Das österreichische Antlitz

Felix Salten · Kapitel 9 von 24

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Das österreichische Antlitz

Nachtvergnügen

 

Musik. Junge Mädchen, welche tanzen. Und Champagnerwein. Das hat sich in

den letzten paar Jahren allmählich so entwickelt. Aber schon beim gottseligen

Brady galt es: »Kinder, wer kein Geld hat, der bleibt z' Haus …« Die

Natursänger schmetterten diese einfache Philosophie in den Saal. Wer sie

vernahm, der war gewarnt, und durfte dann am nächsten Morgen nicht klagen:

Ihr laßt den Armen schuldig werden.

 

Zuerst war der Brady allein. Er war wienerisch und wußte es nicht besser. Er

trieb einen schwunghaften Handel mit Urwüchsigkeit, hielt einen Ausschank von

Volksliedern; er regalierte seine Gäste mit dem Humor, der auf dem städtischen

Pflaster sprießt. Und er ließ die bodenständige Lebensfreude alle Abend so lange

aufkochen, bis sie sich glühend vermaß, der Welt eine Haxen auszureißen. Aber

er war eben allein, und man konnte bei alledem behaupten, daß wir kein

Nachtleben haben. Jetzt haben wir eines.

 

Jetzt gibt es in der Innern Stadt etwa ein halbes Dutzend Gelegenheiten, die

Nacht zu verjubeln und das Geld »am Schädel zu hauen.« Das Verfahren ist

inzwischen nur ein anderes geworden: Junge Mädchen, welche tanzen. Und

Champagnerwein. Spanischer Fandango und Veuve Cliquot. Tunesischer

Bauchtanz und American Drinks. Cake Walk und Vöslauer wie Bordeaux.

Deutscher Sekt und Matchiche. Wir sind international geworden. Die

nächtlichen Freudenlokale tragen fast alle pariserische Namen, und man

amüsiert sich jetzt hinterwärts der Kärntnerstraße ganz genau nach derselben

Art, nach der man sich in Berlin, Paris, New York oder Kopenhagen unterhält.

 

Deswegen fehlt es doch nicht ganz an Lokalton. Oft genug dringt durch die

französisch-spanisch-amerikanische Buntheit ein Schimmer wienerischer Farbe.

Auch hier kriegt man die neuesten Gassenhauer und die frisch entstandenen

Straßenlieder zu hören. Wie das Gemüse, das draußen am Wiesensaum der Stadt

wächst, werden auch sie nächtlicherweile herein und auf den Markt gebracht,

diese kleinen Texte und Melodien, die draußen am Saum der Stadt aus der Erde

wachsen. Und auch sie dienen hier nur zur Garnierung. Die Herren von der

Kapelle singen sie. Denn es ist Mode geworden, daß die Orchesterleute sich

nicht mehr auf ihre Instrumente beschränken, sondern daß sie einfach akute

Anfälle von Lebensfreude haben. Anfälle, in denen sie die Daseinswonne ihres

Herzens nicht mehr bändigen können. Ihr Jubel schwillt so mächtig an, daß er sich in einer Geige gar nicht mehr auffangen, in ein Klavier gar nicht mehr

hineindreschen läßt. Da müssen dann die Musikanten einfach losbrechen,

müssen zu singen anfangen, mitten während des Aufspielens. Sie können sich

nicht anders helfen.

 

Das Wichtigste aber bleiben die jungen Mädchen, welche tanzen. Man sitzt

rings um eine leere Mitte, an kleinen Tischchen. Und da kommen die jungen

Mädchen. Das ist – zwischen ein und vier Uhr früh – wirklich sehr hübsch. Es

sind lauter niedliche kleine Mädchen, manche von ihnen sind schön, manche

sind nur angenehm; manche sind begabt und manche sind ohne

Geschicklichkeit; manche sind voll Anmut und manche sind ganz hilflos;

manche sind schüchtern, ja verlegen, und manche wieder sind sehr frech. Aber

alle zusammen haben etwas Sanftes in ihrem Wesen, alle zusammen sind wie die

Kinder, scheinen vom wirklichen Leben gar nichts zu wissen. Sie sind ganz

arglos in ihren Begierden, in ihrer Gefallsucht, in ihren kleinen, durchsichtigen

