Weihnachtslicht
Vater Josef
[Mit einem Rucksack über der Schulter]
Das Kinderkriegen
ist für einen Mann
niemals leicht.
Und wenn er dann
so wenig Einfluß
darauf hat wie
in meinem Fall,
wird es noch schwerer.
Manche meinen ja,
ich, Josef, sei
vom Allmächtigen,
dessen Name ewig währt,
nur als Statist
in die Heilsgeschichte
eingesetzt worden.
Die täuschen sich
aber gewaltig.
In aller Bescheidenheit
darf ich doch anmerken, dass
ohne mich das ganze
Weihnachtsgeschehen
nicht möglich gewesen wäre.
Ich bin nicht überheblich,
auf keinen Fall.
Ich weiß ja, dass
der Herr der Heerscharen
nicht auf mich angewiesen war,
um seinen Plan durchzuführen.
Aber er hat mich gebraucht.
Versteht ihr den Unterschied?
Er hat mich dazu
brauchbar gemacht.
Meine Frömmigkeit
und Rechtschaffenheit,
meinen Gehorsam
und meine Hilfsbereitschaft
hat er verwendet.
Lobet den Herrn, alle Völker!
Sein Ruhm umspannt
die ganze Welt.
Es hat mich viele
schlaflose Nächte gekostet,
mit diesen Erlebnissen
zurechtzukommen,
vorher und nachher.
Auf der einen Seite
die himmlische Berufung:
Die Sonne der Gerechtigkeit
will aus unserer Mitte
aufstrahlen und
die ganze Welt
soll ihre Augen auf
unser kleines Leben,
unsere Hütte
unter den Palästen
der Menschen richten.
Auf der anderen Seite
das Unverständnis,
eigenes und fremdes.
Wer kann je begreifen,
was wir Großes erlebt haben,
von dem Herrn,
woran wir winzigen
Staubkörner beteiligt sind?
Manche Menschen meinen,
ich sei der Blamierte
bei der ganzen Geschichte.
Sie haben
nichts von dem kapiert, was zu unserer Zeit
geschehen ist
und zu jeder Zeit
wieder geschehen soll,
solange der Barmherzige
noch Geduld
mit den Unwürdigen hat.
Ich verstehe
dich auch nicht,
Herr im Himmel
und auf Erden.
Ich stehe da,
verwundert,
mit offenem Mund
und staune.
Mein Verstand
reicht nicht
für den Herrscher
der Ewigkeit und
seine Gedanken aus.
Ich kann nur
stammelnd
anbeten:
Der Herr hat Großes
an uns getan.
Wir bezeugen
die Wahrheit:
Er ist unbeschreiblich nahe.
Wer es fassen kann,
fasse es!