Weihnachtslicht

Alfred Mignon · Kapitel 11 von 20

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Weihnachtslicht

Ein Engel des Herrn

[In der Hand eine Leuchte]

Ich hatte

mit den Boten Gottes

zu verkündigen.

Ich habe lange nicht verstanden,

was da passiert ist.

Der Allerhöchste

liegt da unten im Dreck.

Der Himmel und Erde

geschaffen hat,

läßt sich

von den unwissenden Menschen

betatschen.

Der größer ist als

dieses Mosaiksteinchen

von Universum,

der kommt durch eine Frau

zur Welt.

Das Licht selbst senkt sich

in die grausige Finsternis,

um dort hell zu machen,

wo fast keiner

sich dafür interessiert.

Das Leben

begibt sich in die Hände

der Sterblichen;

begibt sich in Todesgefahr,

diesen Eintagsfliegen zuliebe.

Die Freude des Himmels wird

so billig, dass die Irdischen

einen Anteil daran erhalten.

Ich habe nicht verstanden,

was den Herrn an diesem Gewürm von Menschen so interessierte,

dass er sich in ihren Abgrund

herabgelassen hat.

Gott erhebt

durch seine Verbrüderung

die Sterblichen über uns Engel.

Er macht sie zu seinesgleichen.

Mir kam es so vor, als

sei er blind vor Liebe,

als könne er nicht sehen,

was für ein Unheil ihm

unter den Menschen droht.

Ich konnte nicht

auf Befehl jubeln, als das

Gotteskind geboren wurde.

Ich habe erst viel später

begriffen, dass die Erlösung

der Schöpfung,

zu der ich auch gehöre,

nur durch die Erlösung

des Menschen geschehen kann.

Seit dem freue ich mich endlich mit

und kann gar nicht

laut genug den Herrn preisen.

Er ist wunderbar,

denn er scheut kein Opfer,

um das Verlorene wiederzufinden.

Der Herr drückt das Böse

mit Macht nieder

und erhebt die Gefallenen.

Er kommt zur Hilfe

in jeder Not

und läßt keines seiner Kinder

in Verzweiflung allein.

Gott wendet sich heute

euch zu, die ihr seine Nähe sucht.

Preis sei dem Herrn.

Halleluja.