Stufen: Eine Entwickelung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen

Christian Morgenstern · Kapitel 106 von 120

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Stufen: Eine Entwickelung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen

Kapitel 1913

Die Weltanschauungen mancher Menschen gleichen lächelnden Festungen.

 

Wenn einer heute in zehn Büchern dargetan, daß der Mensch n i c h t s w i s s e n könne über Gott und die Welt, dann nennt er sich, dann nennt ihn seine Mitwelt einen ‚W i s s e n d e n ‘ und erbringt damit den Beweis, daß man zehn Bücher schreiben und zehn Bücher lesen und doch noch nicht so weit sein kann, sich folgerichtig auszudrücken.

 

Wer die Welt zu sehr liebt, kommt nicht dazu, über sie nachzudenken; wer sie zu wenig liebt, kann nicht gründlich genug über sie denken.

 

Inmitten unzähligem Hin- und Herreden der Einzelnen wächst still und groß das ewige Weisheitsgut der Menschen weiter.