Das österreichische Antlitz

Felix Salten · Kapitel 4 von 24

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Das österreichische Antlitz

Klavierstunde bei Leschetizky

 

Ein kleines rotes Haus im Währinger Kottage, mit einem netten Turm, der sich

stramm davor aufrichtet. Ich kenne es seit meiner Kindheit; und seit ich als Bub

auf der Türkenschanze umherlief, die damals freilich noch hinter jenem Hause

gleich anfing, kenne ich vom Sehen den fröhlich dreinblickenden, weißbärtigen

Herrn, der an milden Frühlingsabenden aus der Pforte unter dem Turm

herauskam und über die Wiesen zum Heinrichshügel spazierte; immer munter,

und immer von schönen, exotischen Frauen gesprächig umgeben.

 

Der Heinrichshügel, dieser bescheiden erhöhte Abendsitz inmitten wogender

Kornfelder, ist lange verschwunden. Die Felder und Wiesen sind ja alle verbaut,

und die ganze Türkenschanze existiert nicht mehr. Es sind, wie gesagt, über

zwanzig Jahre her. Aber der weißbärtige alte Herr blickt immer noch fröhlich

drein, ist immer noch munter, und immer noch von schönen exotischen Frauen

gesprächig umgeben. Und sein kleines, rotes Kottagehaus, mit dem netten Turm,

der sich stramm davor aufrichtet, ist inzwischen der sonderbarste Ort in Wien

geworden. Jedenfalls etwas einziges in seiner Art; nicht nur bei uns, sondern

überall. Wenigstens müssen die Leute allerwegs dieser Meinung sein, denn aus

sämtlichen Weltgegenden kommen sie hierher. Wie man sagt: ein Brennpunkt.

Wenn man kurz und nüchtern mitteilt, was in diesem Hause geschieht, dann hört

es sich wie gar nichts an: Hier werden Klavierstunden gegeben. Ein

Unternehmen, das bekanntlich nur zu oft besteht, das fast immer mit allerlei

entsetzlichem Geräusch verbunden ist und nicht gerade als eine Seltenheit

angestaunt wird. Hier aber sind wir am wundertätigen Wallfahrtsorte aller

Klaviermusikanten, hier ist das Rom und der Vatikan aller Pianogläubigen, hier

werden die höchsten Weihen empfangen, denn hier wohnt und lehrt, hier segnet,

und flucht zuweilen auch, der unfehlbare, alleinseligmachende Klavierpapst.

 

Es ist etwas mehr als ein Vierteljahrhundert, seit Theodor Leschetitzky als ein

schon längst berühmter Mann in Wien sich ansiedelte. Man kann nicht sagen,

daß man ihn hier übertrieben gefeiert habe, daß die Reklametrommel für ihn

gewirbelt worden sei; und während sein Ruhm aus den entferntesten Landen

Schüler wie Verehrer herbeilockt, kennt man hier seine merkwürdige, in ihrer

Art machtvolle und seltene Persönlichkeit in weiteren Kreisen verhältnismäßig

nur wenig. Die Wiener, die seit fünfundzwanzig Jahren an ihm vorübergehen,

wissen eben nach so langer Zeit, das ist der Leschetitzky. Viel mehr wissen sie aber nicht, denn es ist bei uns immer so, daß die Leute erst »nachträglich« alles

erfahren. So kommt es, daß man jetzt nicht einmal sagen kann, Leschetitzky

habe sich in Wien eine große Stellung gemacht. In Wahrheit muß es heißen,

Leschetitzky nimmt in der Welt eine große Stellung ein und lebt in Wien. Er

könnte aber ebensogut in Graz, in Magdeburg oder in Düsseldorf leben. Weil es

nämlich nicht die Wiener gewesen sind, die ihn verkündet haben, sondern die

Fremden, die Engländer, die Amerikaner, die Schweden, Dänen, Franzosen und

Russen.

