Weihnachtslicht

Alfred Mignon · Kapitel 16 von 20

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Weihnachtslicht

Das Wort wurde Mensch

Ich will euch hier von früher was

aus alter Zeit berichten.

Vielleicht könnt ihr mir hinterher

behilflich sein zu sichten:

Brauch ich, braucht ihr auch heute noch

die Hilfe ganz von oben?

Hat sich der Menschen verändert so,

dass wir uns könnten loben?

Es machte sich der Himmelsherr

von seiner Höh herab.

Er wandte sich der Erde zu

sah ganz von Größe ab.

Wir saßen in der Finsternis

und sahen nirgends Licht.

Da kam zu uns der Schöpfer gott,

ließ uns im Dunkel nicht.

Das Leben wurde angreifbar,

begab sich in Gefahr.

Das Licht drang in die Finsternis,

ein Wunder wurde wahr.

Doch wer erblickte dieses Licht?

Wer wend’t sich zu ihm hin?

Wer intressiert sich denn dafür?

Kommt’s niemand in den Sinn?

Der, dessen Wort die Welten schuf,

der sich den Erdkreis baute,

dem Mächte, Geister untertan,

den nie, was sterblich, schaute,

der wurde klein und angreifbar,

ein Kind - eins unter andern.

Es lernte, der uns lehren sollt,

musst, wie Gesellen, wandern.

Der wilde Mann vom Jordanfluss,

der Täufer, der Johannes,

der weist zu Gottes Licht und Wort:

“Der rettet euch, der kann es.

Dem traut, der ist des Glaubens Ziel.

Ich bin nur Wegbereiter.

Sein Reich besteht in Ewigkeit.

Für eure Sache streit’ er.”

Das Licht kommt für die Menschen her

aus kosmisch größter Ferne.

Der Schein, der's All geschaffen hat,

sucht die auf, die ihm gerne

die Türen, Herzen auftun woll'n.

Bei diesen nimmt er Raum,

gestaltet Neues mit und durch.

So treibt der Hoffnung Baum.