Weihnachtslicht

Alfred Mignon · Kapitel 14 von 20

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Weihnachtslicht

Vater Josef

[Mit einem Rucksack über der Schulter]

Das Kinderkriegen

ist für einen Mann

niemals leicht.

Und wenn er dann

so wenig Einfluß

darauf hat wie

in meinem Fall,

wird es noch schwerer.

Manche meinen ja,

ich, Josef, sei

vom Allmächtigen,

dessen Name ewig währt,

nur als Statist

in die Heilsgeschichte

eingesetzt worden.

Die täuschen sich

aber gewaltig.

In aller Bescheidenheit

darf ich doch anmerken, dass

ohne mich das ganze

Weihnachtsgeschehen

nicht möglich gewesen wäre.

Ich bin nicht überheblich,

auf keinen Fall.

Ich weiß ja, dass

der Herr der Heerscharen

nicht auf mich angewiesen war,

um seinen Plan durchzuführen.

Aber er hat mich gebraucht.

Versteht ihr den Unterschied?

Er hat mich dazu

brauchbar gemacht.

Meine Frömmigkeit

und Rechtschaffenheit,

meinen Gehorsam

und meine Hilfsbereitschaft

hat er verwendet.

Lobet den Herrn, alle Völker!

Sein Ruhm umspannt

die ganze Welt.

Es hat mich viele

schlaflose Nächte gekostet,

mit diesen Erlebnissen

zurechtzukommen,

vorher und nachher.

Auf der einen Seite

die himmlische Berufung:

Die Sonne der Gerechtigkeit

will aus unserer Mitte

aufstrahlen und

die ganze Welt

soll ihre Augen auf

unser kleines Leben,

unsere Hütte

unter den Palästen

der Menschen richten.

Auf der anderen Seite

das Unverständnis,

eigenes und fremdes.

Wer kann je begreifen,

was wir Großes erlebt haben,

von dem Herrn,

woran wir winzigen

Staubkörner beteiligt sind?

Manche Menschen meinen,

ich sei der Blamierte

bei der ganzen Geschichte.

Sie haben

nichts von dem kapiert, was zu unserer Zeit

geschehen ist

und zu jeder Zeit

wieder geschehen soll,

solange der Barmherzige

noch Geduld

mit den Unwürdigen hat.

Ich verstehe

dich auch nicht,

Herr im Himmel

und auf Erden.

Ich stehe da,

verwundert,

mit offenem Mund

und staune.

Mein Verstand

reicht nicht

für den Herrscher

der Ewigkeit und

seine Gedanken aus.

Ich kann nur

stammelnd

anbeten:

Der Herr hat Großes

an uns getan.

Wir bezeugen

die Wahrheit:

Er ist unbeschreiblich nahe.

Wer es fassen kann,

fasse es!