Weihnachtslicht

Alfred Mignon · Kapitel 19 von 20

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Weihnachtslicht

Weise

Im Betlehem Juda’s kam Jesus zur Welt,

Herodes war König im Land.

Da sahen im Osten die Weisen `nen Stern, der hat sie erregt und gebannt.

Sie deuteten klar, was am Himmel sich tat: Ein Herrscher wird Juda geborn.

Ein ausser-gewöhnlicher Mensch wächst heran, ein Retter für das, was verlor’n.

Ein’ge Sterndeuter machten sich bald auf den Weg. Es ließ sie nicht los, was gescheh’n.

Sie verstanden sich nicht als Beobachter nur, wollten, was sie erkannt, selber seh’n.

Wochenlang quälten sie Meil’ um Meile sich durch auf dem Marsch in die Bildungsprovinz.

Die Vertreter der klassischen Astronomie suchten nach einem jüdischen Prinz.

In der Hauptstadt des Landes, in Jèrusalem, waren sie die Saison-Sensation.

Als sie harmlos und neugierig fragten bei Hof: Was wißt ihr von nem neu’n Königssohn?

Grad Herodes den Großen hat das tief geschockt. Er war scharf wie ein Hund auf der Hut.

Wer sein’ Herrschaft gefährdet, den kostet es gleich, sei’s die eigene Mutter, das Blut.

Fromm zum Schein ruft der König die Schriftkundigen: Was sagt ihr, woher kommt einst das Heil?

Was verkündet das Wort von dem Haus der Geburt? Dies zu wissen ist doch euer Teil.

Wen auch immer im Volk er gefragt, hätte das gleich gewußt. O Herodes, du Tor.

Nur aus Betlehem, kleinster judäischen Stadt, kommt der Heiland, der Retter hervor.

King Herodes macht nun mit den Weisen ’nen Deal: Ihr geht hin und ihr huldigt dem Kind.

Dann kommt ihr wieder her und setzt mich auf die Spur, damit ein’s in Verehrung wir sind.

Haarklein läßt sich der Herrscher den Zeitpunkt erklär’n, Wann das Himmelslicht anfing zu schein’n. Er vermittelt den Sterndeutern durchaus das Bild, hoch erfreut von dem Neuen zu sein.

Diese Männer der Wissenschaft hörten sich an, was der König gewünscht sich so sehr.

Und dann zogen sie los, seiner Auskunft gemäß, denn ihr Ziel war nun klar - ungefähr.

In dem Städtchen, das ihnen Profetenwort wies, fanden sie aus der Höhe gelenkt,

auch das Kind, das die Sterne zum Leuchten gebracht, das der Himmel der Erde geschenkt.

Voller Freud war ihr Herz als sie endlich am Ziel, hier zuhause bei Mutter und Kind.

Und sie beugten sich tief vor dem Kleinen zur Erd: Wir sind froh, dass wir nah bei dir sind.

Was wir haben, das legen wir dir, Herr, hier vor. Was wir sind, nehmen wir von dir an.

Unser Leben ist dein, unsre Kraft bist nur du. Was wir schaffen sei dir nur getan.

Auf die Ränke des Herren von Jerusalem fielen unsere Weisen nicht rein.

Ihnen sagt Gott im Traum: Auf das heimliche Woll’n des Despoten geht ihr gar nicht ein.

Und so reisten sie direkt zurück in ihr Land, hatten Kosten und Müh’n nicht gescheut. Sie war’n ärmer geworden an äußerem Gut, aber geistlich erwärmt und erfreut.

Der Messias ist Herr über jede Nation,

er beherrscht alles, was es nur gibt.

In der Fern’ und der Näh’ lebt kein einz’ges Geschöpf, welches Jesus, der Christus nicht liebt.