Undercover Love
Chapter 41
*Liam
Ich schließe die Tür hinter mir.
„Schönes Wetter heute“, sagt Laura neben mir.
Ich gucke sie mit hochgezogener Augenbraue an. „Heute so intelligente Sätze?“
Laura wird rot.
„Ja“, murmelt sie und geht zum Aufzug. Sie redet heute nicht viel, sie hat grade mal zwei vernünftige Sätze gesagt. 'Guten Morgen, hast du gut geschlafen?' Obwohl der nicht wirklich intelligent war, aber nehme ich einfach mal hin.
Wir steigen aus dem Aufzug, als uns Harry entgegen kommt.
„Wo wollt ihr den hin?“, fragt Harry uns.
„Ich will Laura nach Hause bringen. Wo warst du so früh?“, frage ich.
Harry guckt auf sein Handy. „Drei Uhr nachmittags. Früh... Okay. Ich war Brötchen holen.“
„Und wo sind die Brötchen?“
Harry guckt mich verwirrt an, dann auf seine Hände. „Gegessen? Ich meine wer isst schon um drei Uhr nachmittags noch Brötchen?“
„Ne ist klar“, mischt sich Laura lachend ein.
Ich zucke mit den Schultern und gehe mit Laura weiter.
„Nix da, Laura bleibt bei mir“, sagt Harry laut und hält Laura an der Hand fest. „Wir machen uns einen Mädelstag.“
Harry guckt mich tuntig an und geht Arsch wackelt Laura hinterher schleifend weg.
„Ciao“, ruft Laura mir lachend über die Schulter zu.
Ich winke ihr und gehe dann kopfschüttelnd rein.
Mädelstag... Ist klar.
*Laura
Dieser Junge neben mir hat eindeutig einen Knall.
„Mädelstag?“, frage ich immer noch lachend.
Harry nickt. „Klar. Wir gehen shoppen, schminken uns, lästern und starren süßen Typen hinterher.“
Ich reiße meine Hand los und renne lachend weg.
Eindeutig einen Knall! Einen großen, großen Knall!
„Du bist vollkommen durchgedreht Harold“, sage ich kopfschüttelnd und verstecke mich hinter einer alten Frau die mich böse anguckt.
„Natürlich bin ich durchgedreht! Und nenn mich nicht Harold, Laurieleinchen“, ruft Harry lachend und rennt mir hinterher.
Ich lasse mich auf eine Bank fallen und Harry sich neben mich.
„Bist du auf Droge oder warst du in einem Schwulenclub?“, frage ich ihn grinsend.
„Ich weiß nicht was du meinst.“ Harry guckt mich wieder tuntig an. „Oh mein Gott, der Typ dahinten ist ja mal voll heiß! Guck dir mal den Arsch von dem an!“
Ich gucke Harry ungläubig an.
„Ja, ich weiß er ist nicht besser als der von Louis. Beschwer dich hier nicht.“
Ich schüttel den Kopf.
Zwar wiederhole ich mich, aber dieser Typ neben mir hat einen Knall.
Ich verwende heute echt viele Anaphern, meine alte Deutschlehrerin, Frau Wacker, wäre sehr stolz auf mich.
„Kommst du jetzt ich will shooooooooooppen“, sagt Harry langgezogen und zieht mich Richtung Einkaufszentrum.
Der erste Laden in den wir gehen ist völlig in pink. Meint der das ernst?
Ich hasse pink.
„So wir werden jetzt Sachen anprobieren“, meint Harry völlig fröhlich.
Wir? In einem Dessousladen...
Ich fühle mich hier leicht fehl am Platz. Plötzlich steht Harry wieder neben mir, mit vier BH's.
„Die drei probierst du jetzt an“, sagt Harry und schubst mich in die nächste Umkleide.
Ich ziehe die BH nach einander an, ich werde sie definitiv nicht Harry zeigen.
Als ich grade den letzten angezogen habe, guckt Harry in die Kabine. „Der ist hübsch.“
„Harry!“, kreische ich auf.
„Was?“, fragt Harry verwundert. „Wie findest du eigentlich meinen?“
Er kommt ganz in die Kabine und mir fallen fast die Augen raus, als Harry vor mir im pinken BH steht.
„Und jetzt machen wir Foto“, sagt Harry und holt sein Handy raus.
Ich gucke ihn erschrocken an, aber er zieht mich nur an sich ran und stellt sich vor den Spiegel. „Lächeln Laurieleinchen“, sagt Harry und ich muss grinsen.
Harry macht aber nicht nur ein Foto, nein er macht eine Fotoreihe. Idiot.
„Wehe ich finde da irgend eins im Internet Harold“, maule ich.
