Weihnachtslicht

Alfred Mignon · Kapitel 17 von 20

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Weihnachtslicht

Simeon und Hanna

Simeon

Die Eltern stolz zum Tempel kamen:

Marias Kind kriegt hier sein'n Namen.

Jesus, wie ihn der Engel nannte,

der ihn als Gottes Sohn bekannte.

Als sie das Heiligtum betreten,

den großen Platz, wo viele beten,

da kommt ein Mann zu ihnen ran,

dem grad ein Ausblick aufgetan.

"Mein Name der ist Simeon,

ich hoffe auf euch lange schon.

Ich wart' seit Jahren unverwandt,

auf Gottes Trost für unser Land.

Mir ist versprochen, dass ich sehe,

bevor ich von der Welt weg gehe,

dass Gott seinen Gesandten schickt,

der von uns nimmt, was uns bedrückt.

In eurem Sohn erkenn ich klar:

Was ich erhoffe macht er wahr.

Das Kind ist Heiland dieser Welt.

Auch wenn euch das nicht nur gefällt.

Euch wurde Schweres aufgetragen.

Als Eltern wird euch manches plagen.

Was euer Kind da mit sich bringt,

wie'n Schwert durch euer Leben dringt.

Der Gottesmann wird Menschen fällen,

die sich ihm strack entgegen stellen.

Die sich an ihn in Nöten wenden,

die trägt er dafür wie auf Händen.

O Gott, mein Hoffen ist erfüllt.

Mein Sehnen wurde heut' gestillt.

Für dein Volk endet bald das Grämen.

Nun kannst du mich gern zu dir nehmen.

Du schaffst den Frieden für die Welt,

die sich doch gar nicht zu dir hält.

Du schenkst den Deinen neuen Mut

und machst was schlecht war alles gut.

Ich preise deine große Gnade.

Dir ist für Menschen nichts zu schade.

Du wendest dich uns zu zum Glück

und holst Verlorene zurück.

Du fast vergess'ner Gott der Väter

wirst für die Welt zum Wundertäter.

Vergisst dein Volk im Dunkel nicht.

Du bist für Israel das Licht."

 

Hanna

Jósef und Marja opferten

im Tempel in Jerusalem.

Sie brachten Tauben für ihr Kind,

vor Gott, von dem die Kinder sind.

Die Eltern nannten ihren Jungen

Jesus, wie es sich ausbedungen,

der Engel Gottes, der sie segnet,

als er der Mutter jüngst begegnet.

Profetin Hanna, hier zu Hause,

sie hatt' im Tempel ihre Klause, die fand zum Opferfest sich ein,

Das Kind musste gesegnet sein.

Sie sagt es gern, so oft sie kann:

"Das Kind, der Jesus, wird zum Mann,

den Gott uns hat zum Heil gesandt.

Seht nur auf ihn ganz unverwandt.

Mit ihm sind wir auf Gottes Seite.

Und ohne ihn geht jeder Pleite.

Er ist Erfüllung unsres Lebens.

Ohne ihn müh'n wir uns vergebens.

Bei meinem Vater Phanuel,

glaubt mir: Das ist Immanuel,

der Gute Hirte, der uns weidet,

der Gottesknecht, der für uns leidet."

Die alte Dame hat Erfahrung,

das Gotteswort ist ihre Nahrung.

die lebt jahrzehntelange schon

nur noch für Gott, von Gotteslohn.

Keine Familie, keine Pflichten.

Sie wollte ganz darauf verzichten.

Nicht mehr zu andrem sich bequemen,

ausschließlich seinen Dienst annehmen.

Verheirat' war sie sieben Jahr,

nun ist sie vierundachtzig gar.

seit ihr der Mann damals gestorben

hat sie nur noch für Gott geworben.

Der Heil'ge Geist läßt sie erkennen,

das Kind, das wir Herr Jesus nennen.

Bevor die Nägel ihn verwunden,

hat sie in ihm den Herrn gefunden.

Mit Augen sieht das Heil man nicht:

Der Gottesgeist macht Hanna licht.

Der Rest der Welt steht noch im Dunkeln, doch Hanna sieht den Stern schon funkeln.

 

Na und?

Was kann für dich und mich bedeuten,

das Zeugnis von zwei alten Leuten?

Sie haben ganz auf Gott vertraut,

ihr Dasein anders aufgebaut.

Lasst uns mit ihnen uns zuwenden

dem Herrn mit Herzen, Mund und Händen. Das Kind, das Gott uns hat geboren,

es rettet alle, die verloren.

Wir meinen, es sei schwach und klein

und lassen uns nicht leicht drauf ein.

Doch ihm ist alle Macht gegeben.

An ihm entscheidet sich mein Leben.