Raffinements. Ringsherum an den Tischen sitzen die Leute, die aus dem

wirklichen Leben hier hereinkommen, aus allerlei Ernst und Sorge, aus allerlei

Arbeit, Schwierigkeit und Schicksal; sitzen da und sind beladen mit ihren

Gedanken, Geschäften und Pflichten. Sind gefesselt und gebunden an Dinge und

Menschen, die draußen irgendwo leben, sind umstrickt von allen möglichen

Zusammenhängen. Da in der Mitte, auf dem glatten Parkett jedoch tanzen die

jungen Mädchen, und es ist, als existierten sie in einer eigenen Atmosphäre, in

einer leichteren, in der es keine Gedanken und keine Sorgen gibt. Es ist, als

tanzten sie, weil alle Zusammenhänge von ihnen sich abgelöst, und weil sie

dadurch so viel freie Gelenkigkeit gewonnen haben. Es ist, als hätten sie gar kein

Schicksal, sondern nur dieses Lächeln. Wenn der Morgen anbricht, gehen sie zu

Bett, und die ungeheure Tagesarbeit dieser Stadt braust dann über ihren

Schlummer hin. Sie hören es nicht. Sie sehen nur die vielen hellen Lichter des

Abends, hören nur die lustige Musik. Und tanzen.

 

Das Orchester schmettert, und ein junges Mädchen wirft sich in den tönenden

Schaum dieses Fandango, wirft sich mit einer enthusiastischen Gebärde in die

Flut dieser hochaufspritzenden Musik, wie eine Badende, die vom Trampolin

fröhlich ins helle Wasser sich schleudert. Ihr schönes Gesicht ist von Heiterkeit

ganz erleuchtet; ihre schwarzen Augen glänzen und schauen irgendwohin, sehen

niemanden an, und haben einen Ausdruck, als seien sie nur von einem

schimmernden Nebel umgeben. Dieses Mädchen ist ganz von sich erfüllt. Von

ihrer Jugend, von ihrer Schönheit, von ihrem Tanz, von der Wirkung, die sie

ausübt. Ihr feiner, schlanker Körper arbeitet, von der Musik beherrscht, in allen

Muskeln. Dieser achtzehnjährige Leib fiebert, und glüht und tobt. Er spürt seine kreisenden Kräfte und sehnt sich, diese Kräfte rasen zu lassen, sie zu

verschwenden, sie hinzugeben an den Jubel dieser Stunde. So schleudern sich

kleine, junge Lerchen in die Luft, so schwirren Libellen in der Mittagssonne.

Dieses junge Mädchen, das eigentlich gar nicht tanzen kann, das wahrscheinlich

gar kein Talent hat, ist dennoch in diesem Augenblick etwas ganz

Vollkommenes. Denn sie tanzt ihre Jugend, ihre achtzehn Jahre, ihre Frische und

ihren Frühling. Und sie genießt das alles, wie sie so in der jauchzenden Musik

dahinfliegt, sie ist ganz allein mit sich, sie schlürft den feurigen Trank ihres

Daseins und berauscht sich daran. Die Leute rings an den Tischen betrachten sie

und werden von ihrem Zustand irgendwie mitgerissen. Sie betrachten dieses

kunstlose, enthusiastische Mädchen und werden unwillkürlich erfrischt, werden

milder, heiterer. Sie schauen sie an, wie man ein schönes, in der Luft tanzendes

Insekt anschaut, dessen Leichtigkeit und Anmut etwas Aufmunterndes hat. Sie

blicken gleichsam über den Bord ihres eigenen Lebens geneigt hierher auf diese

mühelos heitere Existenz. Und lächeln. Die Musik bricht ab; das Mädchen steht,

wie erschrocken, still, und geht dann mit einem ernsten, aufgewachten Gesicht

hinaus.

