Undercover Love

Anne Tomlinson · Kapitel 12 von 58

PDF-Seiten

Undercover Love

Chapter 12

 

*Jacky

„Ihr wohnt nicht ernsthaft in einem Kranhaus?“, fragt Anne und guckt nach oben, sie hält sich schnell an mir fest, weil ihr schwindelig bei sowas wird.

Wir hatten alle keine Lust mehr auf Freibad und haben uns entschieden zu den Jungs zu fahren.

„Ey Anne, weißt du noch, wir mussten die Kranhäuser mal bei Fotografie abknipsen“, sagt Laura die neben mir steht. Anne nickt und guckt schnell zu Laura, anscheinend froh nicht mehr nach oben zu gucken.

„Ja wir wohnen da wirklich drin“, sagt Harry, der neben Anne steht. „Kommt ihr jetzt?“, ruft uns Zayn zu, der uns die Tür aufhält. Wir gehen alle ganz schnell rein und steigen in den Glasaufzug. Die Jungs wohnen ziemlich weit oben und Anne klammert sich immer fester an mich.

„Angsthase“, höre ich Laura zu Anne sagen, welche sie sofort haut. „Aua!“

Als wir oben ankommen, ist Anne die erste, die aus dem Aufzug läuft und sie zieht mich natürlich hinterher, weil sie sich immer noch an mir festhält.

Erst als wir in der Wohnung sind, lässt sie mich los. Ich reibe mir meinen Arm, aber höre auf, als mich Anne böse anguckt und Laura hinter mir anfängt zu lachen.

Wir stehen sofort im Wohnzimmer, nicht sehr groß, aber dafür sind zwei Wände aus Glas und die Küche ist nur durch eine Halbwand abgetrennt, links neben der Haustür sind noch drei Tüten, wahrscheinlich zwei Schlafzimmer und ein Badezimmer. In der Ecke vor der Glaswand, sehr schlau wirklich, steht ein ziemlich großer Fernseher und davor sind drei weiße Sofas, sie rechnen anscheinend mit viel Besuch, zwischen den drei Sofas, steht ein kleiner Tisch, auf dem ein Mensch-ärger-dich-nicht-Spiel liegt, noch ausgepackt. An der Halbwand steht eine Musikanlage mit großen Boxen. Sonst steht nichts im Zimmer, keine Deko, nichts. Die Wände sind in einem freundlichen schwarz gestrichen, aber da es eh kaum Wand gibt und die Fenster für jede Menge Licht sorgen, ist das ziemlich cool. Der Boden besteht aus... Marmor? Ernsthaft? Weil wir im Freibad nicht zu Ende gepicknickt haben, machen wir es in der Wohnung weiter. Die Jungs stellen schnell die Sofas an die Wand und der Tisch verschwindet in der Ecke. Wir legen die zwei Picknickdecken auf den Boden und packen die ganzen Süßigkeiten und den Kuchen, den wir auf dem Rückweg gekauft haben, auf Teller und stellen sie auf den Boden.

Dann setzten wir uns alle um die Sachen und ich lehne mich gegen Niall.

„Können wir jetzt anfangen? Ich hab Hunger“, murrt Niall und ich stimme ihm zu.

Während wir essen, reden wir über jeden Scheiß.

*Laura

Ich esse grade ein Stück Kuchen, als es klingelt. Wer ist das? Louis steht schnell auf und läuft zur Tür, vor der Danielle steht. Das die sich noch hierhin traut!

„Was willst du hier?“, zickt Perrie sie direkt an. Danielle guckt sie nur arrogant an und dreht sich zu Louis. „Ich brauche meine Sachen.“ Bevor Louis irgendwas sagen kann, geht Danielle auch schon in eins der drei Zimmer und kommt danach mit einem ziemlich großen Koffer zurück, wollte sie hier einziehen? So groß ist nicht mal meiner und ich will die ganzen Sommerferien bei Jacky und Anne bleiben.

Danielle stolziert an Louis vorbei zur Tür, aber dreht sich nochmal zu Liam um. „Du wirst es noch bereuen, dich von mir getrennt zu haben.“ Dann ist sie auch schon verschwunden und schlägt die Tür hinter ihr zu.

Louis der immer noch total verdattert vor der Tür steht, wird von Elli auf die Decke zurück gezogen.

