Crashkurs Grammatik, Ein Übungsbuch für Ausbildung und Beruf

7 Die Satzglieder und das Prädikat

 

Die einzelnen Bestandteile, in die man Die Kollegen und Kolleginnen | ha-

einen Satz zerlegen kann, nennt man ben | beim letzten Jour fixe | noch

Satzglieder. Sie können aus einem ein- schnell | Geld für ein Geschenk zum

zelnen Wort oder aus einer Wortgrup- Abschied der Praktikantin | eingesam-

pe (mehreren zusammengehörenden melt.

Wörtern) bestehen.

Um festzustellen, welche Wörter zu-

sammengehören und somit ein Satz-

glied bilden, gibt es zwei Methoden:

■ die Umstell- oder Verschiebeprobe,

■ die Ersatzprobe.

Bei der Umstellprobe stellt man die Ich | gehe | gerne | mit dir | ins Kino.

Teile eines Satzes um, ohne dass sich

der Sinn des Satzes ändert. Alle Wör- Mit dir | gehe | ich | gerne | ins Kino.

ter, die bei der Umstellung zusam- (—” mit dir – aber nicht mit Frau Korn!)

menbleiben, gehören zu einem Satz-

glied. Mit der Umstellprobe kann man Ins Kino | gehe | ich | mit dir | gerne.

ein Satzglied betonen, indem man es (—” ins Kino – aber nicht ins Konzert!)

an den Anfang stellt.

Ersatzprobe: Ein Satzglied kann man Der große Urlaubsplaner der Personalab-

durch andere Wörter oder Wortgrup- teilung | befindet sich | im Flur.

pen ersetzen. Wenn man überlegt, Er (= Der große Urlaubsplaner der

welches Wort bzw. welche zusam- Personalabteilung)

mengehörenden Wörter ersetzt wer- hängt (= befindet sich)

den können, dann findet man heraus, dort. (= im Flur)

welches Wort bzw. welche Wörter ein

Satzglied bilden.

 

Das Prädikat

Das Prädikat ist der wichtigste Teil des Der Chef schimpft.

Satzes. Es drückt aus, was jemand Das Obst schimmelt.

oder etwas ist, was geschieht oder

was jemand tut.

Das Prädikat besteht oft nicht nur aus Der Chef hat über mich geschimpft.

einer einfachen Verbform. Zu der kon- Der Chef wird sicher wieder über mich

jugierten (gebeugten) Verbform tritt schimpfen.

dann ein weiterer Prädikatsteil hinzu.

 

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7 Die Satzglieder und das Prädikat 7

 

Man spricht dann von einer Verbklam- Ich will das nicht einfach hinnehmen.

mer, weil das Prädikat einen Teil des Ich sehe das nicht ein.

Satzes umklammert. Die Verbklam- Sie kommt damit gut zurecht.

mer kann auch aus einem Verb mit

trennbarem Verbzusatz bestehen

(w Praxistipp S. 69).

Am Prädikat erkennt man, wann et- Mein Kollege schreibt Protokoll.

was geschieht oder getan wird bzw. in Mein Kollege schrieb Protokoll.

welchem Zeitverhältnis es zu anderen Mein Kollege hat Protokoll geschrieben.

Geschehen oder Handlungen steht. Mein Kollege wird Protokoll schreiben.

Die Personalform des Verbs steht im Die Sekretärin besorgt für das Meeting

Aussagesatz immer an der zweiten Getränke.

Satzgliedstelle. Da hier also die Um- Getränke besorgt die Sekretärin für das

stellprobe nicht funktioniert, ist das Meeting.

Prädikat auch streng genommen kein Für das Meeting besorgt die Sekretärin

Satzglied. Getränke.

 

Das Subjekt

Das Satzglied, das mit wer? oder was? Der Ausbilder liest ein Gesetz vor.

erfragt werden kann, nennt man Sub- Wer liest ein Gesetz vor?

jekt (Satzgegenstand). Es kann aus Der Ausbilder = Subjekt

einem oder mehreren Wörtern beste-

hen und steht immer im Nominativ Das Gesetz ist kompliziert.

(1. Fall). Es bezeichnet die Person oder Was ist kompliziert?

die Sache, von der das Geschehen aus- Das Gesetz = Subjekt

geht oder zu der der Zustand gehört.

Ein vollständiger Satz besteht mindes-

tens aus dem Subjekt und dem Prä-

dikat.

Prädikat und Subjekt sind eng mitei- Der Chef lädt zur Feier ein.

nander verbunden. Sie müssen in Per- Die Abteilungsleiter laden zur Feier ein.

son und Numerus übereinstimmen. Ich lade zur Feier ein.

Ein Substantiv kann Beifügungen (At-

tribute) haben. Häufig kommen vor:

■ Adjektivattribute, Urlaub ist die schönste Zeit.

■ Genitivattribute, Urlaub ist die schönste Zeit des Jahres.

■ präpositionale Attribute, Der Urlaub im Sommer ist der schönste.

■ Pronomen, Unser Urlaub ist vorbei.

■ Zahlwörter, Zwei Sommer lang hatten wir Urlaub.

