Weihnachtslicht
Ein Engel des Herrn
[In der Hand eine Leuchte]
Ich hatte
mit den Boten Gottes
zu verkündigen.
Ich habe lange nicht verstanden,
was da passiert ist.
Der Allerhöchste
liegt da unten im Dreck.
Der Himmel und Erde
geschaffen hat,
läßt sich
von den unwissenden Menschen
betatschen.
Der größer ist als
dieses Mosaiksteinchen
von Universum,
der kommt durch eine Frau
zur Welt.
Das Licht selbst senkt sich
in die grausige Finsternis,
um dort hell zu machen,
wo fast keiner
sich dafür interessiert.
Das Leben
begibt sich in die Hände
der Sterblichen;
begibt sich in Todesgefahr,
diesen Eintagsfliegen zuliebe.
Die Freude des Himmels wird
so billig, dass die Irdischen
einen Anteil daran erhalten.
Ich habe nicht verstanden,
was den Herrn an diesem Gewürm von Menschen so interessierte,
dass er sich in ihren Abgrund
herabgelassen hat.
Gott erhebt
durch seine Verbrüderung
die Sterblichen über uns Engel.
Er macht sie zu seinesgleichen.
Mir kam es so vor, als
sei er blind vor Liebe,
als könne er nicht sehen,
was für ein Unheil ihm
unter den Menschen droht.
Ich konnte nicht
auf Befehl jubeln, als das
Gotteskind geboren wurde.
Ich habe erst viel später
begriffen, dass die Erlösung
der Schöpfung,
zu der ich auch gehöre,
nur durch die Erlösung
des Menschen geschehen kann.
Seit dem freue ich mich endlich mit
und kann gar nicht
laut genug den Herrn preisen.
Er ist wunderbar,
denn er scheut kein Opfer,
um das Verlorene wiederzufinden.
Der Herr drückt das Böse
mit Macht nieder
und erhebt die Gefallenen.
Er kommt zur Hilfe
in jeder Not
und läßt keines seiner Kinder
in Verzweiflung allein.
Gott wendet sich heute
euch zu, die ihr seine Nähe sucht.
Preis sei dem Herrn.
Halleluja.