
Zeitgemäßes über Krieg und Tod
Zeitgemäßes über Krieg und Tod erschien 1915 in der von Freud selbst herausgegebenen Zeitschrift Imago und gliedert sich in zwei Teile. Im ersten, Die Enttäuschung des Krieges, beschreibt Freud, vom Wirbel dieser Kriegszeit gepackt, wie der Erste Weltkrieg die Illusionen einer zivilisierten Menschheit zerstört habe: Selbst die Wissenschaft habe ihre Unparteilichkeit verloren, der Anthropologe müsse den Gegner für minderwertig und degeneriert erklären, der Psychiater seine Geistesstörung verkünden, und der Einzelne fühle sich zu einem Partikelchen der riesigen Kriegsmaschinerie herabgesetzt. Im zweiten Teil, Unser Verhältnis zum Tode, untersucht Freud die widersprüchliche Haltung des modernen Menschen zum eigenen Sterben, der den Tod im Alltag verdrängt und ihm zugleich im Krieg unausweichlich gegenübersteht. Der Essay zählt zu Freuds eindringlichsten Auseinandersetzungen mit dem Ersten Weltkrieg.