Ich gucke schnell zu Liam und sehe sofort, dass er mega verletzt ist, aber bevor auch noch irgendjemand etwas sagen kann, steht er auch schon auf und läuft aus der Wohnung. Er läuft ihr doch nicht ernsthaft hinterher? Das macht er nicht wirklich? Oder?

Ich gucke zu den anderen, die für meine Verhältnisse viel zu langsam reagieren und laufe ihm hinterher. Anstatt auf den Aufzug zu warten, der sehr langsam ist, renne ich die Treppe runter und aus dem Haus raus. Wo ist er?

Ich renne nach links und finde ihn kurze Zeit später an einer versteckten Stelle am Ufer sitzen. Ich setzte mich ganz außer Atem neben ihm und er guckt mich verwundert an. „Wie hast du mich gefunden? Und wieso bist du mir hinter?“ „Ich kann auch wieder gehen, wenn du das willst!“ „Ne ich dachte nur, weil du mich kaum kennst“, sagt er und versucht zu lächeln, was er aber nicht besonders gut hinbekommt. Ich lächel zurück. „Ich weiß nicht, ich finde dich irgendwie nett. Und zu deiner Frage, wie ich dich gefunden habe, ich war vor ein paar Jahren mit meiner Fotografie-AG in Köln und dann haben ein paar Freunde und ich diesen Platz hier gefunden“, ich gucke auf den Rhein und denke an die Zeit, wo Anne, Sandy, Dini und ich diesen Ort gefunden haben.

„Du fotografierst?“, fragt mich Liam ernsthaft interessiert. Ich gucke ihn böse an. „Du solltest aufhören, dich um andere zu kümmern, wenn man grade versucht dich zu trösten.“ „Ich versuche nur mich abzulenken, denn sobald ich zu viel darüber nachdenke, dann fange ich an mir die Schuld zu geben“, sagt er und starrt wieder auf den Rhein.

Ich gucke auch auf den Rhein, weil ich es nicht ertragen kann ihn so traurig zu sehen. „Es ist nicht deine Schuld. Sie ist einfach ein schlechter Mensch, da kannst selbst ein so süßer Typ wie du nichts dran ändern.“

Er guckt mich verwundert an.

Hab ich grade süß gesagt? Och, nein!

Ich merke wie ich rot werde und Liam fängt an zu lachen. „Nicht lustig“, nuschel ich.

Er dreht mich zu sich und umarmt mich. „Du weißt schon, dass du grad irgendwie meine Rolle übernimmst?“, frage ich ihn. „Ich bin besser im trösten, als im getröstet werden.“ Ja, ich merke es. „Du musst mich aber nicht trösten.“ „Wenn das so ist, dann hört der süße Typ halt auf dich zu umarmen“, sagt er lachend und versucht sich von mir zu lösen, aber ich lasse nicht los und er umarmt mich weiter.

„Dann soll der süße Typ also doch nicht aufhören?“, flüstert er mir ins Ohr.

Ich haue ihn, aber bleibe leise.

*Anne

Wir haben beschlossen, in der Wohnung zu bleiben, also sitzen wir alle zusammen, als Laura und Liam zurück kommen. „Wo wart ihr?“

„Wieso bist du weggerannt?“

„Wie hast du ihn gefunden?“

Die beiden ignorieren die Fragen und setzten sich zu uns. Liam geht es anscheinend wieder besser, den er lächelt und guckt nicht mehr so traurig wie eben.

Weil Niall, während die beiden weg waren, alles aufgegessen hat, räumen wir die Teller weg und Jacky und Niall holen ihre Gitarren. Wir setzten uns wieder in den Kreis und Niall flüstert Jacky kurz was ins Ohr und sie nickt.

Als wir erkennen, dass es Wonderwall ist, singen wir anderen mit. „Ihr habt wirklich mega tolle Stimmen“, sagt Lina. Perrie guckt sie verwundert an. „Klar, müssen sie doch auch, sonst wären sie am Arsch.“

„Wie meinst du das?“

„Wir.. ähm.. wir haben in England immer auf Hochzeiten und anderen Festen gespielt“, sagt Niall und guckt Perrie böse an. Wieso ist er sauer? Ich versteh die Jungs manchmal echt nicht. „Wieso habt ihr ihnen das noch nicht gesagt?“, fragt jetzt Eleanor, die sich an Louis gekuschelt hat und ich gucke schnell wieder weg. „Haben wir ja jetzt“, sagt Niall schnell, bevor irgendjemand etwas sagen kann.

