Weihnachtslicht

Alfred Mignon · Kapitel 7 von 20

PDF-Seiten

Weihnachtslicht

Verheißung

Alle deprimierten Leute,

solche, die nur Feinde sehn,

Menschen die, seis gestern, heute,

ständig auf dem Zahnfleisch gehn,

wer sich klein gemacht durch bücken,

welche, die nichts Gutes kennen,

die sich stets die Wand lang drücken,

ständig vor Gefahr wegrennen,

denen allen scheint das Licht,

das durch dunkle Wolken bricht:

Welches Herz hats nicht zerrissen?

Wer hat nicht den Schmerz gespürt?

Jeder Nerv war schon verschlissen,

von dem tiefen Leid berührt.

Freude, Frieden, Schutz und Stärke

schenkt der Himmel dieser Welt.

Längst schon ist die Kraft am Werke,

die den Riss zusammenhält.

Groß kommt Hilfe uns entgegen.

Hell erscheint sie auf den Wegen.

Denn uns ist ein Kind geboren.

Gott hat sich uns gleich gemacht.

Wir sind länger nicht verloren.

Leuchtend strahlts in unsre Nacht.

Der, den wir nicht fassen können,

den wir nur von ferne schaun,

läßt sich nicht mehr von uns trennen.

Er will sich uns anvertraun.

Unser aller höchster Richter

wird für uns zum wahren Schlichter.

Alle stolzen Ehrennamen,

die man sich nur denken kann,

sind zu wenig ihn zu rahmen,

nähern sich nur etwa an.

Diesem gottgesandten Kind,

das in unsre Welt geboren,

das ganz klein und schwach beginnt,

neigt sich zu, was sonst verloren.

Alles wird ihm untertan,

lobt in ihm, was Gott getan.

Jesaja 9,1-6