Weihnachtslicht
Weg nach Bethlehem
Wo bist du, Gottes-Kind,
wo findet man dich heute?
der Engel künd’t mir nicht,
was Maria einst erfreute.
Ich träume nicht von dir,
wie Josef es passierte.
Wie krieg ich dich zu sehen,
was mich sehr intressierte?
Wer hört die Engel singen
von deinem ersten Schrei?
Kein Hirte bringt mir Nachricht.
Hat wohl grad keiner frei.
Wann kommt ein Sternendeuter
und sagt, was da geschehn,
was ihm der Stern verraten,
was er hat selbst gesehn?
Mit Ochs und Esel stehe
ich neben der Geschicht,
erkenne nur die Nöte,
jedoch den Retter nicht.
Bin ich selbst gar nicht offen?
Was hab ich nicht geblickt?
Fehlt mir die richtge Brille?
Bin ich zu ungeschickt?
In großen Kuchenbergen
fand ich kein Stück von dir.
Du fehlst den Weihnachtsmännern
und ganz besonders mir.
In blinkend bunten Lampen,
in dauernd Dudelsang
vermisse ich das Wahre,
den rechten Himmelsklang.
Nur wer dich selbst gefunden,
Kind Gottes, Weltenboss,
kann mir den Weg auch zeigen.
Ein Wink, schon lauf ich los.
Auf eine solche Hilfe
wart ich, schick sie mir zu.
Hast du auch heut noch Leute,
stehn sie nicht all in Ruh?
Was gilts bei mir zu richten?
Wie werde ich bereit?
Verlangst du Frack, Zylinder,
ein Super-Festtagskleid?
Hier bist du, Gottes-Kind? -
So findet man dich wieder:
In elend armen Leuten
kommst du auch heute nieder.
Wer hätte das gedacht?
Wer konnt sich das ersinnen?
Seit es die Menschen gibt,
kann nur wer kriegt gewinnen.
Und jetzt, ganz überraschend,
gilt’s nicht mehr, wie bisher.
Die Regel ist verändert,
der Wechsel fällt mir schwer.
Es steckt den Menschen allen
ganz tief unter der Haut,
wer nicht gewaltig zuschlägt,
stets in die Röhre schaut.
Nun müssen wir uns ändern.
Du legst die neue Spur,
führst uns auf andre Wege.
Dir gilt der Friede nur.
Du hältst nicht zu den Großen,
wirst selbst ein kleiner Fisch.
Auch wenn man dich verspottet,
haust du nicht auf den Tisch.
Dir darin recht zu folgen,
das ist nicht ganz so leicht.
Doch wer sich nach dir ausstreckt,
die Hand von dir erreicht.