
Griechischer Frühling
Ich befinde mich auf einem Lloyddampfer im Hafen von Triest, beginnt Hauptmanns 1908 erschienener Reisebericht, der Harry Grafen Kessler gewidmet ist: Zur Not haben wir in Kabinen zweiter Klasse noch Platz gefunden, es ist ziemlich ungemütlich, doch allmählich lässt das Laufen, Schreien und Rennen der Gepäckträger nach. Wir schreiben den 26. März, das Wetter ist gut, warme Luft, leichtes Gewölk am Himmel, notiert Hauptmann, und erzählt, wie er beim Frühstück im Hotel eine Taube mit einem grünen Zweiglein im Schnabel vorbeifliegen sah und sich dieses guten Vorzeichens erinnernd Zuversicht empfand, bevor sich das Schiff von Triest entfernte und die ausgebrannten Küstengegenden mit ihren Ascheschattierungen und dem schneeartig wirkenden Karst vorüberzogen.