Niall fängt sofort ein anderes Lied an zu spielen, was sich als Forever Young raus stellt.

Wir singen noch ein paar Lieder, aber nach und nach schlafen immer wieder ein paar ein.

„Habt ihr Tee?“, frage ich Harry und der geht sofort in die Küche und macht mir einen. Als er zurück kommt merke ich, dass es ein Früchtetee ist, zum Glück. Ich schlürfe den Tee aus und stelle die Tasse ein Stück weiter weg hin, dann lehne ich mich gegen Harry und bin kurz danach auch eingeschlafen.

*Louis

Ich lege schnell Elli auf den Boden, die schon vor ein paar Liedern eingeschlafen ist. Ich helfe Niall und Jacky Decken und Kissen zu holen, weil wir die einzigen sind, die noch wach sind. Wir legen immer ein Kissen neben jemand, weil wir sie nicht wecken wollen, dann decken wir alle zu und legen uns selbst hin. Kurz danach höre ich, dass Niall und Jacky auch eingeschlafen sind. Ich gucke immer wieder zu Anne, die an Harry gekuschelt schläft. Sie sieht so friedlich aus wenn sie schläft. Ich stehe auf und bringe ihre Teetasse in die Küche, dann mache ich mir selbst einen Tee. Ich kann eh nicht schlafen, also wieso sollte ich unnütz rum liegen?

Ich gehe zurück ins Wohnzimmer und lehne mich gegen die Halbwand, direkt neben Anne. Ich streiche ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht, worauf sie die Nase kräuselt. „Unfair“, höre ich sie leise murmeln. Redet sie immer im Schlaf? „Was ist unfair?“, frage ich vorsichtig zurück. Sie dreht sich so, dass sie zu mir guckt, anscheinend reagiert sie im Schlaf auf sowas.

„...viel zu nett, ... nicht böse...“

Ich bin verwirrt. Was meint sie?

Ich lege mich neben sie, sodass ich sie angucken kann. Nach der Zeit döse ich leicht weg.

„Louis.“

Was ist los?

Ich öffne die Augen und gucke Anne an. Sie schläft immer noch. Bilde ich mir jetzt schon Stimmen ein, die mit mir reden? „Louis.“

Ich setzte mich verwirrt hin und gucke wer mit mir spricht. Oh nein, Elli.

„Was machst du da, Louis?“, fragt sie mich traurig. „Ich...“, ich weiß nicht was ich ihr sagen soll. Sie setzt sich neben mich und guckt zwischen Anne und mir hin und her.

„Sie mag dich“, sagt sie leise, so dass ich sie kaum höre. Ich gucke sie verwirrt an. „Wieso sagst du mir das jetzt?“ „Lou, du magst sie auch. Dass kann ich doch sehen“, sagt sie traurig und guckt aus dem Fenster.

Wieso wissen eigentlich immer alle was ich grade denke? „Ich war lange genug mit dir zusammen, ich kenne dich.“ War? Ich gucke sie wieder verwirrt an.

„Lou, ich will nicht mit jemandem zusammen sein, der mich nicht liebt. Damit werde ich auch nicht glücklich.“ „Elli, aber...“, ich weiß nicht was ich sagen soll. Sie guckt wieder zu Anne. „Ich weiß nicht, wann ich aufhören werde dich zu lieben oder ob ich es jemals kann. Aber ich weiß, dass ich will, dass es den Menschen die ich liebe immer gut geht. Und zu den Menschen zählst du auch.“

Sie guckt mich traurig an. „Und du wirst nicht glücklich, wenn du weiter mit mir zusammen bist.“

Ich kann nicht glauben, dass sie grade mit mir Schluss macht. Sie verschwindet in meinem Zimmer und kommt kurz danach mit ihrem Koffer wieder.

Ich sehe, dass ihr Tränen die Wange runter laufen, als sie zu mir kommt. Elli gibt mir einen Kuss auf die Wange und flüstert „Ich liebe dich.“

Dann ist sie verschwunden.