Stufen: Eine Entwickelung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen

Christian Morgenstern · Kapitel 10 von 120

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Stufen: Eine Entwickelung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen

Kapitel 1910

Seite 41O nur nicht immer wieder erlahmen, nur nicht immer wieder absinken. Züchte doch den W i l l e n in dir, du ewiger Wanderer o h n e S t a b. Man soll mich als einen malen, der o h n e S t a b einen Berg erklimmt. Der Dämon seiner eigenen Schwäche hindert ihn, sich einen Stab zu bilden, — aber am Steigen selbst kann er ihn nicht hindern, wie oft er auch wie tot daliegen mag.

 

Was ich heute tue, tue ich nicht um meinetwillen, sondern um meiner Liebe zum Menschen willen.

 

Einem Menschen wie mir genügt es nicht, Ein Mal das Richtige zu erkennen.

 

Ich möchte gern auch noch zu äußerem Wirken gelangen. Ich möchte mein Berlin als geistiges Staatskunstwerk zum Ziel machen.

 

In alles und jedes einfließen lassen einen höheren Geist!

 

1910

Ich träumte mir die Kraft eines Zukünftigen, — m e i n e Zukunft und ließ, als ich vom Haus der lieben Freunde dankbar Abschied nahm, in jedem Zimmer eine Rose zurück, geschaffen durch den Willen meiner Liebe.

 

O meine Hand, du seltsames Geschöpf, du warst mir immerdar ein Angelhaken der Meditation. Wenn ich in deine Schale blicke, meine ich ein Geistgebilde zu schauen.