 

Alle diese Mädchen tanzen sich selbst, erklären sich im Tanz, liefern

Bekenntnisse, unfreiwillige Aufrichtigkeiten, lassen ihr Wesen sogleich erraten.

Nicht nur diese Mädchen hier, überhaupt: Tanzen ist Selbstverrat. Da kommt

eine, die tanzt ihre törichte Eitelkeit, schwatzt sie mit jeder Bewegung aus, zeigt

mit unglaublich falschen Geziertheiten und mit schrecklich mißlingendem Stolz,

wie sie sich das Nobelsein vorstellt, und das Verführerische. Eine Andere wieder

ist halb noch ein Kind, hat blonde Gretchenhaare, blaue Augen und ein schmales

bürgerliches Gesicht. Aber dieses Gesicht hat nur einen einzigen erstaunten,

amüsierten, frivolen und verdutzten Ausdruck, als habe sie eben erst das

Geheimnis der Liebe erfahren, als habe es ihr in dieser Sekunde erst eine

Freundin ins Ohr geflüstert. Und in ihrem Tanz spricht sich nur dies eine aus, nur

dieses: Ich weiß es! Wie sie die Schultern biegt, die Arme hebt, den Kopf

zurückwirft, plötzlich auflachend mit den Augen zwinkert, scheint sie nur dies

zu sagen: Ich weiß es! Wieder eine Andere tanzt ihren Leichtsinn, ihre

vollendete Verlogenheit und Gier, tanzt in ihrem nachlässig studierten,

fehlerhaften Schritt ihre Faulheit und Schlamperei. Wieder Eine tanzt immer ihre

unleidlichen Hochstaplerinnenversuche, möchte in jede Drehung, in jeden

Augenaufschlag, in jedes Neigen des Hauptes eine rätselhafte Bedeutung legen,

möchte den Anschein wecken, als sei sie nur inkognito hier, nur aus mutwilliger

Laune, als könne sie aber morgen wieder Sternkreuzordensdame sein oder

Stiftsfräulein. Wieder eine Andere, ein nettes kleines Ding mit einfachen Mienen, mit gutmütigen Gebärden und mit hausbackener Haltung, tanzt ihre

Bereitwilligkeit, jeden Moment Kindermädchen zu werden oder Weißnäherin,

tanzt die Erinnerung an eine bescheidene, arme Vorstadtwohnung, tanzt die

angeborene Sympathie fürs Staubabwischen und Fensterputzen.

 

Die begabteren unter diesen Mädchen haben immer die Landschaft um sich,

aus der sie kommen, die Gegend, in der sie heimisch sind. Immer ist das

besondere Kolorit ihrer Heimat an ihnen bemerkbar. Da ist eine kleine Pariserin,

ganz mager, spitznäsig und kreideweiß. Aber mit diesen großen beredsamen

Augen der Montmartremädchen und mit ihren plastisch eindringlichen, witzigen

Gebärden. Und sie erinnert an unzählige ähnliche Gesichter, ähnliche Gestalten,

die man abends auf der Place Pigalle oder in der Rue Lepic an sich

vorbeihuschen sieht. Da ist eine kleine Engländerin, mit dem halb offenen,

fragenden Hasenmund, mit dem kühlen, wasserblauen Blick, mit der

unverbindlichen Koketterie … träfe man sie nachts um elf in Piccadilly oder am

Trafalgar Square, man könnte sie von den anderen Mädchen, die da

herumlaufen, nicht unterscheiden. Da ist eine junge Dänin, und ihre braunen

klaren Augen, ihre gerade, stolze Haltung erinnert an die schönen Kopenhagener

Mädchen, die alle so klare, festblickende Augen haben wie junge Falken, und

die alle so aufrecht, so frei und gesund einhergehen. Die anderen aber erinnern

an gar nichts mehr. Nur an Nachtlokale. Ihre Mienen, ihre Blicke, ihre Gebärden

sind vom Dunst und Rauch dieser Luft wie mit einer Patina bedeckt. Ihr Lächeln

ist nur mehr das Lächeln dieser bezahlten Abende. Sie haben es durch den

Nachttaumel vieler Städte geschleift, sie sind gewohnt, die grelle Musik mit

diesem grellen Lächeln zu beantworten, und die Musik hat dieses Lächeln auf

ihren Zügen erstarrt, hat es unpersönlich gemacht.

