Schein und Sein: Nachgelassene Gedichte

Wilhelm Busch · Kapitel 12 von 67

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Schein und Sein: Nachgelassene Gedichte

Empfehlung.

 

Du bist nervös. Drum lies doch mal

Das Buch, das man dir anempfahl.

Es ist beinah, wie eine Reise

Im alten wohlbekannten Gleise.

Der Weg ist grad und flach das Land,

Rechts, links und unten nichts wie Sand.

Kein Räderlärm verbittert dich,

Kein harter Stoß erschüttert dich,

Und bald umfängt dich sanft und kühl

Ein Kaumvorhandenseinsgefühl.

Du bist behaglich eingenickt.

Dann, wenn du angenehm erquickt,

Kehrst du beim »stillen Wirthe« ein.

Da giebt es weder Bier noch Wein.

Du schlürfst ein wenig Äpfelmost,

Ißt eine leichte Löffelkost

Mit wenig Fett und vieler Grütze,

Gehst früh zu Bett in spitzer Mütze

Und trinkst zuletzt ein Gläschen Wasser.

Schlaf wohl, und segne den Verfasser!