Undercover Love
Chapter 1
*Anne
Ich werde von dem nervigen Klingeln meines Handyweckers geweckt. Mit einem genervten Blick auf das Handy bemerke ich, dass es schon viertel vor 9 Uhr ist. Scheiße ich hab mal wieder verschlafen. In 15 Minuten kommt doch schon der Umzugswagen. Ich springe erschrocken aus dem Bett und renne durch das halbe Haus ins Badezimmer. Ich dusche schnell und ziehe mich an. Ich entscheide mich für rote Hotpants und ein schwarzes Top. Für schminken bleibt definitiv keine Zeit mehr und für großartig Haare machen auch nicht, ich stecke mir also meine langen, viel zu voluminösen Haare zu einem lockeren Dutt zusammen. Grade als ich fertig bin höre ich schon den Umzugswagen auf den Hof fahren.
„Anne Schätzchen, der Umzugswagen ist da“, ruft meine Mutter aus der Küche.
Ich renne die Treppe runter zu ihr. „Ich habe das schon gehört Mum und nenn mich nicht immer Schätzchen ich bin schließlich schon 18!“
Ich dirigiere die Umzugshelfer in mein altes Zimmer und sie bringen die vollgepackten Kisten in den Wagen. Ich nehme nur das wichtigste mit, meine Bücher, meine Klamotten und mein Keyboard. Möbel habe ich extra neue gekauft, die stehen auch schon der neuen Wohnung. Mein Vater hat mir alles bezahlt, die Wohnung, die Möbel und ein Auto, einen roten Lamborghini. Er ist Anwalt in New York und verdient richtig viel. Zu meinem 18. Geburtstag, vor 3 Monaten, dachte er sich dann, wenn ich sie schon nicht besuche, dann schenk ich ihr doch mal ne Wohnung und ein Auto. Ich hätte mich lieber über meinen Vater gefreut, aber man kann ja nicht alles haben.
Die Umzugshelfer haben mittlerweile alle Kisten in den Wagen gebracht und fahren los. Ich verabschiede mich von meiner Mutter und setzte mich in meinen Lamborghini.
Auf halber Stecke überhole den Umzugshelfer, die 10 Minuten vor mir losfahren konnte, da sie nicht die Verabschiedung meiner Mutter mitmachen mussten.
2 Minuten später stehe ich vor einem 3-stöckigen Mehrfamilienhaus.
*Jacky
Ich schlinge mir grade mein fünftes Brötchen runter, als es klingelt. „Ich komm!“, rufe ich mit vollem Mund und gehe zur Tür. „Hast du schon alles eingepackt? Wieso bist du noch nicht umgezogen? Du hast Nutella an deiner Nase! Ach und guten Morgen, Kleine“, werde ich sofort von Anne zugelabert. Ich macht mir schnell das Nutella von der Nase. „Ich hatte schon vorgestern alles gepackt und ich ziehe mich ja jetzt um!“, sage ich und umarme sie.
„Gut so, ich hab den Umzugswagen eben überholt, er ist in etwa 5 Minuten da.“
Das ist mal wieder typisch Anne, kaum hat sie ein schnelles Auto, rast sie durch die Gegend. „Okay ich brauch nicht so lang.“ Zum Glück hatte ich vor dem Frühstück schon geduscht und muss nur noch Zähne und mich anziehen. Ich entscheide mich für einen schwarzen Minirock und ein rotes Top, weil es das einzige ist, dass noch nicht in den Umzugskisten verstaut ist. Meine langen braunen welligen Haare lasse ich offen, außerdem schminke ich mich dezent.
Im nächsten Augenblick wird auch schon die Badezimmer-Tür aufgerissen.
„Bist mal langsam fertig? Der Umzugswagen ist da“, sagt Anne, die grade ein Croissant isst.
Die Umzugshelfer packen die Kisten zu den anderen in den Wagen, außerdem packen sie meine Gitarre noch mit dazu. Zum Glück arbeiten meine Eltern und mir bleibt das Verabschiedungs-Unterfangen erspart.
Wir gehen hinter den Umzugshelfern aus dem Haus.
„Also der braunhaarige Typ sieht ja schon gut aus“, meint Anne, als wir grade aus dem Haus gehen. Typisch.
*Anne
Nach 10 Minuten fahrt, kommt der Rhein in Sicht. „Mädchen, fahr langsamer! Ich hab keine Lust von der Polizei angehalten zu werden!“, mault die 17-järige mich an, die sich ängstlich an ihrem Sitz fest krallt.