Er guckt mich traurig an. „Na gut. Aber dafür kauf ich dir den BH.“
Kurz danach sitzen wir in der Eisdiele, ich einen BH reicher und Harry 100 Euro ärmer.
*Harry
Das ist eine echt tolle Methode Frauen nur in BH zu sehen, aber da wir gute Freunde sind macht es mir nichts aus, dass sie mich in BH gesehen hat, und ihr hoffentlich auch nicht.
„Guck mal die da hinten hat voll die schrecklichen Schuhe“, sage ich und zeige auf eine Frau mit drei Kindern.
Laura guckt mich böse an. „Die hab ich auch Harold.“
Ich gucke entsetzt. „Ehm...Ich meine natürlich schrecklich schöne Schuhe.“
„Ach glaub mir doch nicht immer alles Harold“, sagt Laura lachend und isst etwas Eis.
Ich schüttel den Kopf.
Die hat echt nicht mehr alle Tassen im Schrank.
„Aber ernsthaft die Hose macht voll den fetten Arsch“, sagt Laura und zeigt auf eine andere Frau, die grade vorbei geht.
Ich gucke sie gekränkt an und denke an meinen Kleiderschrank. „Nein tut sie nicht!“
„Wieso?“, fragt Laura.
„Ich habe die gleiche“, sage ich ehrlich.
Laura guckt mich verwirrt an. „Du hast eine Frauenhose?“
Ich nicke. „Ja, die machen die Beine so schön schlank und lang.“
„Harold, Harold, Harold.“
„Nix Harold“, maule ich und esse mein Eis weiter.
„Doch Harold“, sagt Laura grinsend.
„Nein! Nix Harold“, protestiere ich.
Laura guckt mich böse an. „Ich werde jetzt nicht mit dir darüber diskutieren, Harold.“
Ich verdrehe die Augen. „Pff.“
Wir bezahlen und gehen weiter durch das Einkaufszentrum.
„Und jetzt?“, fragt Laura.
Ich grinse sie an und zeige auf einen Schönheitssalon. „Schminken!“
*Danielle
Ich klingel an der Tür vor mir.
Und warte, und warte, und warte.
Wieso dauert das den so lange? Vielleicht ist er ja beschäftigt...
Ich gehe zum Fenster. „Oh, das Fenster in der Wohnung ist ja offen.“
Das muss man doch schließen.
Nur wie komme ich in die Wohnung um es zuzumachen?
Wieso sind Fenster bei Hochhäusern eigentlich verschlossen? Wenn stört es schon, wenn kleine Kinder aus dem Fenster fallen.
Aber wozu hat Frau Haarklammern.
Ich nehme eine meiner mega tollen stabilen Haarklammern und fange an an dem Schloss rum zu fuchteln.
Ist ja nur ein Meter, wozu bin ich den sportlich?
Ich gucke runter und sehe ein paar sehr viele Meter nach unten.
Langsam, ganz langsam setzte ich meinen Fuß auf einen Vorsprung, und habe das Gefühl zu fliegen, direkt zu meinem Liam.
Er denkt bestimmt, ich bin ein Engel, wenn ich durch das Fenster komme.
Als ich mit dem Fuß ausrutsche, hilft mir Bernard, das Einhorn, um nicht zu fallen.
Meine Hoffnung wird enttäuscht, Liam schläft und kann mich nicht her rein fliegen sehen, wie ein Engel.
Änder ich meinen Plan halt.
Ich fange an mich auszuziehen.
Bernard hilft mir bei meinen Schuhen und erlaubt mir alle meine Sachen so lange auf seinen Rücken zu legen.
Ich finde es wirklich nicht fair von Liam, dass er meine Anwesenheit noch immer nicht bemerkt hat. Das Licht, das mich umgibt, hätte ihn doch schon lange wecken müssen.Dann fange ich eben ohne ihn an.
Vier kleine Elfen tauchen auf und helfen mir die Decke von Liams Körper zu ziehen, darunter trägt er kein T-Shirt, nur ein Paar Shorts.
Erschrocken halte ich inne. Er ist grün! Aber auch das macht nichts, denn er sieht immer noch bezaubernd aus.Ich blinzle und dann ist er auf einmal gelb. Dann blau. Dann lila und schließlich sieht er wieder aus wie sonst. So finde ich ihn doch am schönsten. „Liam“, schnurre ich ihm ins Ohr und er brummt irgendwas.
Er ist so niedlich, so putzig und einfach toll. Ich küsse ihn und seine Lippen schmecken nach Karamellbonbons. Er küsst sogar zurück, aber er schläft leider immer noch.Trotzdem muss er meine bezaubernde Anwesenheit gespürt haben. Bestimmt hat er sie gespürt, Bernard sagt, dass sie ganz deutlich zu spüren ist.