 

Hier werde ich natürlich nicht von seiner Methode sprechen. Erstens

vermöchte ich das gar nicht, zweitens interessiert mich diese Methode nur sehr

wenig, und endlich könnte eine theoretische Erörterung darüber nur einen

schwachen Begriff von Leschetitzkys Individualität geben. Diese allein aber

fesselt mich, diese eigentümliche Gewalt, die von ihm ausgeht, daß er auf seine

Schüler nicht bloß pädagogischen Einfluß übt, sondern sich vollständig ihres

Menschentums bemächtigt. Die Persönlichkeit eines Mannes, die es bewirkt, daß

ihm alle bedingungslos ergeben sind, daß sie ihn über gelegentliche Schroffheit

und manche Tyrannei hinweg unbeirrt lieben, daß große Künstler vor ihm

befangen werden und für sein kärglichstes Lob den Beifall von Tausenden

freudig dahingehen. Da ist es denn am besten, ihn einmal mitten unter seinen

Schülern zu sehen, wenn alle in dem kleinen roten Kottagehäuschen beisammen

sind und er ihrem Ehrgeiz, ihrem Können und ihrem Talent einen

Produktionsabend gönnt.

 

Von diesen Abenden ist immer wie von einem Feiertag die Rede; und es geht

auch sehr feierlich zu, wie bei einem richtigen Konzert. Nur daß es hier

angenehmer und freier ist, die Stimmung einheitlicher und viel mehr erhöht als

in einem öffentlichen Musiksaal. Das kommt daher, weil hier eine fühlbare

Zusammengehörigkeit alle verbindet. Künstler, die unter sich sind und froh

darüber, daß die Profanen draußen bleiben müssen. Nur selten geschieht es, daß

hier ein Saulus unter die Propheten gerät, ein Pontius ins Credo sich verirrt.

 

In einem langen vierfenstrigen Saale stehen an der oberen Schmalseite zwei

Klaviere nebeneinander, derart, daß die Spieler mit dem Rücken zur Wand

sitzen, das Gesicht den Hörern zugewendet, von denen sie durch die ganze

Länge des Instruments getrennt sind. An derselben Schmalseite des Musiksalons

führt eine Tür in das Speisezimmer. Hier sitzen gewöhnlich die Amerikaner und

sehen nur gerade die Vortragenden. Spielt ein gewöhnlicher Mensch, dann wird

im Saal länger applaudiert und aus dem Speisezimmer hört man bald nichts

mehr. Spielt aber ein Amerikaner oder eine Amerikanerin, dann wirds hier draußen früher stille, während aus dem Speisezimmer der Beifall der

unsichtbaren Landsleute noch weiterklingt.

 

Man ist hier überhaupt in einer höchst internationalen Gesellschaft. In Wien

an und für sich schon eine Seltenheit. Hier gibt es Russinnen in prunkvollen

Gewändern und mit barbarisch schönen Edelsteinen; dann die dunkeläugigen,

ein wenig zur karikaturmäßigen Genialität neigenden Polen; dann die blonden

Schwedinnen, die so stolze und nachdenklich blaue Augen haben, so wunderbar

goldblonde Haare, die so einfach angezogen und so schön und biegsam von

Wuchs sind; dann ein ganzes Rudel Amerikanerinnen von jener

unnachahmlichen Barrison-Grazie, von jenem unerreichbaren Schick, der sie

sogleich von allen anderen unterscheidet, und von jener gesammelten

Sachlichkeit in Miene, Geberden und Worten, die mit ein Reiz ihrer Schönheit

ist; Engländerinnen, die manchmal nicht schön sind, aber fast immer

märchenhaft viele Haare haben, märchenhaft frisiert, und von einer märchenhaft

rostroten Farbe. Dann die Amerikaner und die Engländer mit ihren

Langschädeln, ihren langen Hasenzähnen, ihren langen Armen und Beinen;

