Briefe an Ludwig Tieck, Vierter Band

Karl von Holtei · Kapitel 8 von 128

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Briefe an Ludwig Tieck, Vierter Band

Schütz, Wilhelm von.

 

Geb. am 13. April 1776 zu Berlin, gest. am 9. August 1847 in Leipzig. War preuß.

Landrath und Direktor der Ritterschaft in der Neumark, und hielt sich, nachdem er aus dem Staatsdienste getreten, für gewöhnlich in Dresden auf.

Lacrimas, Trauerspiel (1803.) — Der Graf und die Gräfin von Gleichen, Tragödie

(1807.) — Niobe, Tragödie (1807.) — Romantische Wälder (1808.) — Der Garten der Liebe (1811.) — Graf von Schwarzenberg, Trauerspiel (1819.) — Dramatische Wälder (1821.)

Rußland und Deutschland (1819.) — Deutschlands Preßgesetz (1821.) — Zur

intellectuellen und substantiellen Morphologie &c. (1823.)

Zwölf Bände einer Uebersetzung aus den Memoiren des Casanova (1822–28.) &c.

 

I.

 

Cummerow, den 8. März 1812.

Liebster Freund.

Deine Mittheilungen über meinen Anfang eines Drama: Guiscardo und Gismonda, sind für mich eben so belehrend wie ermunternd gewesen, und ich habe die Eröffnung des Stücks nach Deinem Rathe angefangen, leider aber von meinem ersten Entwurf keine Concepte mehr gefunden, so daß ich nicht fortfahren kann, ohne die Abschrift zu benutzen, die ich Dir gelassen habe. Gern bliebe ich in dem Zug, um so mehr, da bald Unterbrechungen kommen möchten, und deshalb bitte ich Dich, mir recht bald jene Blätter zu senden. Vielleicht können sie noch Montag Abend in Ziebingen zur Post kommen.

In der Ode, die mein Schwiegervater so vieler Aufmerksamkeit gewürdigt hat, habe ich das geändert, was er angestrichen hatte und übersende Dir eine geänderte Abschrift mit der Bitte, sie ihm zu übergeben und ihn meiner kindlichen Gesinnungen zu versichern.

Meine Frau grüßt Dich, Deine Frau, ihren Vater und die Geschwister, bittet Dich auch Heinrich zu sagen, daß sie hier angekommen sey. Bleibe recht heiter und gesund und behalte lieb