Zaubermärchen

Albert Ehrenstein · Kapitel 2 von 19

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Zaubermärchen

Martyrium Homers

INHALT

 

 

Isfendiar

 

Knecht seines Schicksals

 

Traum des achthundertachtundachzigsten Nachtredakteurs

 

Kimargouel

 

Alte Geschichte

 

Erziehungsroman

 

Attentat

 

Fluch

 

Krasser Fall von Soldatenmißhandlung

 

Ausflug

 

Nitimur

MARTYRIUM HOMERS

 

Ich protestiere feierlich gegen die unerhört kurzfristige Prophezeiung des

genialen Dandy Ovid: „Vivet Maeonides, Tenedos dum stabit et Ida, dum rapidas

Simois in mare volvet aquas.“ Als ob Homer diese lausigen, durch das

nächstfällige Erdbeben gehandikapten Örtlichkeiten nicht um Äonen überleben

würde!

Ich protestiere ferner gegen die tolle Verdrehung meines zynischen Freundes

Lukian, Homer sei während des Trojanischen Krieges (1193-1184 v. Chr.)

Dromedar in Baktrien gewesen. Wahr ist vielmehr das Trottelwort archaischer

Pädagogen: „Sieben Städte stritten sich um die Ehre, Homer geboren zu haben:

Smyrna, Rhodos, Kolophon, Salamis, Chios, Skyros, Athenai.“

Warum sich aber die diversen Stadtväter so hartnäckig stritten, erfährt die

leichtgläubig betrogene Nachwelt allerdings erst durch diesen Film.

 

1 . B I L D

 

Homer dichtet die Ilias und die Odyssee; der alte Mann geht vor seinem Zelte

skandierend und die Leier schlagend auf und nieder.

 

2 . B I L D

 

Landgut des Odysseus: Homer trägt seinem König einiges vor. Odysseus läßt

dem Sänger durch Sklaven einen Becher Wein reichen und ein Ehrengeschenk

übergeben: eine milchstrotzende Kuh. Homer dankt freudig für die wandelnde Gabe, läßt sie durch einen Sklaven heimführen, trinkt und erklärt stolz,