kleine stämmige Russen, breitknochige Gesichter, niedere, aber gewölbte Stirnen

und üppige Mähnen; dann natürlich die gewissen Jünglinge mit den

überspannten Locken und den überspannten Kravatten, oftmals recht groteske

Gestalten, wie Eugen Kirchner sie zeichnet. Vor Jahren ging hier als ein hagerer

Jüngling Paderewski umher, mit einem dünnen, langen Hals, aus dessen

Magerkeit der Kehlkopf wie ein halbverschluckter Bissen hervorstach. Sein

Gesicht trug die vielen Sommersprossen der Rothaarigen und er hatte einen

roten Schopf, der ihm verzweifelt in die Höhe stand, dann bis tief zur Nase ins

Gesicht herein wuchtete und sich ausnahm wie ein Hahnenkamm. Zuletzt etliche

deutsche Brüder und Schwestern aus dem Reich, die erheblich schnarren.

Endlich die beweglichen Wiener Judenmädel und die Wiener Christenmädel,

von denen wieder manche sehr hausmeisterisch aussehen und manche wie

Erzherzoginnen.

 

Alle aber sind vom gleichen Feuer entzündet; allen ist der heiße Ehrgeiz von

den Zügen abzulesen, das angespannte, mühevolle Streben, allen merkt man die

harte Arbeit vieler Stunden an, das Ringen mit dem eigenen Wesen, mit den

tückischen Problemen der Technik. Und alle sind erregt, als seien definitive

Entscheidungen zu erwarten. Es ist ganz merkwürdig, wie alle miteinander

befangen werden, wenn einer ans Klavier gerufen wird. Dieses Mitfühlen ist

stärker als persönliche Gegensätze, stärker als vereinzeltes Übelwollen. Wie

durch einen elektrischen Kontakt sind sie alle sofort mit dem einen verbunden,

der aus ihrer Reihe vor den Lehrer treten muß, und sie zittern mit ihm, haben mit ihm Lampenfieber. Aus der Schule her wird man sich erinnern, wie durch die

ganze Klasse immer ein Beben geht, wenn ein strenger Professor prüft. Die

Kinder vergessen allen Streit und wünschen auch dem feindlichen Kameraden in

diesen schweren Minuten jegliches Glück. Niemals fühlt man das Ta twam asi

naiver und stärker als in solchen frühen Augenblicken. Hier aber ist doch noch

ein wesentlicher Unterschied, denn neben der Anteilnahme regt hier sich in allen

Hörern auch sofort die Strenge mit dazu. Die Ansprüche sind hoch; man ist

verwöhnt, hier in diesem kleinen roten Kottagehaus, wo seit fünfundzwanzig

Jahren alle großen Künstler, die nach Wien kamen, ihr Können zeigten, hier wo

die Wände die allerbeste und die allerhöchste Musik seit einem

Vierteljahrhundert vernehmen. Dieses ganze Haus ist von oben bis unten erfüllt

von einer klingenden großen Tradition und in diesen Räumen hier sind die

edelsten Weisen verhallt, die in der Welt nur unter edelsten Künstlerhänden

ertönen. Drei, vier Virtuosengenerationen haben von hier ihren Ausgang

genommen, sind über die ganze Erde gewandert, da und dort verschollen, am

Wege gestorben oder mit Ruhm, Ehre und Reichtum beladen in das kleine Haus

im Kottage zurückgekehrt, um hier vor dem alten Lehrer und den neuen

Schülern ihren Ruf, ihre Entwicklung und ihre Reife bestätigen zu lassen.

 

