Undercover Love

Anne Tomlinson · Kapitel 8 von 58

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Undercover Love

Chapter 8

 

*Anne

Wir Mädchen rennen schnell in unsere Zimmer und ziehen Boxershorts und Top zum schlafen an, als wir wieder ins Wohnzimmer kommen, stockt mir der Atem, die Jungs haben nur noch Boxershorts an und sehen alle verdammt gut oben ohne aus. Wir verteilen uns alle auf die zwei Sofas und einer Matratze auf dem Boden, die wir aus Jacky's Zimmer geholt haben, und ich lande, wie es der Zufall so will, natürlich zwischen Harry und Louis. Laura, Lina und Zayn liegen auf der Matratze zwischen den zwei Sofas.

„Welchen Film wollen wir gucken?“, fragt Jacky in die Runde, die sich schon an Niall gekuschelt hat.

„Toy Story!“, ruft Liam sofort, der auf der anderen Seite von Jacky liegt.

Die Jungs brummeln alle vor sich hin, anscheinend müssen sie öfters wegen Liam diesen Film gucken.

„Mit dir an meiner Seite?“, fragt Jacky vorsichtig. „Nein, Jacky niemals!“, rufe ich und werfe sie mit einem Kissen ab. Sie wirft mich auch mit einem Kissen ab. „Du bist gemein!“, sagt sie gespielt eingeschnappt.

Es kommen noch die Ideen Harry Potter, Grease, 96 Hours, Nightmare on Elm Street, Fluch der Karibik und Titanic. Weil es von Harry Potter und Fluch der Karibik zu viele Filme gibt und wir alle schon 96 Hours so oft gesehen haben, entscheiden wir uns zuerst Grease, dann Nightmare on Elm Street und als letztes Titanic zu gucken.

Das wird eine sehr lange Nacht.

Ich mache schnell Grease rein und hole aus der Küche Süßigkeiten, also Popcorn, Chips, Schokolade und Gummibärchen, und drei große Flaschen Cola.

Wir verteilen die Süßigkeiten gerecht auf die Sofas und die Matratze und jede 'Gruppe' bekommt eine Flasche Cola. Ich kuschel mich schnell wieder unter die Decken. Bei jedem Lied im Film, fangen alle an mitzusingen, weil wir den Film alle schon mehrmals gesehen haben.

„Ey gebt uns noch ein paar Süßigkeiten“, sagt Niall mitten im Film. Haben die eiskalt die ganzen Süßigkeiten schon aufgegessen. „Jacky, hol euch was aus der Küche, wir haben noch genug!“ Jacky tappst in die Küche und kommt mit mehreren Tüten zurück. Ich fühle mich mittlerweile sehr eingeengt zwischen Harry und Louis, mir kommt es so vor, als ob sie immer weiter zu mir rücken würden, aber dass bilde ich mir hoffentlich nur ein.

*Jacky

Ich liege angelehnt an Niall. Ich bin ja so glücklich, ich hätte nie geglaubt, dass die Aktion klappen würde. Als dann irgendwann in Nightmare on Elm Street schon wieder keine Süßigkeiten mehr da sind und nur noch ein rotes Gummibärchen in der Tüte liegt, greifen Niall und ich gleichzeitig in die Tüte, aber Niall ist schneller.

Ich gucke ihn traurig an, rote Gummibärchen sind meine Lieblingsgummibärchen. Niall bemerkt meinen Blick und guckt mich mitleidig an.

„Hier Darling“, sagt er und gibt mir das Gummibärchen. Ich lächel glücklich und lege mich wieder hin.

Liam der neben mir sitzt schmollt immer noch, weil wir nicht Toy Story gucken.

Ich gucke zu den drei die auf MEINER Matratze liegen, Laura ist anscheinend eingeschlafen, aber Lina und Zayn gucken immer noch gespannt den Film.

Ich sehe Anne an, dass sie sich unwohl fühlt. „Ich geh mal kurz auf Klo“, flüster ich Niall zu und stehe auf. Ich gehe schnell zu Anne und ziehe sie mit mir.

Als wir im Bad sind umarmen wir uns erstmal leise kreischend, wir haben noch nicht geredet, seitdem ich auf der Bühne für Niall gesungen habe.

„Ich bin so glücklich“, sage ich und umarme sie nochmal. Sie guckt mich fröhlich an. „Ich freu mich ja so für dich meine Kleine. Und du hast wirklich wundervoll gesungen!“ Den letzten Satz ignoriere ich.

„Kann er gut küssen?“, fragt mich Anne.

„Er kann so wunderbar küssen, ich fühle mich so, frei. Wie auf Wolke 7. Ich weiß es klinkt kitschig, aber ich soll dich ja nicht anlügen, oder?“

„Och wie süß, klein Jacky ist so richtig verliebt“, sagt Anne mit Kleinkinderstimme, dafür haue ich sie erstmal. „Aua!“, jault Anne.

Ich gucke sie an, ich kenne sie schon so lange und weiß, dass ihre gute Laune nur gespielt ist.

„Was ist los, Entchen?“, frage ich sie.

