Weihnachtslicht

Alfred Mignon · Kapitel 15 von 20

PDF-Seiten

Weihnachtslicht

Am Anfang das Wort

Vor allem Anfang dieser Erde

und aller Welt, die er sich schuf,

bevor der Schöpfer sprach: "Es werde!"

bevor ertönte Gottes Ruf

nach Licht, womit die Welt begann,

war er: Von allem Anfang an.

Er ist selbst Gottes eignes Wesen

nicht unterschieden, nicht getrennt.

Sie sind es vormals nicht gewesen.

Wer einen wahrnimmt, beide kennt.

Doch niemand je den Höchsten sah.

Man kommt ihm durch das Wort nur nah.

Das Wort als Licht und Leben strahlt

hinein in seine düstre Welt.

Die trübe mit sich selbst nur prahlt,

den Schöpfer hat sie abgemeldt.

Der Dunkelheit verfiel sie gern.

Sie lebt wie ein erloschner Stern.

Das wahre Licht in Gottes Wort

erschien im wahren Menschensohn.

Er leuchtet auf am düstern Ort

und erntet fast nur Spott und Hohn.

Er hat sich freundlich offenbart,

kaum jemand sich um ihn geschart.

Sie wiesen den vor ihre Türen,

der tiefen Frieden hat gebracht.

Sie ließen den Verachtung spüren,

der Gott für uns zum Freund gemacht. Ich bin genau so: Mensch, natur.

Sie, das sind nicht die andern nur.

Gott kommt zu uns als Menschenkind,

verlässt den ewigen Palast.

Taucht auf, wo Leut geschunden sind,

gehetzt, zerrieben von der Hast.

Wer hat den Blick, erkennt ihn hier?

Schaust du nicht weg zeigt er sich dir.

Um dich und mich an sich zu ziehen,

kommt Gott zur Welt so klein.

Nimmst du ihn auf, werd ich nicht fliehen, dann werden wir Familie sein;

er Vater/Mutter, wir die Kinder,

die Liebe zwischen uns als Binder.

Kein andrer Weg führt uns zum Leben,

nur die Beziehung, die er schenkt.

Die kann sich kein Mensch selber geben, drum sei drauf aus, dass er dich lenkt.

Gott bietet uns die Freundschaft an:

Mach ihn zum Lebens-Steuermann.