■ Apposition (Zusatz z. B. in Kommas). Urlaub, die schönste Zeit des Jahres, …

 

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7 Die Satzglieder und das Prädikat

 

Das Objekt

Oftmals reicht es nicht aus, zu sagen, Sie kopiert. Sie kopiert das Protokoll.

wer handelt oder was geschieht. Man Du hilfst. Du hilfst dem Praktikanten.

will auch wissen, auf wen oder auf Wir reden. Wir reden über die Chefin.

was sich ein Geschehen bezieht. Eine

solche Ergänzung nennt man Objekt.

Ein Satz kann mehrere Objekte haben. Unsere Abteilung macht einen Ausflug.

Das Verb bestimmt, wie viele und wel- Sie rät dem Chef | zu dem Vertrag.

che Ergänzungen notwendig sind, da- Die Sekretärin gibt uns | die Tickets.

mit ein vollständiger Satz entsteht.

Das Akkusativobjekt erfragt man mit Sie schätzt ihre Chefin.

wen? oder was? Wen schätzt sie? Ihre Chefin.

Er sucht die Akten. Was sucht er? Die Akten.

Das Dativobjekt erfragt man mit Es geht ihm gut.

wem? Wem geht es gut? Ihm.

Das Genitivobjekt erfragt man mit Der Chef nimmt sich der Fragen an.

wessen? Es wird heute nur noch selten Wessen nimmt sich der Chef an?

gebraucht. Der Fragen.

Das präpositionale Objekt (Objekt mit Wir rechnen fest mit seiner Beschwerde.

Präposition) erfragt man z. B. mit auf Mit was / Womit rechnen wir fest?

was?, mit was?, über wen?, von wem?, Mit seiner Beschwerde.

zu wem?

Man erkennt es daran, dass das Frage- Ich bekomme von ihr eine Belobigung.

wort allein nicht ausreicht, um festzu- Von wem bekomme ich eine Belobigung?

stellen, welche Wörter bzw. Wortgrup- Von ihr.

pen zusammengehören. Man braucht

zusätzlich eine Präposition ( w Kap. 5.2).

 

Die adverbiale Bestimmung

Adverbiale Bestimmungen oder Er- Mittags esse ich gern Pommes frites an

gänzungen (Umstandsangaben) be- einer Imbissbude.

zeichnen die genaueren Umstände

eines Geschehens oder einer Situati-

on.

 

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7 Die Satzglieder und das Prädikat 7

 

Diese Satzglieder sind zwar für die

Vollständigkeit eines Satzes nicht not-

wendig, tragen aber zur Genauigkeit

der zu übermittelnden Information

bei.

Temporaladverbiale (adverbiale Mittags esse ich an der Imbissbude.

Bestimmungen der Zeit / Zeitdauer) Nach kurzer Zeit kommt das Essen.

■ geben Auskunft über den Zeitpunkt, Bis dahin habe ich schon das Wichtigste

die Wiederholung oder die Dauer, der Tageszeitung gelesen.

■ können mit den Fragewörtern Seit sieben Monaten esse ich hier.

wann?, wie oft?, wie lange?, seit Vor zwei Wochen hat es auch schon mal

wann?, bis wann? erfragt werden. ein Viertelstündchen gedauert.

Kausaladverbiale (adverbiale Bestim- Wegen der günstigen Lage esse ich

mungen des Grundes) mittags in einem Schnellrestaurant.

■ geben Auskunft über den Grund, Aus ganz bestimmten Gründen gehe ich

■ können mit den Fragewörtern wa- zum Essen nicht nach Hause.

rum?, weshalb? erfragt werden. Durch die zeitaufwendige Bahnfahrt

bleibt mir nicht Zeit, in Ruhe zu essen.

Modaladverbiale (adverbiale Bestim- Gern esse ich im Schnellrestaurant.

mungen der Art und Weise) Lieber würde ich natürlich ins Drei-

■ geben Auskunft über die Beschaf- sternerestaurant gehen.

fenheit und Intensität, Leider fehlt mir dazu das Geld.

■ können mit den Fragewörtern wie?, Zum Glück kennt man mich dort.

wie viel?, wie sehr? erfragt werden. Normalerweise geht es dort schnell.

Lokaladverbiale (adverbiale Bestim- Im Schnellrestaurant esse ich gern.

mungen des Ortes) Vor dem Bahnhof befindet sich auch

■ geben Auskunft über den Ort, die noch ein Dönerladen.

Richtung, die Herkunft, Auf einer großen Tafel sind dort Hunder-

■ können mit den Fragewörtern wo?, te von Speisen angeschlagen.

wohin?, wie weit? erfragt werden.

Des Weiteren gibt es noch adverbiale

Bestimmungen

■ des Mittels (instrumental: womit?, Durch den Newsletter bin ich jetzt immer

wodurch?) informiert.

■ des Zwecks (final: wozu?, in welcher Zur allgemeinen Information gibt es jetzt

Absicht?) den Newsletter.

■ der Bedingung (konditional: unter Mit einem funktionsfähigen Computer

welcher Bedingung?) erhalte ich den Newsletter.

■ der Folge (konsekutiv: mit welcher Zum Entsetzen der Kollegen kommt jetzt

Folge?, mit welcher Wirkung?) täglich ein Newsletter.

■ der Einräumung (konzessiv: trotz Trotz des langsamen Computers erhalte

wessen?, trotz welchen Hindernisses?) ich den Newsletter.

 

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