 

Eine lange Mulattin vollführt das virtuose Sohlenklappern des Hornpipe.

Ekstase der Knöchelgelenke, die den ganzen Körper von unten her ins Schütteln

bringt. Baskische Mädchen winden sich unter dem pochenden Rhythmus der

Melodie in den buhlerischen Zärtlichkeiten der Matchiche. Dann der Cake Walk

mit der frechen Unzucht des zappelnden, sich verrenkenden Niggers. Unsagbar,

was dieser Tanz ausdrückt, wie er den Gentlemen up to date gewissermaßen als

balzenden Affen im Frack entlarvt. Wenn dann die Musikanten wieder einmal zu

brüllen anfangen: »Menschen, Menschen san m'r alle …« ist man plötzlich

wieder in Wien; wird durch den Gassenhauer erst daran erinnert, daß man nicht

in einem Vergnügungsort zu Paris, Athen oder Port-Said sich befand. Wir sind

international geworden.

 

Und ringsherum an den kleinen Tischen sitzen die Leute. Schauen auf diese aus aller Herren Ländern zusammengemischte Lustbarkeit. Lassen sich von der

unaufhörlich schmetternden Musik aufrütteln, von spanischen, französischen,

englischen, russischen, amerikanischen und wienerischen Melodien aufrütteln.

Von spanischen, englischen und wienerischen Mädchen aufrütteln. Möchten die

eigene Schwere, die eigene Bürgerlichkeit für eine Nacht wenigstens los sein

und haben dennoch kein Talent zum Vergnügen, haben keinen rechten Glauben

daran. Sie sitzen da und zweifeln, und überlegen, und machen mißtrauische

Gesichter, ängstliche Augen, als fürchteten sie, es könne ihnen unversehens ihre

Würde gestohlen werden, ihre soziale Stellung, oder als könne ihnen auf eins

zwei ihre Selbstachtung abhanden kommen. Unsicher sind sie, ihrer selbst, und

dieser Freuden da. Unsicher und lüstern zugleich und zugleich bereit, sich irgend

