbeitern des Politischen Archivs des Auswärtigen Amtes in Berlin, meinem Agenten Lars Schultze-Kossack, seiner Assistentin Lisbeth Körbelin und dem Team des Pendragon Verlags.
OceanofPDF.com
Sie haben Kolbe zu Ende gelesen
Andreas Kollender