„Beruhig dich, wird schon nichts passieren“, antworte ich. Und nach weitern 5 Minuten, fahren wir in die Tiefgarage eines modernen Hochhauses in der Innenstadt Kölns. Ich parke meinen Lamborghini auf meinem Privatparkplatz. Wir fahren mit dem Aufzug in die Lobby und von dort aus nehmen wir den Aufzug der direkt ins Penthouse fährt, unserer neuen Wohnung.
Oben angekommen schließe ich die Tür auf und höre nur ein gehauchtes „Wow“ von Jacky, die die Wohnung vorher noch nicht gesehen hat. Im nächsten Augenblick liege ich auch schon auf dem Boden, weil Jacky sich über fröhlich auch mich geschmissen hat, kurz drauf springt sie aber schon schreiend im Kreis. Wenn man in die Wohnung kommt steht man direkt im Wohnzimmer, es stehen zwei große, schwarze und gemütliche Sofas, die so groß sind, dass man sich drauflegen kann, mit roten Kissen vor einem großen Flachbildfernseher der an der Wand hängt, unter dem Fernseher steht eine Wii und eine PS3. Rechts an der Wand neben der Haustür steht ein großes, noch leeres Bücherregal aus Glas, neben dem Bücherregal ist eine schwarz-rote Zeichnung von Jacky und mir aufgehangen. Links an der Wand, von der Haustür, die an die Küche grenzt steht ein Esstisch aus Glas mit schwarzen Holzstühlen.
Gegenüber von der Haustür besteht die Wand komplett aus Glas und es gibt eine Schiebetür, welche auf die Dachterrasse führt. Links von der Haustür aus ist kurz vor der Glaswand eine Tür die in den Flur führt.
Die Wände sind cremeweiß gestrichen und lassen den Raum noch größer wirken.
An der Decke hängt eine große, runde, weiße Lampe mit roten Blumen drauf.
Jacky springt immernoch im Kreis, als es klingelt und die Umzugshelfer die Kisten in die Wohnung bringen. Ich betrachte ganz nebenbei den braunhaarigen Typ, der mir zwischendurch immer wieder zuzwinkert oder mich anlächelt, nach einer Zeit ignoriere ich ihn dann.
*Jacky
Die Wohnung ist echt der Hammer! Als ich mit dem im Kreis springen fertig war, habe ich mir die Küche angeguckt, sie ist rot. Klein, aber hübsch.
Als ich es kaum noch aushalten konnte, führte mich Anne dann noch durch die restlichen Räume. Von dem Wohnzimmer aus geht es in einen weißen Flur, an der Wand sind schwarze Blumen gezeichnet. Links die Tür geht zu Annes Zimmer, rechts zu meinem Zimmer und gradeaus ist das Badezimmer.
Das Badezimmer ist ein Traum, es hat so eine Regenwalddusche und eine große Badewanne. Die Fliesen in der Dusche sind schwarz und mit goldenen Fäden durchzogen, die Badewanne ist auch schwarz, genauso wie die Toilette und die zwei Waschbecken. Die Wände sind goldschimmernd und der Boden ist schwarz. Die goldenen Lampen neben dem großen Spiegel, der über den zwei Waschbecken hängt, sind Regentropfen-förmig, außerdem sind in der Dusche kleine Lichter.
Danach zeigt sie mir mein Zimmer, zwei Wände sind weiß, mit lila Streifen, eine ist ganz lila. An der Wand hängt schon mein Bild mit den weißen Lilien. Und eine Wand ist aus Glas, die gegenüber von der Tür. Links geht es in meinen begehbaren Kleiderschrank. Ich lasse mich auf das große Doppelbett fallen, welches unter dem Lilien-Bild steht. Und vor dem Fenster steht ein Schreibtisch. Die Möbel sind weiß gestrichen.
Ich kann kaum glauben, dass dieses tolle Zimmer jetzt meins ist, ich fange an die Umzugskisten auszupacken, die im Zimmer rumstehen.
*Anne
Nachdem ich Jacky ihr Zimmer gezeigt habe und sie erstmal wieder ausgeflippt ist, gehe ich gegenüber in meins, es ist genauso geschnitten wie Jackys und hat auch einen begehbaren Kleiderschrank. Zwei Wände sind ozeanblau und eine Wand hat eine Motto Tapete, auf der man den Strand mit Meer und Sonnenuntergang sieht, davor steht mein riesiges Wasserbett. Wie bei Jacky steht vor dem Fenster ein Schreibtisch. Meine Möbel sind aber schwarz gestrichen.
Als ich grade anfange meine Sachen auszupacken, klopft es an der Tür.
„Ja, komm rein“, rufe ich zur Tür, während ich Klamotten in meinen Schrank bringe.