etwas vorzulügen, sich einer auf den anderen auszureden. Frauen sitzen hier mit

ihren Ehemännern, und machen neugierige Augen, und vergehen vor Begierde,

einen Blick in den »Sündenpfuhl« zu tun, das »Laster« kennen zu lernen. Und

dann haben sie, wenn sie irgendwo eine scharmante Gebärde, eine allzu

deutliche Zärtlichkeit belauern, solch eine infame Milde in ihrem Lächeln, solch

eine taktlose, selbstgefällige Nachsicht, daß man merkt, sie sind nur

hergekommen, um sich aufzuspielen, um sich auf Kosten dieser Mädchen da

überlegen zu fühlen. Wenn aber eine von den Tänzerinnen einmal zu solch einer

Frau hingehen und ihr sagen würde: »Ich laß mich von Ihnen nicht ausnützen

…,« man müßte es verstehen. Eine jedoch war da, und die wirkte rührend. Es

war keine legitime Frau, aber offenbar schon jahrelang mit dem Manne, der

neben ihr saß, beisammen. Eine Frau so zwischen dreißig und vierzig. Vielleicht

früher einmal Choristin, jetzt aber an ein ruhiges Leben in behaglichen

Verhältnissen gewöhnt. Noch immer schick gekleidet, mit jener Sorgfalt, die eine

Frau anwendet, wenn sie abhängig ist und ihrem Freund immer wieder gefallen

muß. Der Mann neben ihr an die Fünfzig, elegant, gepflegt, im Smoking. Und

sie sah nun zu, wie er alle diese Tänzerinnen mit den Blicken verschlang. Eine

nach der anderen. Sie sah zu, wie er diese jungen, tanzenden Mädchen musterte,

prüfte, begehrte. Ein paarmal legte sie ganz leise ihre Hand auf die seinige. Er

merkte es gar nicht; schien sie völlig vergessen zu haben. Um ihre Lippen bebte

ein schwaches, beschämtes Lächeln. Sie spähte umher, ob niemand sie

beobachtet habe. Von da an sah sie zu, wie der Mann neben ihr sie betrog, wie

ihr seine Wünsche untreu wurden, vor ihren Augen. Sie sah aufmerksam diese

jungen, sprühenden, in ihrer Frische entblößten Mädchen an, und ihr hübsches,

verblühtes Gesicht wurde mutlos. Ihr Blick verhängte sich. Sie sah jetzt nichts

mehr. Und sie saß da wie beraubt, verlassen und gänzlich entwaffnet.

 

Ringsherum an den kleinen Tischen sitzen die Leute, und es sind unsichtbare Schranken zwischen ihnen, zwischen ihrer Welt und dieser tanzenden Welt da.

Manchmal aber läßt sich einer von den ernsten Männern vom Augenblick

wegraffen, springt über diese Schranke und reißt so ein Mädchen an sich, um mit

ihr zu tanzen. Gewöhnlich ist es ein älterer Herr, und gewöhnlich zeigt er durch

irgend einen Ruck, den er sich gibt, durch eine unsäglich düstere Miene, daß er

nun den Entschluß gefaßt habe, fröhlich zu sein. Es sind immer nur zwei

Spielarten, von Männern. Der eine, der es einfach aus Sinnlichkeit tut, der sich

mit dem bloßen Schauen nicht mehr begnügt. Er ist immer der ernsteste von

allen. Seine Brauen runzeln sich, seine Stirn legt sich in Falten, sein Mund ist

fest geschlossen. Also beginnt er, das Mädchen im Arme, zu tanzen. Zornig

beinahe, dreht er sie im Kreis, preßt sie an sich und wirbelt mit ihr, und scheint

entsetzlich wütend. Es ist schon kein Walzer mehr, sondern eher eine

symbolische Handlung, die er vollzieht, eine vorläufige Besitzergreifung etwa.

Dann geht er gesenkten Hauptes an seinen Platz zurück, setzt sich nieder und

schaut sich erbittert um. Der Andere ist eitel, erinnert sich plötzlich, daß er schön

tanzen kann, daß man ihm in seiner Jugend wegen seines leichten Sechsschrittes

Komplimente gemacht hat. Und nun tanzt er mit so einem Mädchen, aber nicht,

als ob er ihr sein Wohlgefallen, sondern als ob er ihr seine Anerkennung

bezeigen wollte. In seinem Gesicht ist die Hoffnung, man werde ihn bewundern.

Er hält das Kreuz hohl, dreht nach links, macht zierlich ausgemessene

Schrittchen, setzt die Fußspitzen preziös nach auswärts, schwingt die Waden in

affektierten Zirkeln, wechselt die Gangart, das Tempo, vollführt allerlei kleine

Bravourstückchen, und hört dann plötzlich auf, weil er schwindlig wird.

Kreidebleich setzt er sich nieder, trinkt in kleinen Schlucken, damit keiner

bemerken soll, daß er keucht und ihm der Atem ausgegangen ist.

 

Nachtvergnügen. Draußen in den schlafend stillen Straßen, in der kalten

Winterluft zerstiebt dies alles spurlos. Eine Weile noch rauscht die Musik ins

Ohr, dann wird das letzte Echo davon verblasen. Eine Weile noch schimmert ein

Frauenlächeln, dann verlischt es.

 

Das ist aber keineswegs eine Betrachtung, an die eine Schlußmoral geknüpft

werden soll.