
Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie
Nachdem er durch ein Jahrzehnt Aufnahme und Wirkung dieses Buches beobachtet hat, versieht Freud seine dritte Auflage mit Vorbemerkungen gegen Missverständnisse: Die Darstellung gehe durchweg von der alltäglichen ärztlichen Erfahrung aus, die durch die psychoanalytische Untersuchung vertieft werden solle, und die drei Abhandlungen könnten sich nie zu einer vollständigen Sexualtheorie erweitern, weshalb sie manche wichtigen Probleme des Sexuallebens gar nicht behandelten. Die Abhängigkeit der Schrift von den psychoanalytischen Erfahrungen zeige sich nicht nur in der Auswahl, sondern auch in der Anordnung des Stoffes: Überall werde ein gewisser Instanzenzug eingehalten, die akzidentellen Momente vorangestellt, die dispositionellen im Hintergrund gelassen, und die ontogenetische Entwicklung vor der phylogenetischen berücksichtigt, denn das Akzidentelle spiele in der Analyse die Hauptrolle.