Wenn so ein junger Mann oder ein junges Mädchen während der kurzen

Schritte zum Klavier sich an diese Dinge erinnerte, dann müßte das bißchen

Courage freilich zusammenschnappen. Meistens aber denken sie an gar nichts

als an ihr Stück, an dessen schwierige Stellen, und nur daran, daß »der

Professor« da ist und sie anhört. Da kommt eine hübsche Engländerin. Das

rostrote Haar umgibt ihr Haupt wie ein brennender Schein. Sie spielt scheinbar

ohne körperliche Anstrengung; aber mit niedergeschlagenen Augen beaufsichtigt

sie den Lauf der Finger über die Tasten. Ihre lächelnden Mienen werden ernster

und ernster, ihre Mundwinkel zucken leise, und allmählich steigt eine sanfte

Röte über den Saum ihres Kragens herauf zu den Wangen, zur Schläfe, und färbt

ihr blasses Gesicht. Während die Leute applaudieren, tritt sie sofort zu

Leschetitzky, lachend, eilig, als flüchte sie zu ihm nach einer glücklich

überstandenen Gefahr. Dann, nachdem sie eine Silbe erhascht hat, verschwindet

sie. Schon sitzt auch eine andere am Flügel. Ein kleines, blühendes Ding, eine

Wienerin rotwangig und frisch, aber mit kurzsichtigen Augen und mit

willensstarken, geschlossenen Zügen, aus denen nichts anderes als Fleiß,

Entschiedenheit und sichere Ruhe spricht. Sie stößt mit sprungartigen

Bewegungen in die Tasten, hält sich verkauert, fährt zurück und schießt gleich

wieder mit aller Heftigkeit los, die Arme wie Krallen vorgestreckt, den Kopf

geduckt, so daß man bei ihren Sprüngen unwillkürlich an ein kämpfendes Huhn denkt. Sie scheint nichts zu hören, nichts zu fühlen, nichts zu sehen. Zum Schluß

aber tritt sie sofort, des Beifalls nicht achtend, zu Leschetitzky, aufatmend,

lachend, eilig, als flüchte auch sie zu ihm nach einer glücklich überstandenen

Gefahr. Alle wenden sich ihm so zu, wenn sie fertig sind; alle haben die gleiche

Art, zu ihm zu flüchten, einen Augenblick lächelnd, aufatmend vor ihm zu

stehen und dann zu verschwinden. Jetzt sitzt ein sehr bleicher, sehr englisch

aussehender junger Mann am Flügel, der das Zittern seiner Unterlippe nicht

beherrschen kann, der wie bewußtlos vor sich hinstarrt, und der doch unter dem

Zwange des Augenblicks alles aus sich herausholt, was an Talent, an technischer

Sicherheit und durchdachter Auffassung in ihm bereit lag. Dann kommt eine

bildschöne Russin, die sehr ruhig scheint. Ihr elfenbeinschimmerndes Gesicht

färbt sich nicht höher, nur den kleinen Mund preßt sie heftig zusammen und ihre

Nasenflügel beben, während sie mit ihren dunklen, großen Augen die Leute

anblitzt. Nach ihr eine Amerikanerin, die sich im Sessel wie in einem Sattel

wiegt, die gütig den Kopf zur Seite neigt, zur Klaviatur herabnickt, als könne

sanftes Zureden helfen. Dann wieder ein sehr ernster Mann mit einer

Rubinsteinfrisur und – wenn man so gut sein will – mit einem Rubinsteingesicht,

der hier nur gastiert, und der sein Lampenfieber hinter einer düsteren

Entschlossenheit zu bergen trachtet. Dann ein Kind von vierzehn Jahren.

American Girl, nicht eben schön. Ein bißchen dick in ihrem kurzen weißen

Kleid, ein bißchen breitnasig und ein bißchen zu vollwangig. Spielt aber, als ob

sie allein sei und nach keinem Menschen zu fragen hätte; den Kopf weit

zurückgeworfen, Verzückung in den Mienen, die großen hellen Augen, die

manchmal zu jauchzen scheinen, aufwärts gerichtet, und ist völlig eingehüllt in

ihrer Musik wie in einer kleinen Wolke von Begeisterung.

 

Über all dieser Entfaltung von Talent, Energie, Ehrgeiz und Fleiß wacht der

weißbärtige alte Herr, der mit seinen weißen, russisch geschnittenen Haaren, mit

der gemütlichen Nase und den schwimmenden, verkniffenen, vergnügten blauen

Augen wie ein Muschik aussieht. Rosig und frisch im ganzen Gesicht, bis unter

die Haarwurzeln rosig, ist er voll Elastizität, voll Temperament und Nerven,

scheint aus der musizierenden Jugend, die ihn beständig wie ein Choral des

Lebens umgibt, immer neue Erquickung, immer neue Frische zu schöpfen. Mit

der Präzision eines Thermometers und mit derselben Empfindlichkeit reagiert

sein Kunstgefühl auf jeden Ton, der sein Ohr erreicht. Andere ermüden, seine

Aufnahmefähigkeit aber wächst von Stunde zu Stunde und ermattet nicht.