Als ich wieder raus komme steht da nicht Jacky sondern der braunhaarige. „Ähm, ja?“
„Ich wollte nur Bescheid sagen, wir sind jetzt fertig“, antwortet dieser. Ich nickte nur und brachte weitere Sachen in meinen Schrank. „Anne? Wieso ist dieser Typ in deinem Zimmer?“, höre ich Jacky rufen.
Wieso ist dieser Typ nicht gegangen? Ich war sicherlich 10 Minuten im Schrank. Ich gehe zu ihr und tatsächlich er steht noch da. „Ich weiß auch nicht, ich dachte er wär gegangen.“ Der braunhaarige guckt mich traurig an, entschuldigt sich leise und verschwindet.
Jacky guckt mich böse an. „Wieso bist du immer so gemein zu Typen? Eben flirtest du noch mit ihm und plötzlich ignorierst du ihn.“ „Was kann ich den dafür, wenn dieser Typ denkt ich will was von ihm und er einfach in meinem Zimmer rumsteht? Außerdem habe ich ihm garantiert keine Hoffnungen gemacht!“
*Jacky
„Keine Hoffnungen gemacht? Du denkst also dem Typ ist es egal, wenn du mit ihm flirtest und sagst das er gut aussieht, wenn du genau weißt das er dich hört?“ Ich verstehe Anne echt nicht, sie guckt wirklich jedem gut aussehenden Typ hinterher und flirtet mit ihnen, aber kaum kommt ihr ein Typ zu nah, blockt sie ab.
„Mir doch egal!“, schreit sie mich an und stürmt ins Badezimmer. Ich renne ihr nach.
„Mach auf! Das bringt jetzt auch nichts wenn du dich einschließt, rede mit mir!“
Als ich nach fünf Minuten immer noch keine Antwort bekomme, reicht es mir. Ich weiß das es nichts bringt, wenn sie dicht macht, dann kann man nicht mit ihr reden.
Ich beschließe einkaufen zu gehen, ist sinnvoller als hier zu warten. „Ich geh jetzt, bin in einer halben Stunde wieder da“, sag ich und bekomme wie erwartet keine Antwort.
Zum Glück wohnen wir in der Innenstadt und der nächste Supermarkt ist nicht weit weg. Ich kaufe schnell etwas zum kochen, Süßigkeiten und Eis.
Auf dem Weg zum Supermarkt entdecke ich ein kleines Café. Sieht ganz gemütlich aus, also merke ich es mir. Weil es mittlerweile über 30 Grad sind, beeile ich mich auf dem Rückweg, damit das Eis nicht schmilzt. In der Lobby angekommen, bin ich glücklich über die kalte Luft.
In der Wohnung packe ich erstmal alle Sachen weg und beginne dann zu kochen. Vielleicht bekommt man Anne ja mit Gyros und Reis aus dem Badezimmer, sie liebt dieses Essen. Als das Essen dann fertig ist, gehe ich zum Badezimmer. „Anne ich hab gekocht“, sage ich und klopfe an. Ich spüre förmlich wie sie überlegt. „Was gibt’s den?“ „Gyros“, sage ich lächelnd. Kurz darauf höre ich wie Anne die Tür aufschließt. Sie geht an mir vorbei in die Küche und fängt an den Tisch zu decken. Sie hat Hunger, sonst würde sie das nicht freiwillig machen.
*Anne
Nachdem ich fast eine Stunde auf dem Badezimmer-Boden gesessen habe, tut das laufen doch ganz gut. Nachdem ich fertig gedeckt habe, hole ich den Topf mit dem Gyros und die Reis-Schüssel auf den Tisch. Man hab ich einen Hunger. Jacky und ich setzten uns und fangen an zu essen, zum Glück bleibt mir ein Gespräch erspart, ich will nicht darüber reden.
Als wir fertig sind, bringe ich wortlos das Geschirr in die Spülmaschine.
„Hast du Lust auf Filmabend?“, frage ich Jacky. Die nickt nur lächelnd.
„Wir wär's mit 'Mit dir an meiner Seite'?“, fragt sie mich. Ich gucke sie wütend an. „Du weißt doch genau das ich diesen Film hasse! Ich bin für 'Fluch der Karibik', den mögen wir beide.“ Also gucken wir 'Fluch der Karibik', wir setzten uns mit Süßigkeiten auf ein Sofa. Als der Film zu ende ist, sehe ich das Jacky eingeschlafen ist. War ja klar, sie schläft immer ein. Nachdem ich alles versucht habe, um sie zu wecken, beschließe ich, dass es nichts bringt.
Ich gehe schnell ins Bad und mache mich fertig, hole eine Decken und gehe zurück zu Jacky.
Wenn sie schon nicht ins Bett geht, dann soll sie es wenigstens bequem haben. Also decke ich sie zu und gehe dann selbst in mein Bett.