Weihnachtslicht

Alfred Mignon · Kapitel 4 von 20

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Weihnachtslicht

Stern

Ein Stern ging auf im Morgenland

am blauen Himmelszelt.

Ein Jakobssohn für 's All erstand

und funkelt auf die Welt.

Ein kleiner Anfang wars derzeit,

fand gar nicht viel Beachtung.

Die Machtzentrale lag so weit

und hatte nur Verachtung

für Israel, das Lumpenpack,

den unzufriednen Haufen,

der sich in Asche hüllt und Sack,

mit Rom versucht zu raufen.

Der einstmals alle Sterne schuf

und hing sie auf zum Scheinen,

der richtet seines Sternes Ruf

an die, die heimlich weinen:

Ich suche euch, ich mach euch Licht,

die ihr im Finstern wartet.

Mir seid ihr wichtig. Ich will nicht,

dass ihr vergeblich startet.

Der Segen gilt dem Staub, den Steinen,

den Menschen, die Gott liebt.

Er macht sie groß, die mickrig Kleinen

und seinen Stern er gibt.

Wer sich den Stern zum Leitbild wählt,

der leuchtet bald wie er.

Der leidet mit, wird auch gequält,

wie der Verlornen Herr.

Doch das ist nur der äußre Schein,

fürs Auge so zu schaun.

Der Glaube sieht tiefer hinein,

kann auf die Wahrheit baun.

Von diesem Stern der Glaube weiß:

Der leuchtet allen Welten.

Er macht dem Tod die Hölle heiß

und läßt die Sünder gelten.

Der Stern schenkt Trost in deiner Trauer,

weist dir den Weg durchs Meer,

stellt deiner Klage eine Mauer

und wehrt der Sorgen Heer.

Vertrau dem Stern, der dir erschienen.

Richt deinen Blick auf ihn.

Dein Leben wird dann andern dienen,

führt sie zum Himmel hin.