Gelingt etwas so recht nach seinem Willen, dann lachen seine Augen, sein

Mund, seine Wangen; alles an ihm lacht, auch sein Herz: das sieht man sehr gut.

Und in solchen Augenblicken ebenso wie in Momenten des Zornes, der Ungeduld kann man wahrnehmen, wie durch und durch künstlerisch das Wesen

dieses Mannes ist und wie groß seine Gabe, sich zwingend, deutlich,

überzeugend mitzuteilen. Oft und oft setzt er sich an das zweite Klavier, wenn

der Vortrag des Spielenden ungleich, oberflächlich, verwischend wird, oder

wenn's am Rhythmus oder an der dynamischen Wirkung hapert. Dann begleitet

er nach seiner Weise den Schüler ein Stück des Weges, reißt ihn schneller mit

sich fort, oder hält ihn zügelnd zurück, oder gibt einer Cantilene mehr Weichheit,

hilft einem Thema zum plastischen Ausdruck und läßt dann den wider Willen

Geleiteten allein weiter laufen. Oder er fährt wütend dazwischen, schickt die

Vortragende unter heftigen Scheltworten vom Klavier weg und erlaubt ihr erst

auf inständiges Bitten das Weiterspielen. Und da ist es oft rührend, wie so ein

junges Ding nun seine ganze Aufmerksamkeit in beide Hände nimmt, um das

glückliche Ende zu erreichen. Niemand wundert sich über solche Zwischenfälle,

niemand von den Betroffenen zeigt falsche Scham. Alle wissen ja, daß sie hier

eigentlich nur für ihn allein spielen, und nicht für die anderen hundert Menschen,

die zufällig dabei sind.

 

Wie ein vielmögender Pförtner an der Schwelle des Ruhmes steht er vor dieser

andrängenden, stürmisch den Einlaß begehrenden Jugend, die er durch sein

Künstlertum beherrscht, durch den Glanz einer großen Vergangenheit und durch

den Scharme einer immer sprudelnden, immer lebendigen und

verheißungsvollen Gegenwart. Es ist ein hervortretender Zug im Wesen

Leschetitzkys, daß er Festlichkeit um sich verbreitet. Damit lockt er und wirkt er

wohl am meisten. All seine Wissenschaft und Erkenntnis würde ihm die

Menschen nicht zuführen und könnte den Menschen nichts nützen, wenn er

zufällig ein Schulmeister wäre und kein Künstler, wenn sein Ernst trocken wäre

und er dieses strömende, zum Wohlsein und zur Feiertagslaune geneigte

Temperament nicht besäße. Denn nie ist ein Schulmeister geliebt worden, und es

ist kein Schaffen möglich ohne Heiterkeit des Herzens und festlich gestimmte

Laune.

 

Stünde dieses kleine Haus in Graz, in Magdeburg oder in Düsseldorf, man

würde sich beeilen, von Wien aus hinzureisen, um diese seltene Kunstakademie

zu sehen, die ein einzelner geschaffen, die nur durch die Persönlichkeit eines

einzelnen lebt, und aus der so viele Berühmtheiten hervorgegangen sind. Man

würde den weiten Weg nicht scheuen, um einmal in dieser rätselhaften und

wohltuenden Atmosphäre zu weilen, um diesen Mann genauer zu betrachten, der

von weitem wie ein Magier aussieht, der in der Nähe jedoch nichts weiter ist als

ein starker Mensch und ein Künstler von mitteilsamen Kräften. Weil es aber nur

in Währing ist, kann die Sache aufgeschoben werden, denn da kommt man ja sowieso alle Tage hin.