Ich küsse seinen Hals und Liam brummt wieder.„Laura.“, nuschelt er und ich springe einen Schritt zurück, stolpere dabei über drei kleine Pilze, die aus dem Boden wachsen. Tränen verlassen meine Augen und als sie auf den Boden tropfen, ergibt das ein hohes, lautes Geräusch.„Aber ich bin nicht Laura!“, schmolle ich beleidigt und setze mich neben ihn. „Liam, Baby. Ich bin’s, Danielle, deine bezaubernde Freundin und der schönste Engel auf Erden.“ Ich lächle, als er auch lächelt.Ich knie mich über ihn und streichle über seine Brustmuskeln. Seine Haut ist so weich und ich grinse vor mich hin. Ich könnte Stunden so weiter machen. Aber ich habe ja was vor.Ich küsse noch einmal diese wundervollen Karamellbonbon-Lippen und wandere dann weiter zu seiner Brust. Er hat so tolle Haut. Ich will auch so tolle Haut! Bernhard wiehert. Böse starre ich ihn an. „Sei leise“, zische ich und wende mich dann wieder Liam zu, der immer noch friedlich schläft, aber lächelt. Ich ziehe an seiner Boxershorts, als ich plötzlich vom Bett falle.„Was?“, frage ich verwirrt und sehe dann, wie Liam mich wütend ansieht. „Was machst du hier? Wie bist du hier reingekommen und was wird das?“, fragt er aufgebracht und ich schiebe meine Unterlippe vor.„Bernard hat mir geholfen und ich wollte dich wieder sehen, weil ich bin doch ein Engel, ich bin dein Engel und ich hatte Sehnsucht.“, erkläre ich und er hebt eine Augenbraue.
„Was zum Teufel ist los mit dir? Wer ist Bernard? Ich glaube ich will das gar nicht wissen.“ „Bernard ist ein Einhorn und mein bester Freund. Aber jetzt lass uns weiter machen“, beschließe ich und werfe mich auf Liam und verschließe seine Lippen mit meinen.
Aber er drückt mich von sich.„Ey!“, beschwere ich mich und küsse ihn wieder. „Danielle! Lass das!“
„Nein!“ Ich lege mich mit meinem ganzen Körpergewicht auf ihn und halte seinen Kopf fest, damit ich ihn küssen kann. Ich will diese Karamellbonbon-Lippen küssen!Liam hört tatsächlich auf sich zu wehren und ich lächele. Ich kann ihn eben immer noch einwickeln, aber ich bin ja auch sein zuckersüßer Engel. Bernard wiehert zustimmend.
*Liam
Was mache ich hier?
Was macht Danielle hier?
Und wer zum Teufel ist Bernard?
Wieso ist so abgedreht?
Ich habe aufgegeben mich zu befreien, was auch immer Danielle geschluckt, sie ist stärker als sonst, außerdem bin ich auch nur ein Mann.
Irgendwann fange ich an zu erwiedern.
„Ich wusste es“, sagt Danielle lächelt und guckt dann neben das Bett. „Bernard es hat geklappt.“
Bernard..
Sie ist verrückt.
„Liam?“, höre ich plötzlich jemanden, der sicher nicht hier sein sollte und das auch nicht mitbekommen sollte.
Ich starre Laura mit weit aufgerissenen Augen an, die neben Harry steht.
„Was machst du den hier?“, fragt Danielle giftig.
Laura guckt mich traurig an.
„Meine Klamotten vergessen“, murmelt sie und nimmt sich den Stapel und rennt dann raus.
Ich schmeiße Danielle von mir runter, die etwas weiter purzelt und vom Bett fällt.
„Laura warte! Es ist nicht so wie es aussieht“, schreie ich und renne ihr hinterher.
Aber weil ich nichts anhabe wie ich merke, kann ich nicht weiter als zur Aufzugtür die sich vor mir schließt.
Ich gehe zurück. Ich hab mir sicher nur eingebildet, dass sie geweint hat. Wieso sollte sie auch? Wir sind ja nur Freunde.
„Was sollte das?“, schreie ich Danielle an, die sich grade anzieht.
Sie guckt mich zickig, ganz Danielle, an. „Du wolltest es doch auch. Außerdem liebst du mich, ich bin doch ein Engel.“
Ich schüttel den Kopf. „Nein! Und jetzt verschwinde!“
Danielle geht raus und dreht sich in der Tür nochmal um. „Komm Bernard, hier bleiben wir nicht mehr.“
Ich setze mich auf mein Bett und vergrabe mein Gesicht in den Hände.
„Also das waren Null von Zehn Punkten, der Partner war falsch, such dir jemand anderen“, sagt Harry und geht raus.