Sie guckt mich traurig an, vielleicht auch ein wenig erleichtert, dass sie nicht mehr so tun muss als ob. „Ach weißt du, da fange ich grade an einen Jungen zu mögen und dann stellt sich heraus, dass dieser Idiot eine Freundin hat!“, ich sehe wie sich Tränen in ihren Augen sammeln. „Scheiße, wieso muss er so süß sein?“, fragt sie mich und fängt jetzt wirklich an zu weinen.

Ich hole schnell Taschentücher und gebe sie Anne, sie nimmt sie dankend an. Als sie sich die Tränen abgewischt hat umarme ich sie. „Er ist wirklich ein Idiot, lass dich von ihm nicht runter ziehen und guck nach vorne. Lenk dich ab!“, rate ich ihr und sie nickt. Ich sehe ihr an, dass sie einen Plan hat, auch wenn ich vermute, dass es ein schlechter ist.

*Louis

Ich blicke auf, als ich die Badezimmertür höre, Anne und Jacky waren jetzt fünfzehn Minuten auf Klo.

Was haben sie solange gemacht? Über was haben sie geredet? Anne setzt sich wieder zwischen mich und Harry, aber ignoriert mich vollkommen.

Grade als wieder einmal Freddy in den Träumen vorkommt, rückt Anne noch ein Stück weiter an Harry, dieser nimmt das mit einem Grinsen zur Kenntnis.

Sie legt ihren Kopf auf seine Brust und jedes Mal wenn sie sich erschreckt, was ziemlich oft ist rückt sie ein weiteres Stück näher. Wieso ist sie so ausgeflippt als sie erfahren hat, dass ich eine Freundin habe? Sie steht doch auf Harry. Auf Harry! Ich versuche mich auf den Film zu konzentrieren und nicht auf ihre Haare, die ihr leicht zerzaust um den Kopf hängen, weil sie die ganze Zeit zusammenschreckt, oder auf ihre Wärme, die ich spüren kann, weil sie nur wenige Zentimeter von mir entfernt liegt. Ich versuche zu ignorieren, dass sie grade mit Harry kuschelt und immer näher an ihn ran rückt oder Harry's Grinsen, dass immer breiter wird.

Ich versuche das Stechen zu unterdrücken, dass immer größer wird, wenn sie näher zusammen rücken. Das Stehen, wenn sie sich anlächeln.

Ich bin heilfroh, als der Film zu Ende ist, denn dann können die beiden nicht mehr kuscheln.

Falsch gedacht, wir gucken ja noch Titanic. Als die Szene mit der Kutsche kommt, wird mir alles zu viel. Sie knutschen, und noch vieles mehr, im Film rum und in echt kuschelt sich Anne immer mehr an Harry.

Ich stehe leise auf, gehe auf die Dachterrasse und lehne mich gegen die Wand.

„Was ist los?“, fragt mich Liam der plötzlich neben mir sitzt. Soll ich ihm die Wahrheit sagen? Ich meine, ich weiß ja selbst nicht wirklich was mit mir los ist.

„Ach, weißt du, ich glaube ich bin ein Idiot“, sage ich. Liam nickt. „Du magst sie?“

Wie bekommt er sowas eigentlich immer raus? Es wird langsam gruselig.

„Ja, ich glaube schon“, sage ich leise. „Aber was soll ich machen? Ich habe eine wunderbare Freundin, die mich über alles liebt und Anne kuschelt da drin mit meinem besten Freund.“ Ich gucke nach vorne und sehe etwas entfernt die Spiegelung des Mondlichtes auf dem Rhein, es ist wunderschön hier oben, wenn man nicht grade kurz vorm verzweifeln ist. „Ich kann dir nur sagen, dass wenn du sie wirklich magst, dann musst du um sie kämpfen, aber es ist nicht gerecht, wenn du mit Eleanor noch zusammen bist, dann wird Anne nämlich denken du benutzt sie nur.“

Er klopft mir auf die Schulter und geht wieder rein.

*Harry

Genau in dem Augenblick, als Louis verschwunden ist, steht Anne auf und verschwindet in ihrem Zimmer. Ich gehe ihr schnell nach. „Anne, was ist eigentlich los mit dir?“, frage ich sie vorsichtig, sie sitzt in ihrem Bett und starrt aus dem Fenster auf den Rhein. Ich kann hören, dass sie weint. Als ich mich neben sie setzte, wischt sie sich schnell die Tränen weg.

Ich wusste, dass sie mich nicht so mag wie ihn, aber ich mag sie, deswegen habe ich mitgespielt, aber wenn ich sie so sehe, dann bereue ich es.

Ich lege einen Arm um sie und sie lehnt sich gegen mich und fängt wieder an zu weinen.

„Wieso?“, fragt sie leise, fast flüsternd.

„Ich weiß nicht wieso, aber gegen Gefühle kann man nichts machen, ich weiß wovon ich rede. Aber wenn du so tust, als ob du auf mich stehst, dann bringt dich das kein Stückchen weiter.“ Sie nickt. „Es sollte ihn eifersüchtig machen, hat aber nicht wirklich geklappt oder?“

Es hat sehr wohl geklappt, aber das wird sie noch früh genug erfahren.

Sie legt sich aufs Bett und zieht mich mit, weil ich meinen Arm um sie gelegt habe.

Anne schläft schnell ein und ich wische ihr noch schnell ein paar Tränen weg, bevor ich auch einschlafe.